WhatsApp hat eine neue Funktion eingeführt, die es Eltern ermöglicht, spezielle Konten für ihre Kinder unter 13 Jahren zu erstellen und zu verwalten. Diese Maßnahme soll eine sicherere Kommunikationsumgebung für jüngere Nutzer schaffen, die bereits Smartphones verwenden, und gibt Eltern erweiterte Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten.
Wichtige Fakten
- WhatsApp startet elterlich verwaltete Konten für Nutzer unter 13 Jahren.
- Eltern erhalten Benachrichtigungen über Aktivitäten wie neue Kontakte oder Gruppenbeitritte.
- Die Konten haben eingeschränkte Funktionen, zum Beispiel keinen Zugriff auf Meta AI oder Channels.
- Alle Nachrichten und Anrufe bleiben durchgehend verschlüsselt.
- Die Einrichtung erfordert beide Geräte (Elternteil und Kind) und wird durch eine PIN geschützt.
Ein Schritt in Richtung kontrollierter Nutzung
Der Messenger-Dienst WhatsApp, der zum Meta-Konzern gehört, reagiert auf das Feedback vieler Eltern. Obwohl die App offiziell für Nutzer ab 13 Jahren freigegeben ist, nutzen viele jüngere Kinder den Dienst, um mit ihrer Familie in Kontakt zu bleiben. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurden nun die „elterlich verwalteten Konten“ entwickelt.
Die neue Funktion zielt darauf ab, einen Mittelweg zu finden: Sie erlaubt die Nutzung des Messengers, aber unter den wachsamen Augen der Erziehungsberechtigten. Die Einführung erfolgt zunächst in ausgewählten Regionen und soll in den kommenden Monaten schrittweise weltweit ausgerollt werden.
Hintergrund der Entscheidung
Die Einführung dieser Konten erfolgt in einer Zeit, in der der Jugendschutz in digitalen Medien weltweit intensiv diskutiert wird. Länder wie Dänemark, Deutschland und Spanien erwägen strengere Altersgrenzen für soziale Medien. WhatsApp, obwohl primär ein Kommunikationswerkzeug und kein soziales Netzwerk, positioniert sich mit diesem Schritt proaktiv im Bereich der digitalen Sicherheit für Minderjährige.
So funktioniert die Einrichtung und Verwaltung
Die Erstellung eines verwalteten Kontos ist ein bewusster Prozess, der die Anwesenheit von Elternteil und Kind erfordert. Um ein Konto für ein Kind unter 13 Jahren einzurichten, müssen beide Smartphones – das des Elternteils und das des Kindes – zur Hand sein.
Der Authentifizierungsprozess erfolgt über das Scannen eines QR-Codes. Dies stellt sicher, dass die Verknüpfung der beiden Konten autorisiert ist. Nach der erfolgreichen Verknüpfung können Eltern eine sechsstellige PIN festlegen. Diese PIN dient als Sicherheitsschlüssel, um die Einstellungen des Kinderkontos zu schützen und Änderungen ausschließlich vom Elterngerät aus zu ermöglichen.
Detaillierte Kontrollmöglichkeiten für Eltern
Die elterlichen Kontrollen sind umfassend und in zwei Stufen unterteilt: Standard-Benachrichtigungen und optionale Aktivitätsmeldungen.
Standardmäßig werden Eltern über grundlegende Sicherheitsereignisse informiert. Dazu gehören:
- Ein neuer Kontakt wird hinzugefügt.
- Ein bestehender Kontakt wird blockiert.
- Ein Nutzer oder eine Nachricht wird gemeldet.
Zusätzlich können Eltern optionale Benachrichtigungen für eine breitere Palette von Aktivitäten aktivieren. Diese geben einen tieferen Einblick in die Nutzung der App durch das Kind:
- Änderung des Profilnamens oder Profilbildes.
- Erhalt einer neuen Chatanfrage von einem unbekannten Kontakt.
- Beitritt zu einer Gruppe, Erstellung einer neuen Gruppe oder Verlassen einer Gruppe.
- Aktivierung von selbstlöschenden Nachrichten in einer Gruppe.
- Löschung eines Chats oder eines Kontakts.
„Wir haben von Eltern gehört, die Mobiltelefone für ihre Kinder im Vor-Teenager-Alter gekauft haben, dass sie ihnen auf WhatsApp Nachrichten schicken möchten. Elterlich verwaltete Konten sind speziell dafür konzipiert, dieser Gruppe zusätzliche Kontrolle über Einstellungen und Kommunikation zu geben.“
Eingeschränkter Funktionsumfang für mehr Sicherheit
Um die jüngsten Nutzer zu schützen, sind die verwalteten Konten in ihrem Funktionsumfang bewusst eingeschränkt. Bestimmte Features, die für erwachsene Nutzer verfügbar sind, stehen Kindern nicht zur Verfügung.
Diese Funktionen sind gesperrt
Konten für unter 13-Jährige haben keinen Zugriff auf Meta AI, die KI-gestützte Assistenzfunktion. Ebenso sind die Kanäle (Channels), eine Funktion zum Abonnieren von öffentlichen Feeds, und die Status-Funktion deaktiviert. Zudem können Kinder in Einzelchats keine selbstlöschenden Nachrichten aktivieren.
Trotz dieser Einschränkungen bleibt das Kernversprechen von WhatsApp erhalten: Alle Chats und Anrufe sind weiterhin durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Das bedeutet, dass weder WhatsApp noch Meta den Inhalt der Konversationen einsehen können.
Zusätzliche Schutzmechanismen im Chat
WhatsApp hat weitere Sicherheitsvorkehrungen implementiert, um Kinder vor unerwünschten Kontaktaufnahmen zu schützen. Wenn ein Kind eine Nachricht von einer unbekannten Nummer erhält, wird eine spezielle Kontext-Karte angezeigt.
Diese Karte informiert darüber, ob der unbekannte Kontakt gemeinsame Gruppen mit dem Kind hat und aus welchem Land die Person stammt. Zudem werden Bilder von unbekannten Kontakten standardmäßig unscharf dargestellt, um das Kind vor potenziell ungeeigneten Inhalten zu schützen. Anrufe von unbekannten Nummern können ebenfalls pauschal stummgeschaltet werden.
Kontrolle über Anfragen und Einladungen
Alle Chatanfragen von unbekannten Personen landen in einem separaten Ordner. Dieser Ordner ist durch die elterliche PIN gesperrt. Das Kind kann die Anfragen also nicht ohne die Zustimmung der Eltern einsehen oder annehmen.
Ein ähnlicher Mechanismus greift bei Einladungslinks zu Gruppen. Auch diese sind hinter der PIN gesperrt. Bevor Eltern eine Gruppeneinladung annehmen, erhalten sie Informationen über die Gruppe, etwa die Anzahl der Mitglieder und wer der Administrator ist. Dies ermöglicht eine fundierte Entscheidung.
Der Übergang zum Standardkonto
Das System ist so konzipiert, dass es mit dem Kind mitwächst. Wenn das Kind älter wird und die Altersgrenze von 13 Jahren erreicht, erhält es eine Benachrichtigung. Diese informiert darüber, dass das verwaltete Konto in ein Standardkonto umgewandelt werden kann.
Meta plant außerdem, Eltern die Möglichkeit zu geben, diesen Übergang um bis zu 12 Monate hinauszuzögern. Dies gibt Familien zusätzliche Flexibilität, den richtigen Zeitpunkt für den Wechsel zu einem unbeschränkten Konto selbst zu bestimmen.





