Google hat eine bedeutende Erweiterung der AirDrop-Kompatibilität für Android-Smartphones angekündigt. Nach der Einführung der Funktion auf Pixel-10-Geräten im vergangenen Jahr soll die Technologie 2026 für eine breitere Palette von Android-Geräten verfügbar gemacht werden, was den Datenaustausch zwischen Android und Apple-Produkten erheblich vereinfachen wird.
Die Ankündigung erfolgte durch Eric Kay, Googles Vizepräsident für Android-Entwicklung, während einer Veranstaltung in Taipeh. Dies markiert einen wichtigen Schritt, um die Barrieren zwischen den beiden dominanten mobilen Betriebssystemen weiter abzubauen.
Wichtige Erkenntnisse
- Google wird die AirDrop-Kompatibilität im Jahr 2026 auf zahlreiche weitere Android-Geräte ausweiten.
- Die Funktion, die bereits auf dem Pixel 10 verfügbar ist, ermöglicht den direkten Dateitransfer zu iPhones, iPads und MacBooks.
- Die technische Grundlage ist der Wi-Fi-Aware-Standard, den die EU von Apple forderte, was Google die Implementierung ohne direkte Kooperation mit Apple ermöglichte.
- Für den Transfer muss auf dem Apple-Gerät die AirDrop-Einstellung „Für jeden für 10 Minuten“ aktiviert sein.
Offizielle Ankündigung aus Taipeh
Die Pläne zur Ausweitung der Funktionalität wurden von Eric Kay, Googles Vizepräsident für Android-Entwicklung, bestätigt. Bei einem Firmenevent im Büro in Taipeh skizzierte er die nächsten Schritte für das Android-Ökosystem.
„Letztes Jahr haben wir die Interoperabilität mit AirDrop eingeführt. Im Jahr 2026 werden wir sie auf viel mehr Geräte ausweiten“, erklärte Kay.
Er betonte den Aufwand, der betrieben wurde, um eine nahtlose Kompatibilität sicherzustellen. „Wir haben viel Zeit und Energie investiert, um sicherzustellen, dass wir etwas bauen können, das nicht nur mit dem iPhone, sondern auch mit iPads und MacBooks kompatibel ist.“
Nachdem die Technologie auf den Pixel-Geräten erfolgreich getestet wurde, arbeitet Google nun eng mit seinen Hardware-Partnern zusammen. Laut Kay sollen „sehr bald spannende Ankündigungen“ folgen, was auf eine bevorstehende Integration bei Geräten anderer Hersteller hindeutet.
Die Technik hinter der Verbindung
Die Möglichkeit für Android, mit Apples geschlossenem AirDrop-System zu kommunizieren, ist keine direkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Tech-Giganten. Stattdessen basiert sie auf einer regulatorischen Vorgabe der Europäischen Union.
Regulierung als Wegbereiter
Die EU verpflichtete Apple, den offenen Funkstandard Wi-Fi Aware in AirDrop zu implementieren. Dieser Standard ermöglicht es Geräten in der Nähe, sich direkt über Wi-Fi zu finden und zu verbinden, ohne dass ein herkömmliches Netzwerk erforderlich ist. Google nutzte diese Öffnung, um seine eigene Dateitransfer-Lösung, Quick Share, kompatibel zu machen.
Androids eigene Funktion für den drahtlosen Dateitransfer heißt Quick Share, ehemals bekannt als Nearby Share. Durch die Anpassung an den Wi-Fi-Aware-Standard kann Quick Share nun AirDrop-fähige Geräte erkennen und eine Verbindung zum Senden von Dateien initiieren.
Diese Implementierung erfolgte vollständig auf Googles Seite. Eine Kooperation mit Apple war für die Entwicklung dieser grundlegenden Kompatibilität nicht notwendig.
Was bedeutet das für Nutzer?
Für Android-Nutzer bedeutet diese Erweiterung eine erhebliche Vereinfachung im Alltag. Das Senden von Fotos, Videos oder Dokumenten an Freunde und Kollegen mit Apple-Geräten wird möglich, ohne auf umständliche Drittanbieter-Apps oder Cloud-Dienste angewiesen zu sein.
Einschränkungen bleiben bestehen
Obwohl die grundlegende Übertragung funktioniert, gibt es eine wichtige Einschränkung: Der Empfänger auf dem Apple-Gerät muss seine AirDrop-Sichtbarkeit manuell auf „Für jeden für 10 Minuten“ einstellen. Die sicherere Option, Dateien nur von Kontakten zu empfangen, bleibt exklusiv für den Austausch innerhalb des Apple-Ökosystems. Es ist unwahrscheinlich, dass sich dies mit der kommenden Erweiterung ändern wird.
Der Prozess wird direkt über die „Teilen“-Funktion in Android abgewickelt, wo neben anderen Android-Geräten auch iPhones, iPads und Macs als potenzielle Empfänger angezeigt werden.
Der Zeitplan für die Einführung
Obwohl Eric Kay von „sehr bald“ sprach, bleibt der genaue Zeitplan für die Einführung auf Geräten von Partnern wie Samsung, Xiaomi und anderen noch unklar. Googles Formulierung lässt jedoch darauf schließen, dass erste Ankündigungen noch in diesem Jahr erfolgen könnten, auch wenn die breite Verfügbarkeit für 2026 geplant ist.
Ein wichtiger technischer Baustein für die schnelle Verbreitung ist eine kürzlich vorgenommene Änderung an Quick Share. Google hat die Funktion als eigenständige, aktualisierbare App (APK) in den Play Store ausgelagert. Zuvor war sie ein fester Bestandteil der Google Play Services.
Vorteile der neuen App-Struktur
- Schnellere Updates: Google kann neue Funktionen und Fehlerbehebungen direkt über den Play Store verteilen, ohne auf ein komplettes Systemupdate warten zu müssen.
- Breitere Kompatibilität: Die Auslagerung erleichtert es, die Funktion auf einer größeren Vielfalt von Android-Geräten verschiedener Hersteller bereitzustellen.
Derzeit unterstützt diese neue App-Version nur eine begrenzte Anzahl von Smartphones, aber es wird erwartet, dass diese Liste parallel zur Ausweitung der AirDrop-Funktionalität schnell wachsen wird. Möglicherweise werden erste Details im Rahmen eines der nächsten Pixel Feature Drops bekannt gegeben, die oft auch Neuerungen für das gesamte Android-Ökosystem enthalten.





