Führungskräfte von Samsung haben angedeutet, dass eine Preiserhöhung für die kommende Galaxy S26-Serie so gut wie sicher ist. Grund dafür sind die explodierenden Kosten für Speicherchips, die durch den unersättlichen Bedarf der KI-Industrie angetrieben werden. Dies könnte nicht nur den Kaufpreis der neuen Smartphones erhöhen, sondern auch das Ende der beliebten Rabattaktionen des Unternehmens einläuten.
Das Wichtigste in Kürze
- TM Roh, Co-CEO von Samsung, bezeichnete eine Preiserhöhung als „unvermeidlich“.
- Der weltweite Boom bei künstlicher Intelligenz führt zu einer Verknappung und Verteuerung von Speicherkomponenten wie RAM und Flash-Speicher.
- Neben höheren Gerätepreisen könnten auch Samsungs bekannte Rabattaktionen, wie Speicher-Upgrades und hohe Trade-In-Boni, reduziert werden.
- Berichten zufolge könnte der Preis pro Modell um 30 bis 60 Euro steigen.
Der wahre Grund für steigende Smartphone-Preise
Seit Wochen spekulieren Brancheninsider über die Preisgestaltung der nächsten Smartphone-Generation von Samsung. Nun gibt es eine offizielle Bestätigung, dass die Sorgen der Verbraucher berechtigt sind. In einem Gespräch am Rande der Technologiemesse CES 2026 erklärte TM Roh, Co-CEO von Samsung Electronics, dass „kein Unternehmen immun“ gegen den Druck der globalen Speicherknappheit sei. Er schloss eine Anhebung der Produktpreise nicht aus und bezeichnete sie sogar als „unvermeidlich“.
Die Ursache für diese Entwicklung liegt im Herzen der aktuellen technologischen Revolution: der künstlichen Intelligenz. Der massive Ausbau von KI-Rechenzentren weltweit verschlingt enorme Mengen an Hochleistungsspeicher – genau jene Komponenten, die auch in modernen Smartphones verbaut werden. Produktionskapazitäten für RAM und Flash-Speicher werden umgeleitet, um die Nachfrage aus dem KI-Sektor zu bedienen. Dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage treibt die Kosten für die Herstellung eines Smartphones unweigerlich in die Höhe.
Wie KI die Komponentenpreise beeinflusst
Große Sprachmodelle und andere KI-Anwendungen benötigen riesige Datenmengen, die in Rechenzentren auf Hochleistungsspeicherchips verarbeitet werden. Da die Hersteller dieser Chips ihre Produktion auf die lukrativeren Aufträge aus dem KI-Bereich konzentrieren, entsteht eine Knappheit auf dem Markt für Verbraucherelektronik. Das Ergebnis ist ein Preisanstieg entlang der gesamten Lieferkette, den Smartphone-Hersteller wie Samsung an die Endkunden weitergeben müssen.
Was kostet das Galaxy S26 die Kunden?
Während Samsung selbst noch keine konkreten Zahlen nennt, geben Berichte aus südkoreanischen Medien einen ersten Ausblick. Es wird über eine Preiserhöhung zwischen 44.000 Won (ca. 29 Euro) und 88.000 Won (ca. 58 Euro) pro Modell spekuliert. Eine solche Anpassung hätte direkte Auswirkungen auf die Endpreise in Europa.
Basierend auf den aktuellen Preisen der Galaxy S25-Serie könnten die neuen Modelle wie folgt eingepreist werden:
- Galaxy S26 (Basis): Möglicherweise um 959 Euro
- Galaxy S26 Plus: Könnte die 1.250-Euro-Marke überschreiten
- Galaxy S26 Ultra: Wahrscheinlich über 1.450 Euro für die Einstiegsvariante
Diese Zahlen sind vorläufige Schätzungen, zeigen aber die Tendenz. Für Käufer bedeutet dies, dass sie sich auf spürbar höhere Anschaffungskosten für die Flaggschiff-Geräte einstellen müssen.
Das Ende der großzügigen Samsung-Deals?
Für viele Samsung-Kunden könnte eine andere Folge der Kostensteigerung noch schmerzhafter sein als der höhere Listenpreis: das mögliche Aus für die aggressiven Verkaufsförderungen. Samsung ist bekannt für seine attraktiven Angebote, insbesondere während der Vorbestellerphase und bei großen Shopping-Events wie dem Black Friday.
Einem Bericht zufolge erwägt das Unternehmen, seine typische „doppelter Speicher“-Aktion zu streichen. Bei dieser erhielten Vorbesteller bisher oft ein Modell mit 512 GB Speicher zum Preis der 256-GB-Version. Da gerade die Speichermodule teurer werden, ist diese Art von Rabatt für Samsung kaum noch rentabel.
Ein Blick zurück: Black Friday 2025
Im vergangenen Jahr senkte Samsung den Preis für das Galaxy S25 Ultra mit 512 GB am Black Friday auf unter 900 Euro. Ein solch drastischer Rabatt von über 400 Euro auf das damalige Top-Modell scheint für das kommende Galaxy S26 Ultra unter den neuen Marktbedingungen unwahrscheinlich.
Die aggressive Preisstrategie war bisher ein zentraler Bestandteil von Samsungs Marketing. Ob hohe Eintauschprämien für Altgeräte, kostenlose Zugaben wie Galaxy Buds oder massive Preisnachlässe – all diese Maßnahmen stehen nun auf dem Prüfstand. Die steigenden Produktionskosten schränken den finanziellen Spielraum des Unternehmens erheblich ein.
Welche Alternativen hat Samsung?
Angesichts des Kostendrucks muss Samsung seine Strategie möglicherweise anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Anstatt direkter Preisnachlässe könnte das Unternehmen stärker auf andere Arten von Anreizen setzen.
Eine Möglichkeit wäre die Bündelung von Software-Abonnements. In der Vergangenheit gab es bereits Kooperationen, bei denen Käufer ein Jahresabonnement für Dienste wie Perplexity Pro, Disney+ oder Adobe Lightroom kostenlos erhielten. Solche Angebote verursachen für Samsung geringere Kosten als direkte Hardware-Rabatte.
Es ist ein Balanceakt. Samsung muss die Preise erhöhen, um profitabel zu bleiben, darf aber seine treue Kundenbasis nicht durch den Wegfall der erwarteten Rabatte verprellen.
Eine weitere, intern diskutierte Option soll die Quersubventionierung sein. Einem Bericht der Wirtschaftszeitung Maeil Business zufolge könnte Samsung die Preise für seine günstigere Galaxy A-Serie anheben, um die Flaggschiff-Modelle der S-Serie preislich attraktiver halten zu können. Ob dieser Schritt bei den Kunden auf Verständnis stößt, bleibt abzuwarten.
Für Verbraucher bedeutet die aktuelle Entwicklung vor allem eines: Die Zeit der großen Schnäppchen für Samsungs High-End-Smartphones könnte vorerst vorbei sein. Wer auf ein gutes Angebot für das Galaxy S26 hofft, muss sich wahrscheinlich auf kleinere Rabatte und andere Arten von Vorteilen einstellen.





