Google hat einen neuen experimentellen KI-Assistenten namens „CC“ vorgestellt, der die tägliche Produktivität direkt im E-Mail-Posteingang verbessern soll. Der Dienst, der auf dem Gemini-Modell basiert, integriert sich in Google Mail, Kalender und Drive, um Nutzern eine tägliche Zusammenfassung ihres Tagesablaufs zu senden und auf Befehl Aufgaben zu erledigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Google hat einen neuen KI-Assistenten namens „CC“ als Experiment in Google Labs gestartet.
- Der Assistent sendet eine tägliche E-Mail mit einer Zusammenfassung von Terminen, Aufgaben und wichtigen Dokumenten.
- Nutzer können per E-Mail mit CC interagieren, um neue Aufgaben hinzuzufügen oder Informationen zu suchen.
- Der Dienst ist derzeit nur für AI Pro- und Ultra-Nutzer in den USA und Kanada verfügbar.
Ein persönlicher Assistent direkt in Google Mail
In dem Bestreben, künstliche Intelligenz tiefer in den Arbeitsalltag zu integrieren, hat Google ein neues Projekt ins Leben gerufen. Der KI-Assistent „CC“ funktioniert vollständig über E-Mail und soll Nutzern helfen, ihren Tag besser zu organisieren. Anstatt eine separate App öffnen zu müssen, erhalten Anwender eine proaktive Zusammenfassung direkt in ihren Posteingang.
Diese tägliche E-Mail mit dem Titel „Your Day Ahead“ (Ihr kommender Tag) ist das Herzstück des Dienstes. Sie wird von der Gemini-KI erstellt und fasst alle relevanten Informationen aus den verknüpften Google-Diensten zusammen. Dazu gehören bevorstehende Termine aus dem Google Kalender, anstehende Aufgaben und wichtige Updates aus Google Drive-Dokumenten.
Wie der tägliche Überblick funktioniert
Die Idee hinter CC ist es, den mentalen Aufwand zu reduzieren, der durch das Wechseln zwischen verschiedenen Anwendungen entsteht. Morgens erhalten die Nutzer eine übersichtlich gestaltete E-Mail, die als persönliche Tagesordnung dient. Dies soll einen schnellen und umfassenden Überblick ermöglichen, bevor der Arbeitstag beginnt.
Der Assistent analysiert den Kalender auf Terminkonflikte oder wichtige Besprechungen und hebt relevante E-Mails hervor, die möglicherweise eine sofortige Antwort erfordern. Durch die Anbindung an Google Drive kann CC auch auf Dokumente zugreifen und beispielsweise auf kürzlich geteilte Dateien oder offene Kommentare hinweisen.
Integration als Schlüssel
Der Hauptvorteil von CC gegenüber anderen Produktivitäts-Tools liegt in der nahtlosen Integration in das bestehende Google-Ökosystem. Der Assistent greift direkt auf Daten aus Gmail, Google Kalender und Google Drive zu, ohne dass eine manuelle Konfiguration durch Drittanbieter-Apps erforderlich ist.
Interaktion per E-Mail
Die Kommunikation mit CC ist bewusst einfach gehalten. Nutzer können nicht nur die tägliche Zusammenfassung erhalten, sondern dem Assistenten auch direkt per E-Mail Anweisungen geben. Dies verwandelt den E-Mail-Client in eine Kommandozentrale für persönliche Organisation.
Konkrete Anwendungsfälle
Die Interaktionsmöglichkeiten sind vielfältig und praxisnah gestaltet. Anwender können CC beispielsweise bitten, neue Aufgaben zu ihrer To-Do-Liste hinzuzufügen, Notizen zu speichern oder spezifische Informationen aus ihren E-Mails oder Dokumenten zu suchen. Folgende Befehle sind möglich:
- Aufgaben hinzufügen: Eine E-Mail an CC mit dem Inhalt „Füge 'Bericht fertigstellen' zu meiner To-Do-Liste hinzu“ erstellt eine neue Aufgabe.
- Notizen merken: Nutzer können wichtige Informationen wie Ideen oder Telefonnummern an CC senden, damit der Assistent sie speichert.
- Informationen suchen: Anfragen wie „Suche die E-Mail mit den Flugdetails von letzter Woche“ können direkt an CC gerichtet werden.
- Präferenzen lernen: Der Assistent ist darauf ausgelegt, mit der Zeit die Vorlieben des Nutzers zu lernen und die täglichen Zusammenfassungen entsprechend anzupassen.
Verfügbarkeit und aktuelle Einschränkungen
Da es sich um ein Experiment handelt, ist der Zugang zu CC derzeit stark begrenzt. Google hat den Dienst über sein „Labs“-Programm für eine ausgewählte Nutzergruppe freigeschaltet. Interessierte müssen mehrere Kriterien erfüllen, um teilnehmen zu können.
Wer kann CC nutzen?
Derzeit ist der Dienst auf Nutzer beschränkt, die ein AI Pro- oder Ultra-Abonnement abgeschlossen haben. Zudem müssen sie in den USA oder Kanada ansässig und mindestens 18 Jahre alt sein. Eine weitere wichtige Einschränkung ist, dass CC vorerst nur mit privaten Google-Konten funktioniert und nicht mit Google Workspace-Konten für Unternehmen.
Google hat noch keine Angaben dazu gemacht, ob oder wann eine breitere Veröffentlichung geplant ist. Solche Experimente dienen dem Unternehmen oft dazu, Feedback zu sammeln und die Nützlichkeit einer neuen Funktion zu bewerten, bevor sie in ein finales Produkt überführt wird.
Einordnung in den Wettbewerb
Die Idee eines KI-gestützten täglichen Briefings ist nicht neu. Mehrere andere Unternehmen bieten bereits ähnliche Dienste an. Das von Sequoia unterstützte Startup Mindy begann als E-Mail-Assistent, bevor es sich auf den Marketingbereich konzentrierte. Tools zur Meeting-Analyse wie Read AI und Fireflies senden ebenfalls tägliche Zusammenfassungen, haben aber meist keinen Zugriff auf den Kontext aus E-Mails oder Cloud-Speichern.
Eine weitere interessante Alternative ist Huxe, eine Audio-App, die von ehemaligen Entwicklern von Google NotebookLM stammt. Huxe erstellt ein tägliches Briefing in Form eines Podcasts, der Daten aus E-Mails, Kalendern und Nachrichtenquellen kombiniert. Googles CC hebt sich jedoch durch die tiefe und native Integration in die am weitesten verbreiteten Produktivitätswerkzeuge ab, was für viele Nutzer den entscheidenden Vorteil darstellen könnte.





