Ein öffentlicher Haltbarkeitstest des neuen Galaxy Z TriFold, der live im Internet übertragen wurde, endete vorzeitig. Das Scharnier des faltbaren Smartphones versagte nach knapp 150.000 Faltvorgängen und erreichte damit nicht die vom Hersteller angegebene Belastungsgrenze.
Der Test, der von einer Gruppe von Streamern durchgeführt wurde, sollte die offizielle Haltbarkeitsprüfung von Samsung mit 200.000 Faltungen nachstellen und die Widerstandsfähigkeit des komplexen Faltmechanismus unter Beweis stellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Scharnier des Galaxy Z TriFold versagte in einem Live-Test bei 144.984 Faltungen.
- Erste Anzeichen von Verschleiß in Form von Knarrgeräuschen traten bereits bei etwa 61.000 Faltungen auf.
- Samsung gibt für seine faltbaren Geräte eine Haltbarkeit von 200.000 Faltvorgängen an.
- Trotz des vorzeitigen Versagens entspricht die erreichte Faltzahl einer mehrjährigen Nutzung im Alltag.
Der öffentliche Belastungstest endet unerwartet
Eine Gruppe von Technik-Enthusiasten startete ein ambitioniertes Projekt: Sie wollten die Haltbarkeit des Galaxy Z TriFold in einem achttägigen Livestream testen. Ziel war es, die von Samsung beworbene Marke von 200.000 Faltvorgängen zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Millionen von Zuschauern verfolgten das monotone, aber aufschlussreiche Experiment.
Am achten Tag des Dauerfaltens kam es jedoch zur entscheidenden Wende. Nach exakt 144.984 Faltungen gab der Mechanismus des Geräts nach. Die Streamer beschrieben den Moment als einen „vollständigen Verlust der Scharnierelastizität“. Das Gerät ließ sich danach nur noch mit deutlich erhöhtem Kraftaufwand zusammenklappen.
Frühe Warnsignale deuteten auf Probleme hin
Der endgültige Ausfall des Scharniers kam nicht ohne Vorwarnung. Bereits deutlich früher im Test zeigten sich erste Anzeichen von Materialermüdung. Die Beobachter des Livestreams dokumentierten die kritischen Momente genau.
Chronologie des Verschleißes
Schon bei 61.212 Faltungen war ein deutliches Knarrgeräusch aus dem linken Scharnierbereich zu hören. Dieses Geräusch deutete auf eine beginnende Abnutzung der mechanischen Komponenten hin, obwohl das Gerät weiterhin normal funktionierte.
Ein ähnliches Geräusch trat später, bei 120.157 Faltungen, auch am rechten Scharnier auf. Diese Entwicklung zeigte, dass die Belastung auf den gesamten Faltmechanismus einwirkte und der Verschleiß fortschritt. Trotz dieser akustischen Warnsignale setzten die Tester den Vorgang fort, bis der Mechanismus schließlich versagte.
Die Komplexität faltbarer Scharniere
Die Scharniere von faltbaren Smartphones gehören zu den komplexesten mechanischen Bauteilen in der modernen Unterhaltungselektronik. Sie bestehen aus Dutzenden winziger, ineinandergreifender Teile, die eine reibungslose und gleichzeitig stabile Bewegung ermöglichen müssen. Diese Komplexität macht sie anfällig für Verschleiß durch wiederholte Belastung.
Was bedeutet das Ergebnis für den normalen Nutzer?
Obwohl das Gerät die vom Hersteller angegebene Marke von 200.000 Faltungen nicht erreichte, wirft das Ergebnis die Frage auf, wie relevant diese Zahlen für den täglichen Gebrauch sind. Eine Faltzahl von fast 150.000 ist für die meisten Nutzer eine sehr hohe Hürde.
Haltbarkeit im Alltag
Geht man von einer durchschnittlichen Nutzung aus, bei der ein Smartphone 100 Mal pro Tag geöffnet und geschlossen wird, würde es über vier Jahre dauern, um 150.000 Faltungen zu erreichen.
- 100 Faltungen pro Tag: 1.460 Tage oder ca. 4 Jahre
- 150 Faltungen pro Tag: 1.000 Tage oder ca. 2,7 Jahre
Diese Berechnung zeigt, dass das Gerät selbst bei intensivem Gebrauch eine Lebensdauer von mehreren Jahren aufweisen dürfte, bevor mechanische Probleme am Scharnier auftreten könnten.
Die Tester setzten den Versuch auch nach dem offensichtlichen Defekt fort und beendeten den achten Tag bei einer symbolischen Marke von 150.001 Faltungen. Dies unterstreicht, dass das Gerät selbst nach dem Versagen des Mechanismus nicht völlig unbrauchbar wurde, auch wenn die Handhabung stark beeinträchtigt war.
Herstellerversprechen im Praxistest
Samsung bewirbt seine faltbaren Geräte mit einer zertifizierten Haltbarkeit von 200.000 Faltvorgängen, die unter kontrollierten Laborbedingungen ermittelt wird. Solche Tests werden in der Regel von Robotern durchgeführt, die eine gleichmäßige und ideale Bewegung gewährleisten.
Ein manueller Test durch Menschen, wie er im Livestream stattfand, kann andere Belastungsmuster erzeugen. Leichte Abweichungen im Winkel oder Druck bei jeder einzelnen Faltung können zu einer anderen Art von Verschleiß führen als bei maschinellen Tests.
Das Ergebnis des Livestreams stellt daher keinen direkten Widerspruch zu den Herstellerangaben dar, sondern bietet einen wertvollen Einblick in die Haltbarkeit unter realitätsnahen, wenn auch extrem beschleunigten, Bedingungen. Es verdeutlicht, dass mechanische Bauteile einer gewissen Varianz unterliegen und Defekte auftreten können.
Für solche Fälle bieten Hersteller wie Samsung Garantieleistungen an, die potenzielle Material- oder Verarbeitungsfehler abdecken. Der öffentliche Test liefert somit wichtige Daten für Verbraucher und zeigt gleichzeitig die Grenzen der aktuellen Falttechnologie auf.





