Samsung scheint beim kommenden Galaxy S26 Ultra eine neue Strategie für die Kameraentwicklung zu verfolgen. Anstatt eines kompletten Hardware-Upgrades deuten erste Informationen darauf hin, dass das Unternehmen den Fokus verstärkt auf Software-Optimierungen legen wird. Die meisten Kamerasensoren sollen vom Vorgängermodell, dem Galaxy S25 Ultra, übernommen werden.
Diese Entwicklung signalisiert einen Wandel in der Smartphone-Fotografie, bei dem computergestützte Verbesserungen und neue Funktionen eine größere Rolle spielen als die reine Sensorgröße oder Megapixelzahl. Für Nutzer bedeutet dies, dass die größten Innovationen in der Bildverarbeitung und in neuen Aufnahmemodi zu finden sein werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Galaxy S26 Ultra wird voraussichtlich einen Großteil der Kamera-Hardware des S25 Ultra übernehmen.
- Die einzige erwartete Hardware-Änderung betrifft den 3x-Telefotosensor.
- Der Schwerpunkt der Verbesserungen wird auf der Software liegen, einschließlich neuer Funktionen wie 3D-Videoaufnahmen.
- Die Vorstellung der neuen Serie könnte sich auf Ende Februar 2026 verschieben.
Bekannte Hardware mit gezielter Anpassung
Die Kamerasysteme der Ultra-Modelle von Samsung gehören seit Jahren zur Spitze des Marktes. Für das Galaxy S26 Ultra plant das Unternehmen offenbar, auf einer bewährten Grundlage aufzubauen. Informationen zufolge werden die Hauptkomponenten des Kamerasystems direkt vom S25 Ultra übernommen.
Dazu gehören voraussichtlich der beeindruckende 200-Megapixel-Hauptsensor sowie das 50-Megapixel-Periskop-Teleobjektiv mit 10-facher Vergrößerung. Auch die 12-Megapixel-Ultrawide-Kamera soll unverändert bleiben. Diese Sensoren haben sich bereits als äußerst leistungsfähig erwiesen und bieten eine solide Basis für hochwertige Fotos und Videos.
Das erwartete Kamera-Setup des S26 Ultra
- Hauptkamera: 200 MP
- Ultrawide: 12 MP
- 10x Teleobjektiv (Periskop): 50 MP
- 3x Teleobjektiv: Neuer Sensor (nicht mehr Sony IMX754)
Die einzige signifikante Änderung an der Hardware wird beim 3x-Teleobjektiv erwartet. Während das S25 Ultra hier auf den Sony IMX754 Sensor setzte, soll im S26 Ultra ein neuer, bisher nicht näher spezifizierter Sensor zum Einsatz kommen. Diese gezielte Anpassung könnte auf eine Optimierung für Porträtaufnahmen oder eine verbesserte Leistung bei mittleren Zoomstufen abzielen.
Stabilität statt Wettrüsten
Samsungs Entscheidung, die bewährte Hardware beizubehalten, ist ein klares Zeichen dafür, dass das Wettrüsten bei den Megapixeln an seine Grenzen stößt. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen darauf, das volle Potenzial der vorhandenen Sensoren durch intelligente Software auszuschöpfen. Dieser Ansatz ist nachhaltiger und ermöglicht es, die Bildqualität durch Algorithmen und künstliche Intelligenz kontinuierlich zu verbessern.
Der wahre Fortschritt liegt in der Software
Die eigentliche Revolution beim Galaxy S26 Ultra wird sich im Inneren abspielen. Während die Hardware vertraut wirkt, plant Samsung erhebliche Verbesserungen bei der Software und Bildverarbeitung. Hier liegt der Schlüssel zu besseren Fotos bei schwierigen Lichtverhältnissen, präziseren Farben und neuen kreativen Möglichkeiten.
Moderne Smartphone-Fotografie ist längst zu einer Domäne der „Computational Photography“ geworden. Algorithmen analysieren jedes Bild in Sekundenbruchteilen, optimieren Belichtung, Schärfe und Rauschunterdrückung und kombinieren mehrere Aufnahmen zu einem perfekten Foto. Genau in diesem Bereich wird Samsung beim S26 Ultra ansetzen, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Was ist Computational Photography?
Computational Photography (computergestützte Fotografie) nutzt digitale Verarbeitung anstelle von traditionellen optischen Prozessen. Anstatt nur ein einziges Bild aufzunehmen, erfasst das Smartphone mehrere Datenpunkte und kombiniert sie mithilfe von Algorithmen. Funktionen wie der Nachtmodus, HDR (High Dynamic Range) und der Porträtmodus sind klassische Beispiele für diese Technologie.
Ein Blick auf 3D-Videos und das XR-Headset
Eine der spannendsten Neuerungen könnte die Einführung von „APV Video“ sein. Dabei handelt es sich um einen Modus für die Aufnahme von stereoskopischen 3D-Videos. Diese Technologie erfasst Bilder aus zwei leicht versetzten Perspektiven, ähnlich wie das menschliche Auge, um einen räumlichen Tiefeneindruck zu erzeugen.
Die Integration von 3D-Videoaufnahmen könnte ein strategischer Schritt sein, um ein Ökosystem für zukünftige Mixed-Reality-Anwendungen zu schaffen.
Diese Funktion steht wahrscheinlich in direktem Zusammenhang mit Samsungs Plänen für ein eigenes „Galaxy XR“-Headset. Mit dem S26 Ultra aufgenommene 3D-Videos könnten auf einem solchen Headset abgespielt werden und dem Nutzer ein immersives Erlebnis bieten. Damit würde Samsung einen ähnlichen Weg wie Apple einschlagen, das mit dem iPhone 15 Pro bereits die Aufnahme von „Spatial Videos“ für die Vision Pro ermöglicht hat.
Diese Entwicklung zeigt, dass das Smartphone zunehmend zur zentralen Schaltstelle für die Erstellung von Inhalten für neue Plattformen wie Virtual und Extended Reality (VR/XR) wird.
Was wir sonst noch über die S26-Serie wissen
Neben den Kamera-Details gibt es erste Hinweise zum Zeitplan und zur Modellpalette der nächsten Galaxy-Generation. Die offizielle Vorstellung könnte später als gewohnt stattfinden. Berichte nennen den 25. Februar 2026 als mögliches Datum für das nächste Unpacked-Event, das voraussichtlich in San Francisco abgehalten wird.
Die Serie wird aller Voraussicht nach wieder aus drei Modellen bestehen:
- Galaxy S26 (Basis-Modell)
- Galaxy S26+
- Galaxy S26 Ultra (Top-Modell)
Ob es ein weiteres Modell wie eine „Edge“-Variante geben wird, ist derzeit noch unklar. Samsung konzentriert sich weiterhin darauf, eine klare und verständliche Produktlinie anzubieten, bei der das Ultra-Modell die technologische Speerspitze darstellt.
Für Verbraucher bedeutet die Strategie von Samsung, dass sie kein radikal neues Kameraerlebnis erwarten sollten, sondern eine verfeinerte und intelligentere Version dessen, was bereits heute möglich ist. Der Fokus auf Software und neue Funktionen wie 3D-Video zeigt, wohin die Reise geht: weg vom reinen Hardware-Vergleich hin zu einem integrierten Ökosystem aus Geräten und Inhalten.





