Ein neu entwickelter Starship-Booster von SpaceX, bekannt als Booster 18, erlitt am frühen Freitagmorgen während eines Bodentests auf dem Testgelände des Unternehmens in Texas einen erheblichen strukturellen Schaden. Der Vorfall ereignete sich nur einen Tag, nachdem der Prototyp aus der Produktionsstätte gerollt war.
Das Unternehmen bestätigte den Vorfall und betonte, dass keine Verletzten zu beklagen seien, da sich zum Zeitpunkt des Tests keine Mitarbeiter in unmittelbarer Nähe befanden und weder Treibstoff noch Triebwerke an Bord waren.
Ausfall während des Gasdrucktests
Der Vorfall ereignete sich gegen 4:04 Uhr Ortszeit am Massey's Test Site in Starbase, Texas. Während eines geplanten Drucktests des Gassystems gab die untere Hälfte des Boosters nach. Aufnahmen von Live-Streams zeigten, wie die Struktur im Bereich des Flüssigsauerstofftanks plötzlich einknickte und sich verformte.
SpaceX reagierte auf den Vorfall mit einer offiziellen Erklärung auf der Social-Media-Plattform X. Darin wurde der Ablauf bestätigt und klargestellt, dass es sich um einen Test im Vorfeld einer umfassenderen Strukturprüfung handelte.
„Booster 18 erlitt eine Anomalie während eines Drucktests des Gassystems, den wir im Vorfeld von strukturellen Belastungstests durchführten. Es befand sich kein Treibstoff im Fahrzeug, und die Triebwerke waren noch nicht installiert. Die Teams benötigen Zeit zur Untersuchung, bevor wir uns über die Ursache sicher sind. Niemand wurde verletzt, da wir bei dieser Art von Tests einen Sicherheitsabstand für das Personal einhalten“, so die Mitteilung des Unternehmens.
Bilder, die nach dem Vorfall von Beobachtern vor Ort geteilt wurden, zeigen erhebliche Verformungen an der unteren Sektion des Boosters. Aufgrund des Ausmaßes des Schadens gehen Experten davon aus, dass der Booster 18 nicht mehr für zukünftige Missionen eingesetzt werden kann und als Totalverlust gilt.
Ein Rückschlag für das Starship V3 Programm
Booster 18 war einer der ersten Prototypen der neuen Generation von Starship-Raketen, bekannt als „Version 3“ oder V3. Diese neue Baureihe beinhaltet wichtige strukturelle Verstärkungen und technische Verbesserungen, die die Zuverlässigkeit des Systems erhöhen sollen. Das Ziel ist es, die Starship-Rakete für eine schnelle Wiederverwendbarkeit vorzubereiten, einschließlich des ambitionierten Plans, die Booster direkt nach der Landung mit den Armen des Startturms aufzufangen.
Fakten zum Booster 18
- Typ: Starship Super Heavy Booster, Version 3
- Vorfall: Strukturelles Versagen während eines Gasdrucktests
- Zeitpunkt: 21. November 2025, ca. 4:04 Uhr CT
- Status: Keine Triebwerke, kein Treibstoff an Bord
- Folge: Gilt als Totalverlust
Der Verlust dieses Prototyps zu einem so frühen Zeitpunkt seiner Testkampagne stellt eine Herausforderung für den ehrgeizigen Zeitplan von SpaceX dar. Das Unternehmen steht unter Druck, die Zuverlässigkeit des Starship-Systems nachzuweisen, um es für den Transport von Starlink-Satelliten und schließlich für bemannte Missionen einsatzfähig zu machen.
Bedeutung für das NASA Artemis-Programm
Die Entwicklungen bei Starship werden auch von der NASA genau beobachtet. Das Raumfahrzeug ist ein zentraler Bestandteil des Artemis-Programms, das die Rückkehr von Menschen zum Mond vorsieht. SpaceX wurde beauftragt, eine modifizierte Version des Starship als Mondlandefähre für die Mission Artemis III zu entwickeln, die derzeit für das Jahr 2028 geplant ist.
Die Rolle von Starship für Artemis
Für die bemannte Mondlandung im Rahmen des Artemis-Programms muss SpaceX nicht nur die Landung selbst demonstrieren, sondern auch ein komplexes Manöver zur Betankung des Starship im Orbit. Ein erfolgreicher Test dieser Technologie ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 vorgesehen und eine entscheidende Voraussetzung für die gesamte Mission.
Verzögerungen im Starship-Programm könnten sich daher direkt auf den Zeitplan der NASA auswirken. Jeder Rückschlag, wie der Verlust von Booster 18, unterstreicht die immensen technischen Herausforderungen bei der Entwicklung eines vollständig wiederverwendbaren Trägersystems dieser Größe.
Ausblick und nächste Schritte
Obwohl der Vorfall ein Rückschlag ist, ist SpaceX für seine Fähigkeit bekannt, schnell aus Fehlern zu lernen und den Entwicklungszyklus zügig fortzusetzen. Das Unternehmen betreibt in Starbase eine Serienproduktion von Starship-Prototypen, was es ermöglicht, Verluste relativ schnell zu kompensieren.
Die Ingenieure werden nun die gesammelten Daten analysieren, um die genaue Ursache für das Versagen des Drucktanks zu ermitteln. Die gewonnenen Erkenntnisse werden voraussichtlich direkt in die Konstruktion nachfolgender V3-Booster einfließen, um ähnliche Probleme in Zukunft zu vermeiden. Es wird erwartet, dass SpaceX die Tests mit einem neuen Prototypen in Kürze wieder aufnehmen wird.





