Neue Berichte aus der asiatischen Lieferkette deuten darauf hin, dass NVIDIA eine erhebliche Reduzierung der Produktion seiner GeForce RTX 50 Grafikkartenserie für die erste Hälfte des Jahres 2026 plant. Die mögliche Kürzung könnte das Angebot um bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verringern und hätte weitreichende Folgen für die Verfügbarkeit und Preisgestaltung für PC-Spieler.
Als Hauptgrund für diese strategische Anpassung wird eine anhaltende und weitreichende Knappheit bei Speicherkomponenten genannt, die nicht nur den spezialisierten Grafikspeicher, sondern auch gängige System-RAM-Module betrifft. Dies zwingt Hersteller zu einer Neubewertung ihrer Produktionsziele.
Die wichtigsten Punkte
- NVIDIA könnte die GPU-Produktion der RTX 50-Serie im ersten Halbjahr 2026 um 30-40% drosseln.
- Die Kürzungen betreffen voraussichtlich zuerst die Mittelklassemodelle wie die GeForce RTX 5070 Ti und RTX 5060 Ti.
- Hauptursache ist eine branchenweite Knappheit bei Speicherkomponenten, einschließlich GDDR7 und DDR5.
- Die Entscheidung spiegelt auch eine Anpassung an veränderte Marktbedingungen im PC-DIY-Sektor wider.
Berichte über geplante Produktionsdrosselung
Informationen aus Zuliefererkreisen, die in Asien zirkulieren, zeichnen ein klares Bild: NVIDIA bereitet sich möglicherweise auf eine signifikante Drosselung der Produktion für seine „Blackwell“ GPU-Architektur vor. Konkret ist von einer Reduzierung um 30 bis 40 Prozent in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 die Rede, verglichen mit der Produktionsmenge im gleichen Zeitraum 2025.
Obwohl diese Informationen noch nicht offiziell von NVIDIA bestätigt wurden, stammen sie aus Quellen, die in der Vergangenheit eine hohe Zuverlässigkeit bewiesen haben. Die Berichte deuten darauf hin, dass es sich nicht um ein regionales, sondern um ein globales strategisches Manöver handeln könnte.
Diese potenzielle Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die gesamte Halbleiterindustrie mit Lieferengpässen zu kämpfen hat. Bereits vor einem Monat gab es ähnliche Signale von AMD und NVIDIA, die Produktionskürzungen in Erwägung zogen, während Partner wie ASUS ihre Pläne für neue Mainboards verlangsamten.
Mittelklasse-Grafikkarten im Fokus der Kürzungen
Die ersten Anpassungen sollen nicht die gesamte Produktpalette gleichmäßig treffen. Stattdessen konzentrieren sich die Maßnahmen offenbar auf die Grafikkarten, die für das mittlere Preissegment und damit für die breite Masse der PC-Spieler am wichtigsten sind.
Namentlich genannt werden die Modelle GeForce RTX 5070 Ti und GeForce RTX 5060 Ti mit 16 GB GDDR7-Speicher. Diese Karten gelten traditionell als die „Sweet Spot“-Modelle, die ein ausgewogenes Verhältnis von Preis und Leistung bieten. Eine Verknappung in diesem Segment würde den Markt besonders empfindlich treffen.
Zahlen im Überblick
- 30-40%: Mögliche Reduzierung der RTX 50 GPU-Produktion in H1 2026.
- 2 Modelle: Die RTX 5070 Ti und RTX 5060 Ti werden als erste Kandidaten für Lieferanpassungen genannt.
- 7,5%: Der Anteil des „Gaming and AI PC“-Sektors am Gesamtumsatz von NVIDIA im letzten Quartalsbericht, was die relative Bedeutung des Gaming-Marktes für den Konzern zeigt.
Die Ursachen: Mehr als nur ein GPU-Problem
Die Gründe für die geplante Drosselung sind vielschichtig und gehen über die reine GPU-Fertigung hinaus. Das zentrale Problem ist eine branchenweite Knappheit bei wichtigen Speicherkomponenten. Dies betrifft nicht nur den hochmodernen GDDR7-Videospeicher, der in den neuen Grafikkarten zum Einsatz kommt, sondern auch ältere Standards wie GDDR6 sowie Systemarbeitsspeicher wie DDR5 und DDR4.
Der enorme Bedarf der Rechenzentren und des KI-Sektors an Hochleistungsspeicher entzieht dem Consumer-Markt wertvolle Produktionskapazitäten. Da Unternehmen im KI-Bereich bereit sind, deutlich höhere Preise für Speicherchips zu zahlen, priorisieren die Hersteller diesen lukrativeren Markt.
Der Einfluss des KI-Booms
NVIDIAs Geschäft hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Während der Gaming-Bereich einst das Kerngeschäft war, dominieren heute die Verkäufe von KI-Beschleunigern für Rechenzentren die Bilanzen. Im letzten Quartalsbericht machte der Gaming-Sektor nur noch etwa 7,5% des Gesamtumsatzes von 57 Milliarden US-Dollar aus. Diese Verschiebung bedeutet, dass Produktionsentscheidungen zunehmend von den Anforderungen des KI-Marktes und weniger von den Bedürfnissen der Gamer beeinflusst werden.
Zusätzlich zu den Speicherengpässen spielen auch die allgemeinen Marktbedingungen eine Rolle. Berichte über um bis zu 50% gesunkene Mainboard-Verkäufe deuten auf eine Abkühlung im PC-Selbstbaumarkt (DIY) hin. Für NVIDIA wäre es wirtschaftlich unklug, den Markt mit Grafikkarten zu fluten, wenn gleichzeitig weniger komplette PCs gebaut werden.
Was bedeutet das für Spieler und den PC-Markt?
Sollten sich diese Berichte bewahrheiten, hätte dies direkte Auswirkungen auf Verbraucher. Eine künstliche Verknappung des Angebots bei gleichzeitig stabiler oder steigender Nachfrage führt in der Regel zu einem Ergebnis: höheren Preisen.
Käufer, die auf ein Upgrade zur RTX 50-Serie hoffen, könnten sich längeren Wartezeiten und Preisen gegenübersehen, die über der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers liegen. Besonders die beliebten Mittelklasse-Modelle könnten schwer zu bekommen sein.
„Wenn die Preise für Speicher vervierfachen und SSDs sich verdoppeln, wird es nur sehr wenige Käufer für neue GPUs geben. Es ist also besser, eine Knappheit für diejenigen zu schaffen, die eine neue Karte brauchen, und sie dafür bezahlen zu lassen.“
Diese Einschätzung aus Branchenkreisen verdeutlicht die mögliche Strategie. Es geht darum, das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage so zu steuern, dass die Gewinnmargen hoch bleiben, selbst wenn die Verkaufszahlen sinken.
Für viele Spieler könnte dies bedeuten, dass sie ihre aktuellen Grafikkarten der RTX 30- oder 40-Serie länger behalten müssen als geplant. Der Gebrauchtmarkt könnte dadurch ebenfalls an Bedeutung gewinnen, auch wenn die Flut an ehemaligen KI-Karten aus Rechenzentren unwahrscheinlich ist, da diese oft keine Videoausgänge besitzen und für Gaming ungeeignet sind.
Letztendlich könnte die geplante Produktionskürzung ein weiteres Zeichen dafür sein, dass der PC-Gaming-Markt für NVIDIA an strategischer Bedeutung verliert, während das Unternehmen seine Ressourcen auf den weitaus profitableren KI-Sektor konzentriert. Für Gamer brechen damit möglicherweise unsichere Zeiten an.





