Ein europäischer Händler hat möglicherweise versehentlich die Preise für Valves kommende Steam Machine enthüllt. Die im Quellcode einer tschechischen Webseite entdeckten Informationen deuten darauf hin, dass die neue Hybridkonsole deutlich teurer sein könnte als aktuelle Konsolen von Sony und Microsoft.
Die aufgetauchten Preise werfen ein Licht auf Valves Strategie in einem angespannten Marktumfeld, das von steigenden Komponentenpreisen und dem wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz auf die Lieferketten geprägt ist.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein tschechischer Händler hat möglicherweise Preise für die kommende Steam Machine von Valve veröffentlicht.
- Die Preise für die 512-GB- und 2-TB-Modelle könnten bei umgerechnet 950 USD bzw. 1.070 USD liegen.
- Selbst nach Abzug eines möglichen Händleraufschlags wären die Preise mit über 800 USD immer noch sehr hoch.
- Die globale Verknappung von RAM und Halbleitern, angetrieben durch die KI-Industrie, könnte die hohen Kosten erklären.
- Offizielle Preisangaben oder ein Veröffentlichungsdatum von Valve stehen noch aus.
Ein unerwarteter Blick auf die Preisgestaltung
Seit der Ankündigung der Steam Machine und des Steam Frame VR-Headsets im November 2025 hat Valve sich zu den Preisen bedeckt gehalten. Nun scheint ein Fund auf der Webseite des tschechischen Händlers Smarty, einem autorisierten Verkäufer von Valve-Produkten, erste Hinweise zu liefern. Während auf der sichtbaren Webseite keine Preise angezeigt werden, führte eine Untersuchung des Quellcodes zu einer interessanten Entdeckung.
Im Code wurden zwei Preisangaben gefunden: 19.826 tschechische Kronen für das Modell mit 512 GB Speicher und 22.306 Kronen für die 2-TB-Version. Umgerechnet entsprechen diese Beträge etwa 950 US-Dollar und 1.070 US-Dollar. Diese Zahlen sorgten in der Gaming-Community umgehend für Diskussionen.
Es ist jedoch wichtig, diese Informationen mit Vorsicht zu genießen. Es wird angenommen, dass der Händler Smarty einen Aufschlag von rund 17 % auf seine Produkte erhebt. Rechnet man diesen Aufschlag heraus, könnten die Basispreise näher bei 814 US-Dollar (512 GB) und 916 US-Dollar (2 TB) liegen. Dennoch bleiben diese potenziellen Preise auf einem sehr hohen Niveau.
Interne Schätzung oder echter Leak?
Es besteht die Möglichkeit, dass es sich bei den gefundenen Zahlen lediglich um interne Platzhalter oder Schätzungen des Händlers handelt. Unternehmen bereiten ihre Webseiten oft lange vor einer offiziellen Produkteinführung vor und verwenden dabei vorläufige Daten. Bis zu einer offiziellen Bestätigung durch Valve bleibt die genaue Preisgestaltung unklar.
Valve und der Direktvertrieb
Ein weiterer Faktor, der die Endpreise beeinflussen könnte, ist Valves Vertriebsmodell. Das Unternehmen verkauft seine Hardware wie das Steam Deck OLED oft direkt an die Kunden. Produkte, die über Drittanbieter verkauft werden, sind häufig teurer. Das Steam Deck OLED kostet beispielsweise bei Valve direkt 649 US-Dollar, während es bei anderen Händlern fast 200 US-Dollar mehr kosten kann. Ein Direktverkauf der Steam Machine könnte also zu niedrigeren Preisen führen als die jetzt geleakten Zahlen vermuten lassen.
Vergleich mit dem aktuellen Konsolenmarkt
Sollten sich die durchgesickerten Preise bewahrheiten, würde sich die Steam Machine deutlich über den aktuellen Konsolen von Sony und Microsoft positionieren. Selbst die teuersten Varianten der PlayStation 5 Pro und der Xbox Series X liegen derzeit unter 800 US-Dollar. Die Standardmodelle mit 1 TB Speicher sind bereits für 499 US-Dollar (PS5) bzw. 649 US-Dollar (Xbox Series X) erhältlich.
Diese Preisdifferenz würde die Steam Machine in einem Segment positionieren, das zwischen High-End-Konsolen und Gaming-PCs angesiedelt ist. Die Frage wird sein, ob die Leistung und die Funktionen des Geräts einen solchen Preisaufschlag rechtfertigen können. Valve zielt vermutlich auf eine Nische von Spielern ab, die die Flexibilität eines PCs im Formfaktor einer Konsole suchen.
Preisübersicht im Vergleich
- Steam Machine (Leak, 512 GB): ~950 USD
- Steam Machine (Leak, 2 TB): ~1.070 USD
- PlayStation 5 Pro (teuerste Variante): unter 800 USD
- Xbox Series X (teuerste Variante): unter 800 USD
- PlayStation 5 (Standard): 499 USD
- Xbox Series X (Standard): 649 USD
Globale Technologietrends als Preistreiber
Ein hoher Preis für die Steam Machine wäre keine Überraschung, wenn man die aktuellen Entwicklungen auf dem globalen Technologiemarkt betrachtet. Eine der größten Herausforderungen ist die sogenannte „RAM-Krise“, die durch den enormen Bedarf der KI-Industrie an Arbeitsspeicher ausgelöst wurde.
Große Technologieunternehmen investieren massiv in KI-Modelle, die riesige Mengen an Hochleistungs-RAM benötigen. Diese Nachfrage treibt die Preise für Speicherchips in die Höhe, was sich auf die Produktionskosten von Laptops, Smartphones und auch Spielkonsolen auswirkt. Die Verknappung von Halbleitern verschärft die Situation zusätzlich.
Experten warnen vor steigenden Preisen
Auf der Technologiemesse CES 2026 räumten Führungskräfte von Samsung bereits ein, dass die Preise für Endgeräte aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleitern steigen werden. Analysten gehen davon aus, dass sich diese angespannte Lage auf dem Speichermarkt möglicherweise erst im Laufe des Jahres 2027 entspannen wird. Wenn Valve die Steam Machine in diesem Zeitraum auf den Markt bringt, wird der Preis unweigerlich die hohen Komponentenkosten widerspiegeln.
Für die Verbraucher bedeutet dies, dass sie sich in naher Zukunft auf allgemein höhere Preise für technologische Geräte einstellen müssen. Die Zeiten günstiger Hardware könnten vorerst vorbei sein, da die Nachfrage nach leistungsstarken Komponenten das Angebot übersteigt.
Was bedeutet das für die Zukunft des PC-Gamings im Wohnzimmer?
Die Steam Machine ist nicht Valves erster Versuch, das PC-Gaming ins Wohnzimmer zu bringen. Die ursprünglichen Steam Machines, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Herstellern entwickelt wurden, konnten sich nicht durchsetzen. Mit dem Erfolg des Steam Deck und des darauf laufenden Betriebssystems SteamOS hat Valve jedoch eine starke Grundlage geschaffen.
Die neue Steam Machine könnte als eine leistungsstärkere, stationäre Version des Steam Deck konzipiert sein. Sie richtet sich an Spieler, die ihre umfangreiche Steam-Bibliothek bequem auf dem Fernseher genießen möchten, ohne die Komplexität eines traditionellen Gaming-PCs. Der hohe Preis könnte jedoch eine erhebliche Hürde darstellen und die Zielgruppe auf Enthusiasten beschränken.
Bisher gibt es weder ein offizielles Veröffentlichungsdatum für die Steam Machine noch für das Steam Frame VR-Headset. Die Gaming-Welt wartet gespannt auf weitere Informationen von Valve, um zu sehen, wie das Unternehmen seine neue Hardware im hart umkämpften Markt positionieren wird.





