Microsoft baut die Brücke zwischen Smartphone und Computer weiter aus. Ein neues Update für Windows 11 erweitert die Funktion „Geräteübergreifende Fortsetzung“, die es Nutzern ermöglicht, Aufgaben von ihrem Android-Gerät nahtlos auf dem PC fortzusetzen. Vorerst profitieren Windows Insider von der Aktualisierung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Windows-11-Funktion „Geräteübergreifende Fortsetzung“ (Cross-Device Resume) wird erweitert.
- Nutzer können nun Spotify, Microsoft Office und Edge-Sitzungen vom Android-Handy am PC fortsetzen.
- Die Erweiterung wird derzeit für Windows Insider im Release Preview Channel ausgerollt.
- Die Funktion war bisher auf die Nutzung mit Microsoft OneDrive beschränkt.
Eine erweiterte Verbindung zwischen Smartphone und PC
Die Vision eines nahtlosen Ökosystems, in dem mobile Geräte und Desktop-Computer Hand in Hand arbeiten, ist ein zentrales Ziel vieler Technologieunternehmen. Microsoft unternimmt nun einen weiteren Schritt in diese Richtung, indem es die Funktionalität von Windows 11 ausbaut, um eine engere Integration mit Android-Smartphones zu ermöglichen.
Das Unternehmen hat mit der Verteilung eines Updates begonnen, das die Funktion „Geräteübergreifende Fortsetzung“ deutlich aufwertet. Diese Funktion, die erstmals im Mai letzten Jahres eingeführt wurde, war bisher auf eine sehr spezifische Anwendung beschränkt: das Öffnen von OneDrive-Dokumenten.
Von OneDrive zu alltäglichen Anwendungen
Bisher konnten Nutzer ein Dokument in OneDrive auf ihrem Smartphone öffnen und erhielten dann eine Benachrichtigung auf ihrem Windows-PC, um die Bearbeitung dort fortzusetzen – vorausgesetzt, dies geschah innerhalb von fünf Minuten. Diese Nischenfunktion wird nun auf deutlich populärere Anwendungen ausgeweitet.
Mit den neuesten Windows 11 Builds (26100.7701 und 26200.7701) können Nutzer ihre Aktivitäten in folgenden Apps direkt vom Android-Gerät auf den PC übertragen:
- Spotify: Musik oder Podcasts, die auf dem Handy laufen, können nahtlos auf dem PC weitergehört werden.
- Microsoft Office Suite: Die Bearbeitung von Word-, Excel- oder PowerPoint-Dokumenten kann ohne Unterbrechung am Computer fortgesetzt werden.
- Microsoft Edge: Eine auf dem Smartphone begonnene Browsing-Sitzung lässt sich direkt am größeren Bildschirm des PCs weiterführen.
Was ist „Geräteübergreifende Fortsetzung“?
Die Funktion zielt darauf ab, den Wechsel zwischen Geräten so reibungslos wie möglich zu gestalten. Anstatt eine App auf dem PC manuell zu öffnen und die gewünschte Datei oder den Song zu suchen, erkennt Windows die letzte Aktivität auf dem verbundenen Android-Smartphone und bietet an, diese mit einem Klick fortzusetzen. Dies spart Zeit und reduziert Reibungsverluste im Arbeitsablauf.
Wer profitiert von dem Update?
Die aktuelle Erweiterung richtet sich ausschließlich an Android-Nutzer. Während die ursprüngliche OneDrive-Integration sowohl mit Android als auch mit iOS funktionierte, bleibt die jetzige Ausbaustufe auf das Google-Betriebssystem beschränkt. Dies unterstreicht die strategische Partnerschaft zwischen Microsoft und Google, um die beiden Ökosysteme enger miteinander zu verknüpfen.
Zusätzlich zu den genannten Apps gibt es weitere spezifische Integrationen. So wird auch der hauseigene Browser des Herstellers Vivo unterstützt. Darüber hinaus können Dateien, die in Copilot auf dem Smartphone geöffnet werden, auf dem PC fortgesetzt werden. Dies gilt für Geräte der Marken Samsung, Honor, Oppo, Vivo und Xiaomi.
Unterstützte Geräte und Software
- Betriebssystem: Windows 11 Builds 26100.7701 und 26200.7701
- Mobile Plattform: Android
- Apps: Spotify, Microsoft Office, Microsoft Edge, Vivo Browser
- Hersteller (für Copilot-Integration): Samsung, Honor, Oppo, Vivo, Xiaomi
Verfügbarkeit und Ausblick
Die neuen Funktionen sind derzeit noch nicht für die Allgemeinheit verfügbar. Microsoft verteilt das Update zunächst an Teilnehmer des Windows Insider Programms im sogenannten Release Preview Channel. Dies ist die letzte Testphase vor einer breiten Veröffentlichung.
Das Unternehmen hat zudem angekündigt, dass die Verteilung schrittweise erfolgt („gradual rollout“). Das bedeutet, dass selbst nicht alle Windows Insider sofortigen Zugriff auf die erweiterte Funktion haben werden. Eine Veröffentlichung für alle Windows-11-Nutzer wird in den kommenden Wochen erwartet.
Ein Schritt im Wettbewerb der Ökosysteme
Mit diesem Schritt versucht Microsoft, die Lücke zu Apples stark integriertem Ökosystem zu verkleinern. Apple-Nutzer profitieren seit langem von Funktionen wie Handoff, die einen nahtlosen Wechsel zwischen iPhone, iPad und Mac ermöglichen. Während Microsofts Ansatz plattformübergreifend ist, bleibt die Integration im Vergleich zu Apples „walled garden“ noch begrenzt.
Beispielsweise bietet Spotify mit „Spotify Connect“ bereits eine sehr ausgereifte eigene Lösung, um die Wiedergabe zwischen verschiedenen Geräten zu steuern. Dennoch ist die Integration auf Betriebssystemebene ein wichtiger Schritt, um die Benutzererfahrung zu vereinheitlichen.
Die Erweiterung der geräteübergreifenden Funktionen ist ein klares Signal, dass Microsoft die Synergien zwischen Windows und Android weiter vertiefen will, auch nachdem die Pläne für native Android-Apps in Windows 11 aufgegeben wurden.
Zukünftige Kooperationen, etwa eine Synchronisierung für Google Chrome, könnten die Attraktivität weiter steigern. Die bisherige Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Google bei ähnlichen Initiativen lässt hoffen, dass die aktuelle Erweiterung nur der Anfang einer noch tieferen Integration ist.





