Google hat sein KI-Videomodell Veo auf Version 3.1 aktualisiert und führt damit eine entscheidende Funktion für Content-Ersteller ein: die native Erstellung von vertikalen Videos. Dieses Update zielt direkt auf die Anforderungen von Social-Media-Plattformen wie YouTube Shorts, Instagram und TikTok ab und verspricht, den Produktionsprozess für mobile Inhalte erheblich zu vereinfachen.
Neben dem neuen 9:16-Format bringt das Update auch signifikante Verbesserungen bei der Videoerstellung aus Referenzbildern mit sich. Charaktere sollen nun ausdrucksstärker und Bewegungen dynamischer dargestellt werden, während die allgemeine Konsistenz von Objekten und Hintergründen erhöht wird. Die neuen Funktionen werden schrittweise für verschiedene Nutzergruppen ausgerollt.
Das Wichtigste in Kürze
- Natives Hochkantformat: Veo 3.1 kann Videos direkt im 9:16-Format erstellen, was das Zuschneiden für Plattformen wie YouTube Shorts, Instagram und TikTok überflüssig macht.
- Verbesserte Bild-zu-Video-Funktion: Die KI erzeugt aus Referenzbildern Videos mit ausdrucksstärkeren Charakteren und flüssigeren Bewegungen.
- Höhere Konsistenz: Das Update verbessert die Beibehaltung von Merkmalen bei Charakteren, Objekten und Hintergründen über die gesamte Videolänge.
- Direkte Integration: Die neuen Funktionen werden direkt in die YouTube Shorts- und YouTube Create-App integriert, um den Arbeitsablauf zu vereinfachen.
- Upscaling auf 4K: Professionelle Anwender erhalten verbesserte Upscaling-Optionen auf 1080p und 4K-Auflösung.
Ein entscheidender Schritt für mobile Inhalte
Die Erstellung von Inhalten für soziale Medien unterliegt eigenen Regeln. Das Hochkantformat, popularisiert durch Plattformen wie TikTok und Instagram Reels, ist mittlerweile der Standard für den mobilen Konsum. Bisher mussten KI-generierte Videos oft nachträglich zugeschnitten und angepasst werden, was häufig zu Qualitätsverlusten oder unvorteilhaften Bildausschnitten führte.
Mit dem Update auf Veo 3.1 adressiert Google dieses Problem direkt. Nutzer können nun bei der Videoerstellung das native 9:16-Format auswählen. Dies stellt sicher, dass die Komposition von Anfang an für vertikale Bildschirme optimiert ist. Die KI berücksichtigt das Format bei der Platzierung von Charakteren und Objekten, was zu einem professionelleren und ansprechenderen Endergebnis führt.
Warum das Hochkantformat so wichtig ist
Smartphones werden überwiegend im Porträtmodus gehalten. Plattformen wie YouTube Shorts, Instagram und TikTok haben ihre Benutzeroberflächen vollständig auf vertikale Videos ausgerichtet. Inhalte, die nicht nativ in diesem Format produziert werden, wirken oft deplatziert und erzielen eine geringere Nutzerbindung. Die native Erstellung ist daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für erfolgreiche Social-Media-Strategien.
Besonders praktisch ist die geplante Integration der Funktion direkt in die YouTube-Infrastruktur. Sowohl in der YouTube Shorts-Kamera als auch in der Bearbeitungs-App YouTube Create sollen die Veo-Funktionen verfügbar gemacht werden. Dies senkt die Hürde für Kreative erheblich, da sie KI-generierte Clips erstellen können, ohne die Plattform verlassen zu müssen.
Mehr Ausdruck und Konsistenz durch künstliche Intelligenz
Eine der größten Herausforderungen bei der KI-Videogenerierung ist die Darstellung glaubwürdiger Charaktere und die Aufrechterhaltung der Konsistenz. Das Update für Veo 3.1 verspricht hier deutliche Fortschritte, insbesondere bei der Nutzung von Referenzbildern.
Wenn ein Nutzer ein Bild als Vorlage bereitstellt, soll die KI nun in der Lage sein, Charakterausdrücke und Bewegungen deutlich lebensechter zu animieren. Selbst bei kürzeren Texteingaben (Prompts) soll das Modell dynamischere und ausdrucksstärkere Ergebnisse liefern. Dies ist ein wichtiger Schritt, um KI-Videos weniger statisch und roboterhaft wirken zu lassen.
Fokus auf Detailtreue
Google betont, dass die Konsistenz von Charakteren, Objekten und sogar Hintergründen verbessert wurde. Das bedeutet, dass eine Figur von einer Szene zur nächsten ihr Aussehen beibehält und Objekte im Hintergrund nicht plötzlich verschwinden oder sich verändern – ein häufiges Problem bei früheren KI-Modellen.
Darüber hinaus ermöglicht die neue Version das nahtlose Mischen verschiedener Elemente. Nutzer können unterschiedliche Charaktere, Hintergründe, Objekte und Texturen kombinieren, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Diese Fähigkeit, verschiedene visuelle Konzepte zu einem kohärenten Video zusammenzufügen, erweitert die kreativen Möglichkeiten erheblich.
Verfügbarkeit für verschiedene Nutzergruppen
Google verfolgt eine gestaffelte Strategie bei der Einführung der neuen Funktionen. Während einige Features direkt in verbraucherorientierte Anwendungen integriert werden, sind die fortschrittlichsten Werkzeuge professionellen Anwendern vorbehalten.
Die grundlegenden neuen Funktionen, einschließlich der Erstellung vertikaler Videos, werden direkt in der Gemini-App zugänglich sein. Dies ermöglicht es einer breiten Nutzerbasis, mit den neuen kreativen Werkzeugen zu experimentieren.
Für professionelle Anwender, Entwickler und Unternehmen stehen die erweiterten Funktionen über verschiedene Plattformen zur Verfügung:
- Google Flow: Googles professioneller Video-Editor.
- Gemini API und Vertex AI: Schnittstellen für Entwickler zur Integration in eigene Anwendungen.
- Google Vids: Das KI-gestützte Video-Tool innerhalb der Google Workspace.
Eine besonders wichtige Neuerung für Profis ist die verbesserte Upscaling-Funktion. Über Flow, die Gemini API und Vertex AI können Videos auf eine Auflösung von 1080p und sogar 4K hochskaliert werden. Dies ermöglicht die Produktion von qualitativ hochwertigen Inhalten, die auch auf großen Bildschirmen überzeugen.
Ein Blick auf die Entwicklung von Veo
Das aktuelle Update ist Teil einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Google hatte Veo 3.1 ursprünglich im Oktober 2025 veröffentlicht. Schon damals lag der Fokus auf Verbesserungen gegenüber früheren Versionen, wie einer optimierten Audioausgabe und präziseren Bearbeitungsmöglichkeiten.
Die schnelle Weiterentwicklung von KI-Videomodellen zeigt, wie intensiv Technologieunternehmen in diesen Bereich investieren. Jedes Update bringt die Technologie näher an einen Punkt, an dem sie zu einem alltäglichen Werkzeug für Kreative und Unternehmen wird.
Mit der Einführung nativer vertikaler Videoformate und der direkten Integration in YouTube reagiert Google auf die realen Bedürfnisse des Marktes. Die Fähigkeit, schnell und unkompliziert hochwertige, mobil-optimierte Videos zu erstellen, könnte die Art und Weise, wie Inhalte für soziale Medien produziert werden, nachhaltig verändern. Es bleibt abzuwarten, wie die Kreativ-Community diese neuen Werkzeuge annehmen und nutzen wird, um die nächste Generation visueller Inhalte zu gestalten.





