Besitzer einer Xbox und potenzielle Käufer müssen sich möglicherweise auf eine weitere Preiserhöhung einstellen. Berichte deuten darauf hin, dass Microsoft aufgrund eines weltweiten Mangels an Arbeitsspeicher (RAM) eine erneute Anhebung der Konsolenpreise in Erwägung zieht. Dies wäre bereits die dritte Preisanpassung für die Hardware in diesem Jahr.
Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft erwägt Berichten zufolge eine weitere Preiserhöhung für Xbox-Konsolen.
- Hauptursache ist ein globaler RAM-Mangel, der durch die hohe Nachfrage aus der KI-Branche verursacht wird.
- Konkurrent Sony soll durch vorausschauende Planung von dem Engpass kurz- bis mittelfristig nicht betroffen sein.
- Die mögliche Erhöhung folgt auf bereits zwei Preisanpassungen bei der Hardware und eine Verteuerung des Xbox Game Pass in diesem Jahr.
Ein unerwarteter Engpass trifft die Spielebranche
Die Gaming-Community sieht sich mit einer neuen Herausforderung konfrontiert, die nicht aus der Software-, sondern aus der Hardware-Lieferkette stammt. Ein sich zuspitzender globaler Mangel an Arbeitsspeicher, insbesondere GDDR6-RAM, setzt Hersteller von Unterhaltungselektronik unter Druck. Im Zentrum der aktuellen Berichte steht Microsoft, das seine Partner bereits vor möglichen Konsequenzen gewarnt haben soll.
Informationen aus Branchenkreisen deuten darauf hin, dass die Knappheit und die damit verbundenen steigenden Kosten für Speicherbausteine direkt an die Verbraucher weitergegeben werden könnten. Microsoft soll seine Vertriebspartner darüber informiert haben, dass sich die Situation "sehr, sehr bald" und "eher früher als später" auf die Verfügbarkeit und den Preis der Xbox Series Konsolen auswirken wird.
Bereits die dritte Erhöhung in einem Jahr?
Für Xbox-Kunden wäre dies nicht die erste finanzielle Belastung in jüngster Zeit. Microsoft hatte die Preise für seine Konsolen bereits im Mai und für US-Kunden nochmals im September dieses Jahres angehoben. Hinzu kam eine deutliche Preiserhöhung für den Abonnementdienst Xbox Game Pass, dessen Ultimate-Stufe nun 22,99 € pro Monat kostet.
Der wahre Grund: Der unstillbare Hunger der KI
Die Wurzel des Problems liegt in einem Sektor, der auf den ersten Blick wenig mit Gaming zu tun hat: künstliche Intelligenz. Große Technologieunternehmen investieren massiv in den Aufbau von KI-Rechenzentren, die für das Training komplexer Modelle enorme Mengen an Hochleistungsspeicher benötigen. Diese Nachfrage hat den Markt für RAM-Module leer gefegt und die Preise in die Höhe getrieben.
Einem Bericht des YouTube-Kanals "Moore’s Law is Dead" zufolge hat Microsoft die Entwicklung offenbar unterschätzt. "Sie haben anscheinend überhaupt nicht vorausgeplant", heißt es in dem Bericht, der sich auf mehrere Quellen aus der Lieferkette beruft. Die Konsequenz könnte nun sein, dass entweder die Preise für die Xbox Series X und S steigen oder die Konsolen nur noch schwer zu bekommen sein werden.
"Wenn Sie aus irgendeinem Grund immer noch eine Xbox zum aktuellen Preis haben möchten, könnten diese Preise bald steigen, oder das Angebot könnte einfach komplett versiegen."
Sony verfolgt offenbar eine andere Strategie
Während Microsoft mit den Folgen des Engpasses zu kämpfen scheint, befindet sich Konkurrent Sony in einer deutlich komfortableren Position. Dieselben Quellen berichten, dass Sony die Marktentwicklung frühzeitig erkannt und strategisch gehandelt habe. Das Unternehmen soll große Mengen an GDDR6-Speicher zu einem Zeitpunkt gekauft haben, als die Preise noch niedrig waren.
Diese vorausschauende Planung verschafft Sony einen entscheidenden Vorteil. "Sie haben jede Menge GDDR6, zumindest wurde mir das gesagt", so die Analyse. Aus diesem Grund sei Sony in der Lage, die Preise für die PlayStation 5 stabil zu halten und sogar aggressive Rabattaktionen wie zum Black Friday anzubieten. Das Unternehmen scheint für die kommenden Monate gut aufgestellt zu sein und ist von der aktuellen Knappheit nicht unmittelbar betroffen.
Strategische Bevorratung als Wettbewerbsvorteil
- Sony: Kaufte große RAM-Mengen bei niedrigen Preisen und sicherte sich so den Bedarf für Monate.
- Microsoft: Wurde von der schnell steigenden Nachfrage der KI-Branche offenbar überrascht und muss nun zu hohen Preisen einkaufen.
Was bedeutet das für Spieler?
Sollten sich die Berichte bewahrheiten, stehen potenzielle Xbox-Käufer vor einer schwierigen Entscheidung. Wer mit dem Kauf einer Konsole liebäugelt, könnte von einer baldigen Preissteigerung betroffen sein. Die angespannte Liefersituation könnte zudem zu erneuten Verfügbarkeitsproblemen führen, wie sie zu Beginn der aktuellen Konsolengeneration zu beobachten waren.
Die Entwicklung zeigt, wie stark die Gaming-Industrie von globalen Lieferketten und den Entwicklungen in anderen Technologiesektoren abhängig ist. Die Priorisierung von Komponenten für die boomende KI-Branche hat nun direkte und potenziell kostspielige Auswirkungen auf die Verbraucher im Unterhaltungssegment. Eine offizielle Stellungnahme von Microsoft zu den Gerüchten steht bislang noch aus.





