Nach dem Weggang des Designchefs Alan Dye zu Meta Platforms herrschte bei vielen Apple-Nutzern Unsicherheit über die Zukunft des neuen „Liquid Glass“-Designs, das mit iOS 26 eingeführt wurde. Interne Berichte zeigen nun, dass Apple an der umstrittenen Benutzeroberfläche festhalten wird. Gleichzeitig gibt es neue Details zu Verzögerungen bei Siri und einem faltbaren iPhone.
Das Wichtigste in Kürze
- Apples „Liquid Glass“-Design, eingeführt mit iOS 26, wird trotz des Wechsels von Designchef Alan Dye zu Meta beibehalten.
- Die Entwicklung der Benutzeroberfläche war ein mehrjähriger Prozess, an dem auch der neue Designchef Steve Lemay maßgeblich beteiligt war.
- Zukünftige Updates wie iOS 27 werden sich auf Verbesserungen und Feinabstimmungen des Designs konzentrieren, nicht auf eine komplette Neugestaltung.
- Verzögerungen bei der Entwicklung von Siri haben erneut den Start eines neuen Smart-Home-Geräts verschoben.
- iOS 27 wird wichtige Anpassungen für ein kommendes faltbares iPhone enthalten, einschließlich Split-Screen-Funktionalität.
Die Kontroverse um Liquid Glass
Als Apple im vergangenen Jahr iOS 26 vorstellte, stand nicht die künstliche Intelligenz im Mittelpunkt, sondern eine radikale Designänderung namens „Liquid Glass“. Diese neue Benutzeroberfläche, die sich durch glasähnliche, transparente Effekte auf Menüs, Symbolen und Widgets auszeichnet, sollte die Aufmerksamkeit von den damals noch begrenzten KI-Funktionen ablenken.
Die Strategie ging auf. Die Diskussion in der Tech-Community drehte sich monatelang um das neue Erscheinungsbild. Die Reaktionen waren gemischt: Während viele die moderne Ästhetik lobten, kritisierten andere die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit. Die Debatte verschärfte sich, als der verantwortliche Designchef Alan Dye das Unternehmen verließ, um eine führende Position bei Meta anzutreten.
Ein strategischer Wechsel in der Führung
Der Abgang von Alan Dye, der mehrere Designer mit zu Meta nahm, war ein ungewöhnlicher Vorgang für Apple. Führungskräfte auf dieser Ebene wechseln selten zu direkten Konkurrenten. Dies nährte Spekulationen, dass sein Nachfolger, Steve Lemay, das umstrittene Design rückgängig machen könnte.
Viele Beobachter sahen in Lemay einen potenziellen „Retter“, der Apple zu einem klassischeren Design zurückführen würde. Doch interne Informationen zeichnen ein anderes Bild.
Warum das neue Design bleiben wird
Entgegen vieler Gerüchte ist eine Abkehr von Liquid Glass in naher Zukunft äußerst unwahrscheinlich. Die Entwicklung dieser Designsprache war ein mehrjähriger Prozess, der eng mit der Gestaltung von visionOS, dem Betriebssystem der Vision Pro, verbunden war. Ein Kurswechsel würde erneut Jahre in Anspruch nehmen.
Interessanterweise war Steve Lemay, der neue Leiter des Human-Interface-Teams, selbst eine treibende Kraft hinter der Entwicklung von Liquid Glass. Er arbeitete eng mit Alan Dye zusammen, um die neue Ästhetik über alle Apple-Betriebssysteme hinweg zu implementieren. Es gibt keine Hinweise darauf, dass es innerhalb des Designteams nennenswerten Widerstand gegen die Einführung gab.
Feinabstimmungen statt kompletter Neuausrichtung
Anstatt das Design zu verwerfen, konzentrieren sich die Entwicklerteams derzeit auf dessen Verbesserung. Aktuelle interne Versionen von iOS 27 und macOS 27 deuten nicht auf eine grundlegende Überarbeitung hin. Stattdessen werden schrittweise Anpassungen vorgenommen, um auf Nutzerfeedback zu reagieren.
Bereits in der Beta-Version von iOS 26.4 hat Apple neue Optionen eingeführt, mit denen Nutzer die Intensität des Glas-Effekts reduzieren können. Dies zeigt, dass das Unternehmen die Kritik an der Lesbarkeit ernst nimmt und an Lösungen arbeitet.
Ein zentrales technisches Ziel für iOS 27 ist die Implementierung eines systemweiten Schiebereglers, mit dem die Transparenz präzise gesteuert werden kann. Bisher konnte diese Funktion nur für die Uhr auf dem Sperrbildschirm umgesetzt werden, da die Integration in App-Ordner und Navigationsleisten technische Hürden aufwarf. Sollte Apple diese Herausforderung meistern, könnte dies die Akzeptanz des Designs erheblich steigern.
Verzögerungen bei Siri bremsen Hardware-Pläne
Während die Design-Debatte die Öffentlichkeit beschäftigt, haben interne Verzögerungen bei der Entwicklung von Siri direkte finanzielle Auswirkungen. Die geplante Überarbeitung des Sprachassistenten, intern als „Campo“ bezeichnet, kommt langsamer voran als erwartet. Dies hat bereits mehrfach die Markteinführung eines neuen Smart-Home-Geräts verhindert.
Bei dem Gerät mit der internen Bezeichnung J490 handelt es sich um ein 7-Zoll-Display, das an einem Lautsprecher befestigt oder an der Wand montiert werden kann. Es soll eine personalisierte Siri-Erfahrung bieten und Nutzer per Gesichtserkennung identifizieren. Ursprünglich für März 2025 geplant, wurde der Start bereits mehrfach verschoben. Der aktuelle Zeitplan sieht eine Veröffentlichung im September vor, doch weitere Verzögerungen sind angesichts der KI-Herausforderungen nicht ausgeschlossen.
Die Schwierigkeiten bei der Weiterentwicklung von Siri und der Integration von KI-Modellen wie Googles Gemini sind derzeit eine der größten Prioritäten für die Software-Ingenieure bei Apple.
iOS 27 bereitet den Weg für das faltbare iPhone
Eine der spannendsten Neuerungen, die mit iOS 27 erwartet wird, betrifft ein zukünftiges Hardware-Produkt: das faltbare iPhone. Die Ingenieure arbeiten an umfangreichen Anpassungen des Betriebssystems, um die größere, entfaltete Bildschirmfläche optimal zu nutzen.
Die Software soll sich im aufgeklappten Zustand ähnlich wie eine iPad-App verhalten. Dazu gehören unter anderem Navigationsleisten am linken Bildschirmrand. Die größte Änderung wird jedoch die Einführung von Split-Screen-Apps auf dem iPhone sein, eine Funktion, die sich viele Nutzer schon lange für die Pro-Max-Modelle gewünscht haben.
- App-Layouts: Apps werden im entfalteten Zustand ein iPad-ähnliches Layout mit Seitenleisten erhalten.
- Split-Screen: Erstmals wird es auf einem iPhone möglich sein, zwei Apps nebeneinander zu verwenden.
- Fokus auf Medien und Gaming: Das breitere Format soll besonders für die Wiedergabe von Videos und für Spiele optimiert sein.
Das faltbare iPhone verspricht, eines der teuersten Geräte im Apple-Portfolio zu werden. Die hohen Kosten sind hauptsächlich auf die komplexe Herstellung der faltbaren Displays und des Scharniers zurückzuführen. Da Apple die Displays von Samsung Display beziehen wird, ist mit einem Preis zu rechnen, der die aktuellen Foldables auf dem Markt noch übersteigen könnte.





