Der PC-Gaming-Gigant Valve hat eine neue Heimkonsole angekündigt, die Anfang 2026 auf den Markt kommen soll. Das Gerät mit dem Namen „Steam Machine“ ist als direkter Konkurrent zu Sonys PlayStation und Microsofts Xbox positioniert und soll PC-Spiele direkt ins Wohnzimmer bringen. Gleichzeitig wurde überraschend ein neues Virtual-Reality-Headset vorgestellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Valve kündigt eine neue Heimkonsole namens „Steam Machine“ für Anfang 2026 an.
- Die Konsole ist ein PC-Konsolen-Hybrid, der für das Spielen auf dem Fernseher optimiert ist.
- Technische Merkmale umfassen 4K-Auflösung und 60 Bilder pro Sekunde.
- Zusätzlich wurde das kabellose VR-Headset „Steam Frame“ enthüllt.
Eine neue Konsole für das Wohnzimmer
Valve, das Unternehmen hinter der weltweit größten PC-Spieleplattform Steam, wagt einen erneuten Vorstoß in den Konsolenmarkt. Die neue Steam Machine wurde als „leistungsstarker Gaming-PC in einem kleinen, aber starken Gehäuse“ beschrieben. Das Ziel ist es, die riesige Bibliothek an PC-Spielen, die auf Steam verfügbar sind, unkompliziert auf dem Fernseher spielbar zu machen.
Technisch basiert das Gerät auf dem hauseigenen Betriebssystem SteamOS, einer Linux-Distribution. Für die nötige Grafikleistung sorgen Prozessoren von AMD. Laut Valve wird die Konsole in der Lage sein, Spiele in 4K-Auflösung mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde darzustellen. Dies positioniert sie technisch auf Augenhöhe mit den aktuellen Konsolen von Sony und Microsoft.
Ein bekannter Name mit neuer Strategie
Dies ist nicht Valves erster Versuch, eine Konsole zu etablieren. Bereits 2014 gab es eine Reihe von Geräten unter dem gleichen Namen, die jedoch kommerziell scheiterten. Damals wurden die hohen Preise und die begrenzte Kompatibilität als Hauptgründe für den Misserfolg angesehen. Mit der neuen Version scheint Valve aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben und setzt auf eine klarere Positionierung.
Markteintritt und Preisgestaltung
Die Veröffentlichung der neuen Steam Machine ist für Anfang 2026 geplant. Ein genauer Termin wurde ebenso wenig genannt wie ein Preis. Es wird jedoch erwartet, dass die Kosten über dem Einstiegspreis der ersten Generation liegen werden, der damals bei 499 US-Dollar begann.
Valve verspricht, detailliertere Informationen zum Preis und zum genauen Erscheinungsdatum zu einem späteren Zeitpunkt bekannt zu geben. Ein zentrales Element des Systems wird der dazugehörige Controller sein, der über zwei große Trackpads verfügt. Diese sollen eine präzise Steuerung ermöglichen, die der einer Computermaus ähnelt, was besonders für Strategiespiele und Shooter vorteilhaft sein könnte.
Experten uneinig über Erfolgsaussichten
Die Ankündigung hat in der Branche unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Einige Analysten sehen die Steam Machine als Nischenprodukt für eine bereits existierende Zielgruppe. Christopher Dring, ein Branchenexperte, vergleicht das Potenzial mit dem des Handheld-PCs Steam Deck.
„Mein Gefühl ist, dass die Steam Machine ähnlich sein wird – sie wird hauptsächlich ein lukratives Enthusiasten-Publikum bestehender Steam-Spieler ansprechen, die ihre Spiele im Wohnzimmer spielen möchten.“
Andere Experten sind optimistischer. Brandon Sutton, Analyst bei Midia Research, sieht den Zeitpunkt für einen PC-Konsolen-Hybriden als ideal an. „Da Sony und Microsoft sich von reinen Konsolen-Exklusivtiteln entfernen und Streaming-Dienste immer beliebter werden, war die Zeit für einen PC-Konsolen-Hybriden noch nie so gut“, erklärte er.
Die Macht von Steam
Valve verfügt über eine enorme Nutzerbasis. Laut eigenen Angaben sind auf der Steam-Plattform regelmäßig rund 25 Millionen Spieler gleichzeitig online. Ob sich dieser Erfolg auf die neue Hardware übertragen lässt, wird sich 2026 zeigen.
Überraschung: Das Steam Frame VR-Headset
Neben der Konsole enthüllte Valve eine weitere Hardware-Neuheit: das Steam Frame, ein Virtual-Reality-Headset. Dieses Gerät ist vollständig kabellos und wird als „Streaming-First“-Gerät beschrieben. Wie die Steam Machine läuft es ebenfalls mit SteamOS und ist im Grunde ein eigenständiger PC.
Valve behauptet, mit dem Steam Frame einen technischen Sprung im VR-Bereich zu machen. Das Headset soll eine Technologie nutzen, die nur den Bereich des Bildschirms in höchster Qualität darstellt, auf den der Nutzer gerade blickt. Dies könnte die benötigte Rechenleistung erheblich reduzieren und gleichzeitig ein scharfes Bild liefern.
Valves Strategie im Konsolenmarkt
Mit den neuen Geräten fordert Valve die etablierten Größen Sony und Microsoft heraus. Der Zeitpunkt scheint strategisch gewählt. Microsoft konzentriert sich zunehmend auf seinen Abonnementdienst Game Pass, während die PlayStation 5 zwar ein Verkaufsschlager ist, Fans aber bereits auf einen Nachfolger warten.
Valves Vorteil liegt in seiner gigantischen Spielebibliothek und der treuen Community. Das Unternehmen muss jedoch beweisen, dass es ein Hardware-Ökosystem schaffen kann, das einfach genug für das Wohnzimmer ist, aber gleichzeitig die Flexibilität bietet, die PC-Spieler gewohnt sind. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Steam Machine das Potenzial hat, den Konsolenmarkt nachhaltig zu verändern.





