IKEA hat offiziell bestätigt, dass einige seiner Smart-Home-Produkte, die den neuen Matter-Standard nutzen, von Verbindungsproblemen betroffen sind. Nutzer berichten von Schwierigkeiten bei der Einrichtung und unzuverlässiger Funktion, insbesondere bei der Integration in Systeme wie Google Home und Apple Home. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung.
Der schwedische Möbelkonzern ist für seine erschwinglichen Smart-Home-Lösungen bekannt, doch der Start der neuen Produktgeneration unter dem Matter-Standard verläuft nicht reibungslos. Viele Kunden, die auf eine einfache und universelle Vernetzung gehofft hatten, erleben stattdessen Frustration. Die Probleme reichen von fehlgeschlagenen Kopplungsversuchen bis hin zu Geräten, die nach kurzer Zeit die Verbindung wieder verlieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Nutzer von IKEAs Matter-fähigen Smart-Home-Geräten melden weitreichende Verbindungs- und Einrichtungsprobleme.
- Besonders der günstige „Bilresa“-Taster ist betroffen und funktioniert oft nicht wie erwartet mit Google Home.
- IKEA hat die Probleme eingeräumt und arbeitet mit Partnern an einer Lösung.
- Die Schwierigkeiten treten plattformübergreifend auf, unter anderem bei Google Home, Apple Home und Home Assistant.
Der versprochene Standard und die Realität
Matter wurde als universeller Standard eingeführt, um die Kompatibilität zwischen Smart-Home-Geräten verschiedener Hersteller zu gewährleisten. Die Idee ist einfach: Ein Gerät kaufen, es mit dem heimischen Netzwerk verbinden und es nahtlos in jede beliebige Plattform wie Google Home, Amazon Alexa oder Apple Home integrieren. IKEA war einer der ersten großen Anbieter, der eine breite Palette an günstigen Matter-Produkten auf den Markt brachte, darunter Lampen, Sensoren und Schalter.
In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Berichte von Nutzern und Technikexperten zeichnen ein Szenario voller technischer Hürden. Geräte lassen sich oft erst nach mehreren Versuchen koppeln oder werden von den Steuerungs-Apps gar nicht erst erkannt. Selbst wenn die Einrichtung gelingt, ist die Verbindung häufig instabil.
Der „Bilresa“-Taster als Symbol der Probleme
Ein besonders prominentes Beispiel für die aktuellen Schwierigkeiten ist der smarte Taster „Bilresa“. Mit einem sehr niedrigen Preis sollte er eigentlich den Einstieg in die Welt der smarten Automationen erleichtern. Doch gerade dieses Produkt bereitet vielen Anwendern Kopfzerbrechen. Besonders im Zusammenspiel mit Google Home, das erst kürzlich eine offizielle Unterstützung für smarte Taster eingeführt hat, treten die Mängel zutage.
Anwender berichten, dass der „Bilresa“-Taster nach einer erfolgreichen Kopplung plötzlich nicht mehr erreichbar ist. In anderen Fällen taucht er zwar in der Google Home App auf, kann aber nicht als Auslöser für Routinen und Automationen ausgewählt werden. Manchmal scheint es eine erhebliche Verzögerung zu geben, bis das Gerät nach der Einrichtung voll funktionsfähig ist – falls überhaupt.
Was ist Matter?
Matter ist ein lizenzfreier Konnektivitätsstandard für Smart-Home-Geräte. Er wurde von großen Technologieunternehmen wie Apple, Google, Amazon und der Connectivity Standards Alliance (CSA) entwickelt. Das Ziel ist es, die Fragmentierung im Smart-Home-Markt zu beenden und sicherzustellen, dass zertifizierte Geräte herstellerübergreifend reibungslos zusammenarbeiten. Die Kommunikation erfolgt dabei hauptsächlich über WLAN und das Funkprotokoll Thread.
IKEA bestätigt die Schwierigkeiten
Angesichts der zunehmenden Beschwerden hat IKEA die Probleme offiziell eingeräumt. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen, dass man sich der Situation bewusst sei und sie sehr ernst nehme. Man habe festgestellt, dass „einige Kunden in bestimmten Heimumgebungen Verbindungsprobleme bei der Einrichtung ihrer Geräte haben“.
„Der Start unserer Matter-Reihe wurde mit Spannung erwartet, und für die meisten Kunden funktionieren die Produkte nahtlos, wie beabsichtigt. Dennoch sind wir uns bewusst, dass einige Kunden Verbindungsprobleme haben, und wir nehmen das sehr ernst.“
Ein spezielles Team sei damit beauftragt, die gemeldeten Bedenken zu untersuchen. IKEA arbeitet hierfür eng mit seinen Ökosystempartnern und der Connectivity Standards Alliance zusammen, um die Ursachen zu verstehen und die Benutzererfahrung zu verbessern. Ein konkreter Zeitplan für die Behebung der Fehler wurde jedoch nicht genannt.
Betroffene Plattformen
Die Konnektivitätsprobleme mit IKEA-Geräten sind nicht auf ein einziges System beschränkt. Berichte deuten auf Schwierigkeiten bei der Integration mit verschiedenen Plattformen hin, darunter:
- Google Home: Insbesondere bei der Einrichtung von Tastern wie „Bilresa“.
- Apple Home: Probleme beim Koppeln von Lampen und Sensoren.
- Amazon Alexa: Geräte verlieren nach der Einrichtung die Verbindung.
- Home Assistant: Schwierigkeiten bei der Erkennung und Steuerung von IKEA-Hardware.
Was können betroffene Nutzer tun?
Für Kunden, die bereits mit den Problemen zu kämpfen haben, gibt es derzeit keine einfache Universallösung. Da die Ursachen tief in der Software und der Interaktion zwischen den Geräten und Plattformen zu liegen scheinen, sind die Möglichkeiten für Endanwender begrenzt. Einige Nutzer berichten von Teilerfolgen nach wiederholten Reset- und Kopplungsversuchen, doch eine Garantie für eine stabile Funktion gibt es nicht.
Die beste Vorgehensweise ist es, auf offizielle Software-Updates von IKEA und den jeweiligen Plattformanbietern wie Google oder Apple zu warten. Die Firmware des IKEA „Dirigera“-Hubs, der als zentrale Steuereinheit für die Matter-Geräte dient, spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Nutzer sollten sicherstellen, dass sowohl der Hub als auch die Apps auf dem neuesten Stand sind.
Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass der vielversprechende Matter-Standard seine Kinderkrankheiten bald überwindet. Die aktuellen Schwierigkeiten bei IKEA zeigen, dass der Weg zu einem wirklich nahtlosen und unkomplizierten Smart Home noch mit einigen technischen Herausforderungen gepflastert ist. Für viele Early Adopter bedeutet das vorerst: Geduld haben und auf Updates warten.





