Sony hat offiziell bestätigt, dass die PlayStation 5 Pro eine neue, fortschrittliche Upscaling-Technologie namens PlayStation Spectral Super Resolution (PSSR) nutzt. Das Spiel „Resident Evil Requiem“ ist der erste Titel, der diese zweite Generation von PSSR einsetzt und damit einen Einblick in die grafische Zukunft der Konsole gibt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die neue PSSR-Version basiert auf der FSR4-Technologie von AMD und nutzt maschinelles Lernen.
- In „Resident Evil Requiem“ skaliert PSSR eine Auflösung von knapp über 1080p auf stabile 4K bei 60 FPS hoch.
- Ein neues systemweites Feature könnte die Grafik älterer PS5-Pro-Spiele ohne Entwickler-Patch verbessern.
- Erste Vergleiche zeigen, dass die Bildqualität mit führenden PC-Technologien wie DLSS und FSR4 konkurrieren kann.
Ein Quantensprung für die Grafik der PS5 Pro
Die Leistungsfähigkeit der PlayStation 5 Pro wird maßgeblich von ihrer Upscaling-Technologie bestimmt. Mit der zweiten Generation von PlayStation Spectral Super Resolution (PSSR) scheint Sony einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht zu haben. Die neue Technologie, die auf AMDs FSR4 basiert, wurde nun erstmals im Spiel „Resident Evil Requiem“ eingesetzt.
Die Hauptaufgabe von PSSR ist es, ein Bild mit niedrigerer Auflösung intelligent auf eine höhere Auflösung hochzurechnen. Im Fall von „Resident Evil Requiem“ wird im Ray-Tracing-Modus eine native Auflösung von etwas über 1080p als Basis genommen und auf ein scharfes 4K-Bild mit 60 Bildern pro Sekunde hochskaliert. Dies ermöglicht eine flüssige Darstellung bei gleichzeitig hoher visueller Detailtreue.
Von den Problemen der ersten Generation gelernt
Die erste Version von PSSR zeigte in einigen Spielen Schwächen. Insbesondere bei der Darstellung von feinen Details wie Laub, bei schnellen Bewegungen oder in Szenen mit Ray-Tracing kam es zu sichtbaren Artefakten und Bildrauschen. Titel wie „Silent Hill f“ litten unter instabiler Beleuchtung und unsauberen Reflexionen.
Die neue, auf maschinellem Lernen basierende PSSR-Version scheint diese Kinderkrankheiten überwunden zu haben. Die Bildqualität in „Resident Evil Requiem“ ist überzeugend. Feine Details, wie Nähte an der Kleidung von Charakteren oder kleine Schriftzüge auf Schildern in der Umgebung, werden klar und deutlich dargestellt.
Fakten im Überblick
- Basis-Technologie: AMD FSR4
- Eingangsauflösung (RE Requiem): Etwas über 1080p
- Zielauflösung (RE Requiem): 4K bei 60 FPS
- Methode: Maschinelles Lernen
Der direkte Vergleich mit PC-Technologien
Um die Leistungsfähigkeit der neuen PSSR-Technologie einzuordnen, ist ein Vergleich mit etablierten Upscalern aus der PC-Welt wie Nvidias DLSS und AMDs FSR unerlässlich. Erste Analysen zeigen, dass Sonys Lösung hier durchaus mithalten kann, aber auch eigene Stärken und Schwächen besitzt.
In vielen Szenarien liefert PSSR ein Bild, das in puncto Schärfe und Detailreichtum mit DLSS 4.5 und FSR4 vergleichbar ist. Die Kanten sind klar definiert, und das Gesamtbild wirkt wie eine native 4K-Darstellung. Besonders positiv fällt auf, dass PSSR in „Resident Evil Requiem“ sogenanntes Ghosting – leichte Schlieren bei sich bewegenden Objekten – vollständig vermeidet, ein Problem, das bei anderen Upscalern gelegentlich auftreten kann.
Die Bildqualität präsentiert sich als legitimer, hochwertiger 4K-Output bei 60fps und erfüllt damit das ursprüngliche Versprechen von PSSR.
Wo es noch Unterschiede gibt
Trotz der beeindruckenden Leistung gibt es Bereiche, in denen die PC-Pendants leichte Vorteile haben. Bei sehr schnellen Bewegungen kann es mit PSSR zu etwas mehr Aliasing (Treppchenbildung an Kanten) kommen. Auch bei der Darstellung von weit entfernten Objekten oder komplexen geometrischen Mustern wie Maschendrahtzäunen können DLSS und FSR4 teilweise noch mehr Details bewahren.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Unterschiede oft nur bei genauer Betrachtung aus nächster Nähe auffallen. Für das typische Spielerlebnis im Wohnzimmer, mit einigem Abstand zum Fernseher, liefert die neue PSSR-Version eine durchweg exzellente Bildqualität, die einen deutlichen Fortschritt gegenüber der Vorgängerversion darstellt.
Kontext: Upscaling im Wohnzimmer vs. am Schreibtisch
PC-Spieler sitzen typischerweise sehr nah vor ihrem Monitor, wodurch Bildfehler schneller auffallen. Konsolen-Upscaler wie PSSR sind für den Einsatz im Wohnzimmer optimiert, wo der Betrachtungsabstand größer ist. Kleinere Unregelmäßigkeiten fallen hier weniger ins Gewicht, während die Gesamtstabilität und Bildschärfe im Vordergrund stehen.
Ein vielversprechendes Feature für die gesamte Spielebibliothek
Eine der spannendsten Neuerungen, die mit der verbesserten PSSR-Technologie einhergeht, ist eine systemweite Einstellungsmöglichkeit. In den Konsolenoptionen wird es einen Schalter mit der Bezeichnung „PSSR-Bildqualität verbessern“ geben. Diese Funktion könnte es Spielern ermöglichen, die neue, überlegene Upscaling-Methode auch in älteren Spielen zu aktivieren, die ursprünglich nur für die erste PSSR-Version optimiert wurden.
Sollte diese Funktion wie erwartet funktionieren, wäre dies ein enormer Mehrwert für Besitzer einer PS5 Pro. Spiele, die bei ihrer Veröffentlichung unter einer suboptimalen PSSR-Implementierung litten, könnten nachträglich von einer deutlich besseren Bildqualität profitieren, ohne dass die Entwickler einen Patch veröffentlichen müssen. Dies würde die grafische Qualität eines großen Teils der bestehenden Spielebibliothek auf einen Schlag verbessern.
Offene Fragen und Ausblick
Obwohl die ersten Eindrücke aus „Resident Evil Requiem“ sehr positiv sind, bleiben einige Fragen offen. Es muss sich noch zeigen, wie gut PSSR mit Spielen skaliert, deren native Auflösung deutlich unter 1080p liegt. Zudem ist die Leistung in anderen Genres, beispielsweise in hellen, weitläufigen Open-World-Spielen, noch zu bewerten, da die düstere Atmosphäre eines Horrorspiels Bildfehler tendenziell eher kaschiert.
Dennoch ist der Start der neuen PSSR-Generation ein starkes Signal. Sony hat eine Technologie entwickelt, die 4K-Gaming bei hohen Bildraten auf der Konsole Realität werden lässt und dabei qualitativ mit den besten Lösungen auf dem Markt mithalten kann. Die Möglichkeit, diese Verbesserung potenziell auf die gesamte Spielebibliothek auszuweiten, macht die PS5 Pro zu einer noch attraktiveren Plattform für anspruchsvolle Spieler.





