Amazon hat seinen KI-gestützten Sprachassistenten Alexa+ nach einer langen Testphase offiziell in den USA eingeführt. Der verbesserte Dienst steht ab sofort allen Prime-Mitgliedern ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung und bringt generative künstliche Intelligenz auf Millionen von Geräten.
Die neue Version, die seit vergangenem Jahr getestet wurde, ermöglicht natürlichere Gespräche und kann komplexere Aufgaben erledigen als ihr Vorgänger. Für Nutzer ohne Prime-Abonnement gibt es eine eingeschränkte kostenlose Version oder ein separates Abonnement.
Das Wichtigste in Kürze
- Alexa+, die neue KI-Version von Amazons Sprachassistent, ist in den USA allgemein verfügbar.
- Für Amazon Prime-Mitglieder ist die Nutzung von Alexa+ vollständig kostenlos.
- Der Dienst bietet erweiterte Funktionen durch generative KI, wie natürliche Dialoge und komplexe Aufgabenplanung.
- Nutzerfeedback aus der Beta-Phase führte zu Anpassungen bei der Gesprächigkeit und der Stimme des Assistenten.
Was Alexa+ von der bisherigen Version unterscheidet
Amazon rüstet seinen bekannten Sprachassistenten mit generativer künstlicher Intelligenz auf. Im Gegensatz zur klassischen Alexa, die hauptsächlich für einfache Befehle wie das Einstellen eines Timers oder die Wetterabfrage genutzt wurde, soll Alexa+ in der Lage sein, flüssige und kontextbezogene Unterhaltungen zu führen. Nutzer können Folgefragen stellen, ohne den Aktivierungsbefehl wiederholen zu müssen.
Die neue Technologie ist "modell-agnostisch", was bedeutet, dass sie auf einer Kombination aus Amazons eigenen KI-Modellen und denen anderer Unternehmen basiert. Dies ermöglicht es dem System, für jede Aufgabe die am besten geeignete Technologie zu nutzen. Zu den neuen Fähigkeiten gehören die Planung von Reiserouten, das Aktualisieren von gemeinsamen Kalendern, das Finden und Speichern von Rezepten oder die Hilfe bei Hausaufgaben.
Integrationen erweitern den Funktionsumfang
Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Alexa-Erfahrung sind Integrationen mit Diensten von Drittanbietern. Durch Partnerschaften mit Unternehmen wie Ticketmaster, Uber, OpenTable und Expedia kann Alexa+ direkt Aktionen ausführen. Dazu gehören das Buchen einer Tischreservierung, die Bestellung einer Fahrt oder die Planung von Terminen, ohne dass der Nutzer die jeweilige App öffnen muss.
Ein neues Angebot für Millionen von Nutzern
Die wichtigste Neuerung für Verbraucher ist die Preisgestaltung. Amazon hat entschieden, Alexa+ als festen Bestandteil in das Prime-Abonnement zu integrieren. Für Prime-Kunden in den USA entstehen keine zusätzlichen Kosten. Daniel Rausch, Vizepräsident für Alexa und Echo bei Amazon, erklärte, dass dies einem bezahlten Premium-Zugang entspricht, der nun im Prime-Paket enthalten ist.
Personen ohne Prime-Mitgliedschaft können den Dienst ebenfalls nutzen. Eine kostenlose Version steht über die Alexa-Webseite und die mobile App zur Verfügung, allerdings mit gewissen Nutzungsgrenzen, die vor allem zur Vermeidung von Missbrauch dienen sollen. Wer den vollen Funktionsumfang ohne Prime wünscht, kann ein eigenständiges Abonnement für 19,99 US-Dollar pro Monat abschließen, ein Preis, der sich an anderen KI-Diensten wie ChatGPT Plus orientiert.
Nutzungsdaten zeigen hohes Engagement
Während der Beta-Phase verzeichnete Amazon positive Trends bei der Nutzung von Alexa+. Im Vergleich zur klassischen Version stieg die Anzahl der Musik-Streams um 25 %. Die Interaktion mit Funktionen wie der Rezeptsuche verfünffachte sich sogar. Insgesamt führten Nutzer zwei- bis dreimal mehr Gespräche mit der neuen KI-Version.
Anpassungen nach Nutzerfeedback
Die einjährige Testphase diente nicht nur der technischen Erprobung, sondern auch dem Sammeln von Nutzerfeedback. Einige Tester empfanden die neue Alexa als zu gesprächig oder bemängelten, dass sie sich zu unpassenden Zeitpunkten einschaltete. Auch die neue, KI-generierte Stimme stieß nicht bei allen auf Anklang.
Amazon hat auf diese Rückmeldungen reagiert. Um unerwünschte Aktivierungen zu reduzieren, fragt der Assistent nun bei Unsicherheit nach: „War das für mich?“. Zudem wurde der Einführungsprozess überarbeitet, um den Nutzern zu erklären, wie sie die Stimme ändern können. Die ursprüngliche, bekannte Alexa-Stimme ist weiterhin als Option verfügbar, wurde aber ebenfalls mit KI verbessert, um eine natürlichere Sprachmelodie zu erzeugen.
„Wir haben sie ihre neue Version ihrer alten Stimme verwenden und dann wieder zurückwechseln lassen, nur um es den Kunden zu zeigen“, beschrieb Rausch die Anpassungen während der Einführung.
Nutzer behalten weiterhin die Kontrolle über die Funktionen. Wer den „Follow-on“-Modus, bei dem Alexa nach einer Antwort weiter zuhört, nicht mag, kann diesen in den Einstellungen deaktivieren. Auch die Möglichkeit, zur älteren Alexa-Version zurückzukehren, besteht vorerst weiterhin. Laut Amazon liegt die Zahl der Nutzer, die diese Option wählen, im niedrigen einstelligen Prozentbereich, was auf eine hohe Akzeptanz der neuen Version hindeutet.
Verfügbarkeit und Ausblick
Die Einführung von Alexa+ beschränkt sich zunächst auf den US-Markt. Der Dienst ist auf allen Alexa-fähigen Geräten verfügbar, darunter Echo-Produkte, Fire TV, die mobile App sowie Geräte von Partnern wie Samsung und Bose. Wann eine internationale Einführung, insbesondere in Deutschland, geplant ist, hat Amazon noch nicht bekannt gegeben.
Die Weiterentwicklung des Assistenten bleibt ein zentrales Thema. Auf die Frage, ob Nutzer künftig auch die Persönlichkeit von Alexa anpassen können – eine Funktion, die bei anderen KI-Chatbots bereits existiert – antwortete Rausch lediglich: „Bleiben Sie dran.“ Dies deutet darauf hin, dass Amazon plant, die Personalisierungsmöglichkeiten seines KI-Assistenten in Zukunft weiter auszubauen.





