Für PC-Spieler und Hardware-Enthusiasten zeichnet sich eine beunruhigende Entwicklung ab. Neue Berichte aus der Industrie deuten darauf hin, dass die Preise für High-End-Grafikkarten im Jahr 2026 drastisch ansteigen könnten. Im Zentrum der Spekulationen steht NVIDIAs Flaggschiff, die GeForce RTX 5090, deren Preis sich mehr als verdoppeln könnte.
Die treibende Kraft hinter dieser prognostizierten Preisexplosion ist die unaufhaltsame Nachfrage aus dem Sektor der künstlichen Intelligenz (KI). Unternehmen investieren massiv in Rechenleistung für KI-Anwendungen, was die für Gamer bestimmten Komponenten zunehmend verknappt und verteuert.
Die wichtigsten Punkte
- Gerüchten zufolge könnte der Preis der NVIDIA RTX 5090 bis Ende 2026 auf 5.000 US-Dollar ansteigen.
- Die hohe Nachfrage nach KI-fähiger Hardware wird als Hauptursache für die erwarteten Preissteigerungen genannt.
- Auch AMD plant offenbar Preiserhöhungen für seine Grafikkarten ab Anfang 2026.
- Steigende Kosten für Arbeitsspeicher (DRAM) verschärfen die Situation zusätzlich und treiben die Produktionskosten in die Höhe.
Prognose: Ein Preisschock für die Gaming-Community
Neue Informationen aus Branchenkreisen deuten auf eine bevorstehende, deutliche Preisanpassung bei Grafikkarten hin. Laut Berichten einer koreanischen Publikation, die sich auf Insiderquellen beruft, planen sowohl AMD als auch NVIDIA, die Preise für ihre GPUs ab Anfang 2026 schrittweise zu erhöhen.
Konkret wird erwartet, dass AMD bereits im Januar 2026 den Anfang macht, während NVIDIA im Februar nachziehen soll. Die dramatischste Vorhersage betrifft dabei das Spitzenmodell von NVIDIA: Die GeForce RTX 5090, die mit einem Einführungspreis von 1.999 US-Dollar auf den Markt kam, könnte bis zum Jahresende 2026 einen Preis von bis zu 5.000 US-Dollar erreichen.
Diese Entwicklung würde die Grafikkarte für die überwiegende Mehrheit der Gamer unerschwinglich machen und das PC-Gaming im High-End-Bereich zu einem extrem kostspieligen Hobby verwandeln. Während für die RX 9000-Serie von AMD noch keine konkreten Preisziele genannt wurden, ist auch hier mit erheblichen Aufschlägen zu rechnen.
Der KI-Boom als Preistreiber
Die Hauptursache für diese alarmierende Prognose liegt nicht primär im Gaming-Markt selbst, sondern in der explodierenden Nachfrage aus der KI-Industrie. Große Technologieunternehmen benötigen für das Training und den Betrieb ihrer KI-Modelle enorme Mengen an Rechenleistung, die vor allem von leistungsstarken GPUs bereitgestellt wird. Diese Nachfrage führt zu einer direkten Konkurrenz um dieselben knappen Ressourcen, die auch für die Herstellung von Gaming-Grafikkarten benötigt werden.
Hintergrund: Warum GPUs für KI so wichtig sind
Grafikprozessoren (GPUs) sind aufgrund ihrer Architektur, die Tausende von Rechenkernen umfasst, ideal für parallele Berechnungen. Diese Fähigkeit ist entscheidend für das Training von Deep-Learning-Modellen, die das Herzstück moderner KI-Systeme bilden. Die Nachfrage von Rechenzentren und KI-Forschungsunternehmen übersteigt oft das verfügbare Angebot, was die Preise für die zugrundeliegende Hardware in die Höhe treibt.
Ein weiterer entscheidender Faktor sind die Kosten für den Arbeitsspeicher. Experten gehen davon aus, dass die Preise für DRAM bis zum zweiten Quartal 2026 um bis zu 40 % steigen könnten. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Produktionskosten von Grafikkarten.
Kostenfaktor Arbeitsspeicher
Der Arbeitsspeicher (DRAM) kann bereits heute bis zu 80 % der gesamten Materialkosten (Bill of Materials, BOM) einer durchschnittlichen Grafikkarte ausmachen. Eine Verteuerung dieses zentralen Bauteils schlägt sich daher fast direkt auf den Endpreis für Verbraucher nieder.
Diese Kombination aus hoher Nachfrage durch die KI-Branche und steigenden Komponentenkosten schafft einen perfekten Sturm, der die Preise für Gaming-Hardware in bisher unerreichte Höhen treiben könnte.
Auswirkungen auf Gamer und den gesamten Hardware-Markt
Die Konsequenzen einer solchen Preisentwicklung wären für die Gaming-Community weitreichend. Eine RTX 5090 für 5.000 US-Dollar wäre kein Konsumgut mehr, sondern eine Investition, die sich nur professionelle Anwender oder sehr wohlhabende Enthusiasten leisten könnten.
Mögliche Folgen für den Markt umfassen:
- Längere Upgrade-Zyklen: Viele Spieler dürften ihre aktuelle Hardware deutlich länger behalten, anstatt regelmäßig aufzurüsten. Modelle wie die RTX 40-Serie oder die RX 7000-Serie könnten auf dem Gebrauchtmarkt an Wert gewinnen.
- Wachstum von Cloud-Gaming: Dienste wie NVIDIA GeForce NOW oder der Xbox Cloud Gaming Service könnten attraktiver werden, da sie den Zugang zu High-End-Gaming ohne teure Hardware-Anschaffung ermöglichen.
- Stärkere Fokussierung auf Konsolen: Spielkonsolen wie die PlayStation 5 und die Xbox Series X/S könnten als kostengünstigere Alternative zum PC-Gaming weiter an Boden gewinnen.
- Verzögerungen bei neuer Hardware: Die Instabilität im Speichermarkt und die allgemeine Komponentenknappheit könnten sich auch auf die Einführung neuer Konsolengenerationen oder anderer Hardware-Produkte auswirken.
Einige Hersteller reagieren bereits auf die sich ändernden Marktbedingungen. So hat ASUS angekündigt, die Preise für seine Hardware ab Anfang Januar 2026 zu erhöhen, gleichzeitig aber die Produktion von günstigeren DDR4-Mainboards wieder hochzufahren, um eine preisbewusstere Käuferschicht zu bedienen.
Eine unsichere Zukunft für PC-Spieler
Die aktuellen Gerüchte malen ein düsteres Bild für die Zukunft des PC-Gamings. Sollten sich die Preisprognosen bewahrheiten, steht der Markt vor einer Zerreißprobe. Die Kluft zwischen dem, was technologisch möglich ist, und dem, was für den durchschnittlichen Verbraucher finanziell erreichbar ist, würde sich dramatisch vergrößern.
Es bleibt abzuwarten, ob es sich bei der prognostizierten Preisentwicklung um eine vorübergehende Blase handelt, die durch den aktuellen KI-Hype angetrieben wird, oder um eine dauerhafte Neuordnung des Marktes, bei der Gaming-Hardware zu einem Nebenprodukt der KI-Industrie wird.
Für Spieler bedeutet dies, dass strategische Entscheidungen über zukünftige Hardware-Käufe wichtiger denn je werden. Die Anschaffung einer aktuellen High-End-Karte könnte sich als langfristig kluge Investition erweisen, bevor die Preise möglicherweise endgültig außer Reichweite geraten.





