Die Consumer Electronics Show (CES) 2026 in Las Vegas schloss nach der Präsentation von über 4.000 Ausstellern ihre Pforten. Neben großen Ankündigungen von Branchenriesen zogen vor allem praktische und teils kuriose Gadgets für den Endverbraucher die Aufmerksamkeit auf sich. Von treppensteigenden Saugrobotern bis hin zu Lollis, die Musik übertragen – die Messe bot einen faszinierenden Einblick in die Zukunft des vernetzten Zuhauses.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Auf der CES 2026 wurden zahlreiche neue Produkte für den Verbrauchermarkt vorgestellt.
- Die Trends umfassen KI-gestützte Haustiere, fortschrittliche Haushaltsroboter und neuartige Unterhaltungselektronik.
- Einige der vorgestellten Produkte sind noch Prototypen, während andere bereits in naher Zukunft erhältlich sein sollen.
- Die Preisspanne der vorgestellten Innovationen reicht von erschwinglich bis hin zu Premium-Konzepten ohne festgelegten Preis.
Haushaltsroboter erobern neue Ebenen
Die Automatisierung im Haushalt hat einen bedeutenden Sprung nach vorn gemacht. Bisher war für die meisten Saugroboter an der ersten Treppenstufe Schluss. Das Unternehmen Roborock stellte nun eine Lösung für dieses alltägliche Problem vor.
Der Prototyp namens Saros Rover war einer der Stars der Messe. Das Gerät ist der erste Saugroboter, der selbstständig Treppen steigen kann. Mithilfe von zwei gelenkigen Rad-Beinen hebt sich der Roboter Stufe für Stufe nach oben. Während des langsamen, aber stetigen Aufstiegs reinigt er gleichzeitig die Treppenoberfläche.
Roborock gab an, dass das System für verschiedene Treppenarten konzipiert ist, darunter gerade, gewundene und sogar mit Teppich ausgelegte Stufen. Obwohl es sich noch um einen frühen Prototyp ohne angekündigten Preis oder Veröffentlichungsdatum handelt, zeigt die Demonstration, wohin die Reise in der Haushaltsrobotik geht.
Künstliche Intelligenz zum Anfassen und Pflegen
Der Trend zu KI-Begleitern nimmt immer konkretere Formen an. Das chinesische Startup Takway AI präsentierte mit Sweekar ein KI-gesteuertes Haustier, das nicht nur virtuell existiert, sondern auch eine physische Form besitzt, die sich im Laufe der Zeit entwickelt.
Das Gerät startet als handgroßes, eiförmiges Objekt. Nach einer Inkubationszeit von bis zu zwei Tagen „schlüpft“ eine digitale Kreatur. Von diesem Moment an durchläuft Sweekar verschiedene Lebensphasen:
- Baby-Phase: Dauert etwa fünf bis sieben Tage und erfordert intensive Pflege.
- Teenager-Phase: Kann drei bis sechs Wochen andauern, in der das Wesen lernt.
- Erwachsenenalter: Das Tier entwickelt eine ausgeprägte Persönlichkeit und mehr Unabhängigkeit.
Ähnlich wie bei den Tamagotchis der 90er-Jahre ist die Interaktion entscheidend. Das Tier muss gefüttert und gepflegt werden und lernt durch die Interaktion mit seinem Besitzer die Sprache. Wird es vernachlässigt, kann es sterben. Takway AI plant, Sweekar noch in diesem Jahr über eine Kickstarter-Kampagne auf den Markt zu bringen. Der erwartete Preis liegt bei rund 150 US-Dollar.
Gesundheitsüberwachung für Haustiere
Ein weiterer KI-Ansatz widmet sich echten Haustieren. Das Schweizer Startup AI-Tails stellte eine intelligente Futter- und Wasserstation für Katzen vor. Das System nutzt Kameras und Mustererkennungssoftware, um das Verhalten und die Mimik der Katze zu analysieren. Ziel ist es, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen, oft bevor sie für den Menschen sichtbar werden. Die Station überwacht Trink- und Fressgewohnheiten, Körpertemperatur und subtile Verhaltensänderungen. Die Markteinführung ist für das vierte Quartal 2026 geplant, mit Preisen zwischen 199 und 299 US-Dollar.
Unterhaltung neu gedacht: Musik schmecken und Bildschirme erweitern
Auch im Bereich der Unterhaltungselektronik gab es überraschende Konzepte. Das Produkt „Lollipop Star“ bietet eine völlig neue Art, Musik zu erleben: durch Schmecken und Fühlen.
Der Lutscher nutzt die Knochenleitungstechnologie, um Schallwellen über Vibrationen durch den Kieferknochen direkt an das Innenohr zu übertragen. Man steckt den Lutscher in den Mund, beißt leicht darauf und „hört“ die Musik im Kopf. Mitgelieferte Ohrstöpsel helfen dabei, Umgebungsgeräusche auszublenden und das Erlebnis zu intensivieren.
Jeder Lutscher ist einem bestimmten Künstler und einer Geschmacksrichtung zugeordnet. So gibt es beispielsweise eine Pfirsich-Variante für die Musik von Ice Spice oder eine Limetten-Version für Armani White. Mit einem angekündigten Preis von 9 US-Dollar pro Stück zielt das Produkt auf den Massenmarkt für neuartige Erlebnisse ab.
Der rollbare Gaming-Bildschirm
Lenovo ist bekannt für seine Konzeptgeräte und präsentierte mit dem Legion Pro Rollable einen Gaming-Laptop, dessen Bildschirm sich physisch erweitern lässt. Das flexible 16-Zoll-OLED-Display kann seitlich ausfahren und das Bildformat von einem Standard-16:10 auf ein breiteres 21:9 oder sogar ein ultrabreites 24:9-Format umstellen.
Diese Technologie ermöglicht es, ein kompaktes Notebook in ein immersives Widescreen-Display zu verwandeln, was besonders für Spiele vorteilhaft ist. Obwohl Lenovo keine Pläne für eine Serienproduktion bekannt gegeben hat, wurde das Konzept bei den „Official Best of CES 2026 Awards“ als bestes Gaming-Produkt ausgezeichnet. Dies unterstreicht das Potenzial flexibler Displays für die Zukunft mobiler Geräte.





