Framework hat sein modulares Laptop 16 für das Jahr 2025 aktualisiert und liefert das lang erwartete Versprechen einer aufrüstbaren High-End-Grafikkarte. Das neue Modell kann mit einer Nvidia GeForce RTX 5070 ausgestattet werden, was einen erheblichen Leistungssprung bedeutet. Doch während die Kernidee der Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit konsequent weiterverfolgt wird, bleiben einige grundlegende Schwächen des Geräts bestehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Leistungsstarkes Grafik-Upgrade: Das neue, austauschbare Grafikmodul mit Nvidia GeForce RTX 5070 bietet eine deutliche Steigerung der Gaming- und Grafikleistung.
- Umfassende Modularität: Neben der GPU sind auch neue AMD Ryzen AI CPUs, Wi-Fi 7, ein verbessertes Kühlsystem und eine neue Webcam als separate Upgrades für bestehende Besitzer erhältlich.
- Anhaltende Schwächen: Probleme wie ein flexibles Gehäuse, knarzende Bauteile und Software-Instabilitäten trüben das Gesamtbild.
- Hoher Anpassungsgrad: Nutzer können weiterhin Anschlüsse, Tastatur und Trackpad nach eigenen Wünschen konfigurieren und austauschen.
Ein großer Sprung bei der Grafikleistung
Das zentrale Merkmal des aktualisierten Framework Laptop 16 ist zweifellos die Einführung des neuen Grafikmoduls. Mit der Nvidia GeForce RTX 5070 macht das Unternehmen einen entscheidenden Schritt und beweist, dass sein Konzept der modularen Bauweise auch bei leistungshungrigen Komponenten funktioniert. Bisher war die Idee einer vom Nutzer austauschbaren, dedizierten Grafikkarte in einem Laptop eher ein theoretisches Konzept.
Framework hat diese Vision nun Realität werden lassen. Der Leistungsschub im Vergleich zur bisherigen AMD-Radeon-Grafikkarte ist erheblich und positioniert das Laptop 16 erstmals als ernstzunehmende Option für anspruchsvolle Gamer und Kreativprofis. Die Möglichkeit, die GPU in Zukunft gegen noch leistungsfähigere Modelle auszutauschen, bleibt das Alleinstellungsmerkmal des Geräts.
Upgrade-Pfad für Bestandskunden
Ein zentraler Pfeiler der Unternehmensphilosophie von Framework ist die Langlebigkeit. Aus diesem Grund werden alle neuen Komponenten, einschließlich des RTX 5070-Moduls, auch separat verkauft. Besitzer des ursprünglichen Laptop 16 können ihr Gerät somit aufrüsten, ohne ein komplett neues kaufen zu müssen. Ein kleiner Haken: Um die G-Sync-Technologie der Nvidia-Karte nutzen zu können, ist zusätzlich der Kauf eines neuen Displays erforderlich.
Weitere Verbesserungen unter der Haube
Neben der neuen Grafikkarte hat Framework das Laptop 16 auch in anderen Bereichen modernisiert. Das Gerät ist nun mit den neuesten AMD Ryzen AI Prozessoren erhältlich, die eine verbesserte Effizienz und KI-gestützte Funktionen versprechen. Diese CPUs sind ebenfalls als Upgrade für ältere Modelle verfügbar.
Die Konnektivität wurde ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. Das Notebook unterstützt jetzt Wi-Fi 7, was höhere Geschwindigkeiten und geringere Latenzen in kompatiblen Netzwerken ermöglicht. Weitere Verbesserungen umfassen:
- Ein leistungsstärkeres USB-C-Netzteil
- Ein überarbeitetes Kühlsystem zur besseren Wärmeabfuhr
- Eine neue, verbesserte Webcam für klarere Videokonferenzen
Diese Detailverbesserungen zeigen, dass das Unternehmen nicht nur an die großen Leistungssprünge denkt, sondern auch die alltägliche Nutzungserfahrung kontinuierlich optimieren möchte.
Die Schattenseiten: Ein unfertiges Gefühl bleibt
Trotz der beeindruckenden technischen Fortschritte kämpft das Framework Laptop 16 weiterhin mit Problemen, die schon beim Vorgängermodell kritisiert wurden. Die Verarbeitungsqualität erreicht noch nicht das Niveau etablierter Hersteller. Das Gehäuse und insbesondere der Bildschirmdeckel weisen eine deutliche Flexibilität auf, was im Alltag einen weniger robusten Eindruck hinterlässt.
Software-Stabilität als Herausforderung
Während der Testphase traten wiederholt Systemabstürze, bekannt als Blue Screens of Death (BSOD), auf. Diese Instabilität deutet auf ungelöste Treiber- oder Kompatibilitätsprobleme hin und stellt im produktiven Einsatz ein ernsthaftes Hindernis dar.
Auch die seitlichen Abstandshalter, die für die modulare Bauweise notwendig sind, wirken weiterhin nicht passgenau und neigen zum Knarzen. Ein weiteres Ärgernis ist die automatische Helligkeitsregelung des Displays, die unvorhersehbar und sprunghaft arbeitet. Insgesamt vermittelt das Gerät dadurch an manchen Stellen immer noch den Eindruck eines Prototyps oder eines „Franken-Laptops“, wie es in manchen Berichten genannt wird.
Ein Kompromiss für Enthusiasten
Das Framework Laptop 16 bleibt ein Nischenprodukt für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Wer ein perfekt poliertes, sofort einsatzbereites Gerät sucht, wird bei anderen Herstellern fündig. Die Stärken des Laptops liegen klar in seiner Reparierbarkeit, Anpassbarkeit und Nachhaltigkeit.
Es richtet sich an Technik-Enthusiasten, Entwickler und Befürworter der „Right to Repair“-Bewegung, die bereit sind, für die einzigartige Modularität kleinere Kompromisse bei der Verarbeitungsqualität und Software-Stabilität einzugehen. Der Startpreis von 1.799 US-Dollar positioniert es im Premium-Segment, wo die Erwartungen an die Gesamtqualität entsprechend hoch sind.
„Das Framework Laptop 16 ist ein faszinierendes Stück Technik, das die Zukunft des Laptop-Designs aufzeigt. Es ist jedoch noch ein weiter Weg, bis es die Ausgereiftheit und Zuverlässigkeit erreicht, die man von einem Gerät in dieser Preisklasse erwartet.“
Letztendlich ist das neue Modell ein wichtiger Schritt nach vorn. Es beweist, dass die Vision eines vollständig aufrüstbaren Laptops realisierbar ist. Nun muss Framework den nächsten Schritt gehen und die grundlegenden Mängel beheben, um aus einem spannenden Konzept ein rundum überzeugendes Produkt zu machen.





