Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat bestätigt, dass Astronauten auf den kommenden Missionen Artemis II und Crew-12 erstmals mit iPhones von Apple ausgestattet werden. Die Geräte sollen sowohl zur Dokumentation der historischen Flüge als auch zur Erprobung kommerzieller Technologie im Weltraum dienen.
Wichtige Fakten
- iPhones werden Teil der offiziellen Ausrüstung für die Mondumrundung Artemis II und die ISS-Mission Crew-12 sein.
- Die Geräte sollen den Astronauten ermöglichen, private Momente festzuhalten und Bilder mit der Welt zu teilen.
- Die NASA testet damit die beschleunigte Zulassung von handelsüblicher Technologie für den Einsatz im Weltraum.
- Artemis II ist für März geplant und wird vier Astronauten auf eine zehntägige Reise um den Mond schicken.
Ein Smartphone für den Mond
Die NASA geht einen neuen Weg bei der Ausstattung ihrer Astronauten. Erstmals in der Geschichte der Behörde werden handelsübliche Smartphones, konkret iPhones von Apple, Teil der offiziellen Ausrüstung auf einer bemannten Mission zum Mond sein. Die vierköpfige Besatzung der Artemis II-Mission, die im kommenden März den Mond umrunden soll, wird die Geräte mit an Bord haben.
Die Mission ist ein entscheidender Schritt im Artemis-Programm, das die Rückkehr von Menschen auf die Mondoberfläche zum Ziel hat. Während des zehntägigen Fluges sollen wichtige Systeme und Hardware für zukünftige Landungen getestet werden. Die iPhones reihen sich nun in diese Liste der zu erprobenden Ausrüstung ein.
Die Artemis II-Mission
Artemis II ist der erste bemannte Flug des Artemis-Programms. Die Besatzung besteht aus drei amerikanischen und einem kanadischen Astronauten. Sie werden an Bord der Orion-Kapsel den Mond umkreisen, ohne jedoch zu landen. Der Flug dient als Generalprobe für die Artemis III-Mission, bei der erstmals seit 1972 wieder Menschen den Mond betreten sollen.
Mehr als nur Fotos
Die Entscheidung, iPhones mit ins All zu nehmen, hat mehrere Gründe. NASA-Administrator Jared Isaacman erklärte, dass die Geräte den Crews die Möglichkeit geben sollen, besondere Momente für ihre Familien festzuhalten und inspirierende Bilder und Videos mit der Öffentlichkeit zu teilen. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung der direkten Kommunikation und des Storytellings aus dem Weltraum.
„Wir geben unseren Crews die Werkzeuge, um besondere Momente für ihre Familien festzuhalten und inspirierende Bilder und Videos mit der Welt zu teilen“, so Isaacman in einer öffentlichen Mitteilung.
Doch der Einsatz hat auch eine strategische Komponente. „Genauso wichtig ist, dass wir langjährige Prozesse in Frage gestellt und moderne Hardware in einem beschleunigten Zeitplan für die Raumfahrt qualifiziert haben“, fügte Isaacman hinzu. Dieser pragmatische Ansatz soll der NASA helfen, bei der Erforschung des Mondes und des erdnahen Orbits effizienter zu werden.
Auch die ISS bekommt ein Upgrade
Die Initiative beschränkt sich nicht nur auf die Mondmission. Auch die Besatzung von Crew-12, die am 11. Februar zur Internationalen Raumstation (ISS) starten soll, wird mit iPhones ausgestattet. Diese Mission, die in einer Dragon-Kapsel von SpaceX durchgeführt wird, bringt vier Astronauten für einen sechsmonatigen Aufenthalt zur Raumstation.
Zur Crew-12 gehören die NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die Astronautin Sophie Adenot der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der russische Kosmonaut Andrey Fedyaev. Ihr Einsatz der iPhones wird wertvolle Daten über die Langzeitnutzung solcher Geräte in der Schwerelosigkeit liefern.
Ein Novum für die NASA
Obwohl es für die NASA eine Premiere ist, ist der Einsatz von handelsüblichen Smartphones im All nicht völlig neu. Laut einer Sprecherin der Behörde wird dies auf kommerziellen Raumflügen bereits seit rund einem Jahrzehnt sicher praktiziert. Die offizielle Integration in NASA-Missionen markiert jedoch einen wichtigen Wandel in der Beschaffungs- und Zulassungspolitik der Agentur.
Ein Schritt in Richtung kommerzieller Raumfahrt
Die Integration von Produkten wie dem iPhone in offizielle NASA-Missionen spiegelt einen breiteren Trend wider: die zunehmend engere Zusammenarbeit zwischen staatlichen Raumfahrtagenturen und privaten Unternehmen. Die NASA verlässt sich bereits auf SpaceX für den Transport von Astronauten zur ISS und nutzt die Expertise vieler weiterer Firmen für das Artemis-Programm.
Die Verwendung von „Commercial Off-The-Shelf“ (COTS) - also handelsüblicher - Technologie kann Kosten senken und Entwicklungszeiten verkürzen. Anstatt jedes einzelne Bauteil speziell für den Weltraum zu entwickeln, prüft die NASA, welche vorhandenen Produkte den extremen Bedingungen standhalten können. Die iPhones auf Artemis II und Crew-12 sind ein prominentes Beispiel für diesen Wandel.
- Zweck der Missionen: Test von Hardware und Systemen für zukünftige Mondlandungen (Artemis II) und wissenschaftliche Forschung auf der ISS (Crew-12).
- Beteiligte Unternehmen: Apple liefert die Smartphones, SpaceX stellt das Transportmittel für Crew-12 zur Verfügung.
- Strategische Bedeutung: Beschleunigung der Hardware-Qualifizierung und Reduzierung der Abhängigkeit von teuren Spezialanfertigungen.
Während die Astronauten atemberaubende Aufnahmen von der Erde und dem Mond machen, werden die Ingenieure am Boden genau beobachten, wie sich die Geräte verhalten. Jeder erfolgreiche Einsatz von kommerzieller Technologie ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt, um die bemannte Raumfahrt nachhaltiger und zugänglicher zu machen.





