Der Gaming-Konzern Valve hat eine Verzögerung für seine mit Spannung erwartete Steam Machine und das Steam Frame VR-Headset bestätigt. Als Grund nennt das Unternehmen die anhaltende globale Knappheit und die damit verbundenen Preissteigerungen bei Arbeitsspeicher (RAM) und Speicherchips, die maßgeblich durch den hohen Bedarf der KI-Industrie verursacht werden.
Statt eines konkreten Veröffentlichungstermins und fester Preise peilt Valve nun eine Markteinführung „in der ersten Hälfte des Jahres“ an, ohne sich jedoch auf ein genaues Datum festzulegen. Diese Unsicherheit betrifft auch den neuen Steam Controller.
Das Wichtigste in Kürze
- Valve bestätigt offiziell die Verzögerung der Steam Machine und des Steam Frame VR-Headsets.
- Hauptursache ist die globale Knappheit und Preisexplosion bei RAM und Speicherchips.
- Die hohe Nachfrage aus der KI-Branche verschärft die Lieferengpässe.
- Ein fester Preis und ein genaues Erscheinungsdatum können derzeit nicht genannt werden.
- Die Veröffentlichung wird nun vage für die erste Jahreshälfte 2026 angestrebt.
Offizielle Ankündigung von Valve
In einer aktuellen Mitteilung an die Öffentlichkeit räumte Valve die Schwierigkeiten ein, die sich aus der angespannten Marktlage ergeben. Das Unternehmen erklärte, dass die Pläne, bis jetzt konkrete Preise und Termine zu nennen, durchkreuzt wurden. Die Situation habe sich seit der ursprünglichen Ankündigung der Produkte im November 2025 deutlich verschärft.
„Die Speicher- und Speicherknappheit, von der Sie wahrscheinlich in der gesamten Branche gehört haben, hat sich seitdem rapide verschärft“, heißt es in der Erklärung von Valve. Diese Entwicklung zwinge das Unternehmen, seine ursprünglichen Pläne für Preise und Liefertermine zu überdenken.
„Die begrenzte Verfügbarkeit und die steigenden Preise dieser kritischen Komponenten bedeuten, dass wir unseren genauen Lieferplan und unsere Preisgestaltung (insbesondere für die Steam Machine und das Steam Frame) neu bewerten müssen.“
Valve hält an dem Ziel fest, die Produkte in der ersten Jahreshälfte 2026 auf den Markt zu bringen, betont aber die Notwendigkeit, erst dann verbindliche Ankündigungen zu machen, wenn sich die Lieferketten stabilisiert haben.
Der KI-Boom als Preistreiber
Die aktuelle Krise auf dem Halbleitermarkt ist kein isoliertes Problem der Gaming-Branche. Experten sehen den Hauptgrund in dem enormen Bedarf der künstlichen Intelligenz. Große Technologieunternehmen kaufen massiv Hochleistungsspeicher für ihre Rechenzentren und KI-Modelle auf, was zu einer Verknappung für andere Sektoren führt.
Auswirkungen auf die gesamte Branche
Die Knappheit betrifft nicht nur Arbeitsspeicher und SSDs. Auch die Preise für Grafikkarten, die ebenfalls auf schnelle Speicherchips angewiesen sind, steigen spürbar. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Herstellungskosten von Spielekonsolen, PCs und VR-Headsets.
Für Valve bedeutet dies, dass die Kalkulation für die Steam Machine, die als preislich konkurrenzfähiger Gaming-PC positioniert werden soll, derzeit unmöglich ist. Die Preise für die benötigten Komponenten schwanken stark, was eine stabile Preisgestaltung für den Endkunden verhindert.
Unsicherheit für Spieler und Bastler
Für Gaming-Enthusiasten, die auf die neue Hardware von Valve gewartet haben, bedeutet die Verzögerung eine längere Wartezeit und vor allem Ungewissheit über den finalen Preis. Valve hatte stets kommuniziert, dass die Steam Machine preislich mit einem vergleichbar ausgestatteten PC mithalten soll. Angesichts der steigenden Komponentenpreise könnte das Endprodukt teurer ausfallen als ursprünglich erhofft.
Auch die Community der Heimwerker, die bereits eigene „Steam Machines“ auf Basis von PC-Hardware und dem Betriebssystem SteamOS bauen, ist indirekt betroffen. Zwar sind sie nicht von Valves Produktionsplänen abhängig, spüren aber ebenfalls die hohen Preise für RAM und Grafikkarten.
Hintergrund: SteamOS auf eigener Hardware
Einige technisch versierte Nutzer installieren SteamOS bereits auf selbst zusammengestellten PCs. Dabei traten in der Vergangenheit Leistungsprobleme auf, insbesondere bei Grafikkarten mit 8 GB Videospeicher. Spiele liefen oft langsamer als unter Windows. Valve hat bestätigt, an diesen Problemen zu arbeiten.
Software-Optimierung als Trostpflaster
Trotz der schlechten Nachrichten bezüglich der Hardware gibt es auch positive Entwicklungen. Valve nutzt die gewonnene Zeit, um die Software und die Treiber für SteamOS weiter zu optimieren. Diese Verbesserungen sollen die Leistung erheblich steigern und einige der bisherigen Schwächen ausgleichen.
Konkret arbeitet das Unternehmen an folgenden Punkten:
- Verbessertes Upscaling: Technologien wie FSR oder XeSS sollen besser integriert werden, um höhere Bildraten bei guter Bildqualität zu ermöglichen.
- Optimierung der Ray-Tracing-Leistung: Die aufwendige Lichtberechnung soll direkt im Treiber verbessert werden, um die Leistung zu steigern.
- Besseres Speichermanagement: Insbesondere die Probleme mit Grafikkarten mit weniger VRAM sollen durch eine effizientere Speicherverwaltung behoben werden.
Diese Software-Fortschritte werden nicht nur der offiziellen Steam Machine zugutekommen, sondern auch allen Nutzern, die SteamOS auf ihrer eigenen Hardware einsetzen. Sobald diese Updates veröffentlicht werden, könnten auch selbstgebaute Systeme einen deutlichen Leistungsschub erfahren. Die Verzögerung der Hardware könnte sich somit langfristig als Vorteil für die Software-Plattform erweisen.





