Der Hardware-Hersteller Plaud hat kurz vor der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas sein neuestes Produkt vorgestellt: den Plaud NotePin S. Dieses tragbare Gerät zur KI-gestützten Notizerfassung wird durch eine neue Desktop-Anwendung ergänzt, die speziell für die Aufzeichnung digitaler Meetings entwickelt wurde.
Das Wichtigste in Kürze
- Neues Gerät: Der Plaud NotePin S ist ein kompakter KI-Notizassistent zum Anstecken.
- Physische Steuerung: Eine neue Taste ermöglicht das Starten, Stoppen und Markieren von Aufnahmen.
- Apple Find My: Das Gerät unterstützt jetzt die „Wo ist?“-Funktion von Apple, um es leichter wiederzufinden.
- Desktop-App: Eine neue Anwendung für den Mac zeichnet Online-Meetings auf und fasst sie mit KI zusammen.
Der neue Plaud NotePin S im Detail
Plaud erweitert sein Portfolio an KI-gestützten Aufnahmegeräten mit dem NotePin S. Das neue Modell baut auf dem Erfolg seines Vorgängers auf und führt gezielte Verbesserungen für eine einfachere Bedienung ein. Die auffälligste Neuerung ist eine physische Taste, mit der Nutzer die Aufnahme direkt am Gerät starten und stoppen können.
Während einer laufenden Aufzeichnung kann dieselbe Taste angetippt werden, um wichtige Momente zu markieren. Diese Funktion erleichtert das spätere Auffinden relevanter Gesprächspassagen erheblich und war bisher dem höherpreisigen Modell Plaud Note Pro vorbehalten.
Flexibilität beim Tragen
Ein zentrales Merkmal des NotePin S ist seine Vielseitigkeit. Im Lieferumfang sind mehrere Zubehörteile enthalten, die unterschiedliche Tragemöglichkeiten erlauben. Dazu gehören ein Clip, ein Umhängeband, ein Magnet-Pin und ein Armband. Dadurch lässt sich das Gerät unauffällig an der Kleidung befestigen oder bequem am Körper tragen.
Integration in das Apple-Ökosystem
Eine weitere wichtige Neuerung ist die Integration der „Wo ist?“-Funktion von Apple (Find My). Sollte der kleine Notizassistent einmal verlegt werden, können Besitzer ihn über das Netzwerk von Apple orten. Dies erhöht die Sicherheit und den Komfort für Nutzer, die bereits tief im Apple-Ökosystem verwurzelt sind.
Der Preis für den Plaud NotePin S liegt bei 179 US-Dollar. Mit diesem Gerät zielt das Unternehmen vor allem auf Personen ab, die häufig unterwegs sind und eine unkomplizierte Lösung für die Erfassung von Gesprächen, Interviews oder spontanen Ideen benötigen.
Technische Leistung und Service
Die Kernspezifikationen des NotePin S bleiben im Vergleich zur vorherigen Generation unverändert. Das Gerät verfügt über einen internen Speicher von 64 GB, was für zahlreiche Stunden an Audioaufnahmen ausreicht. Der Akku ermöglicht eine kontinuierliche Aufnahmezeit von bis zu 20 Stunden.
Aufnahmetechnik und Reichweite
Für eine klare Tonqualität sind zwei MEMS-Mikrofone (Micro-Electro-Mechanical Systems) verbaut. Diese können Stimmen aus einer Entfernung von bis zu drei Metern (9,8 Fuß) zuverlässig erfassen. Im Vergleich zum Note Pro Modell sind die Akkulaufzeit und die Aufnahmereichweite zwar etwas geringer, dafür ist der NotePin S deutlich kompakter und leichter.
Zum Servicepaket gehört ein monatliches Kontingent von 300 Freiminuten für die KI-gestützte Transkription. Die aufgezeichneten Gespräche werden also automatisch in Text umgewandelt und können anschließend durchsucht und bearbeitet werden.
Neue Desktop-App für digitale Meetings
Neben der neuen Hardware hat Plaud auch eine Software-Lösung vorgestellt, die das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu etablierten Meeting-Assistenten wie Fathom, Granola oder Fireflies stellt. Die neue Desktop-Anwendung für Mac-Computer wurde entwickelt, um Online-Meetings automatisch zu protokollieren.
Die App erkennt laut Hersteller automatisch, wenn ein Meeting in einer gängigen Anwendung wie Zoom oder Microsoft Teams aktiv ist, und bietet an, die Besprechung aufzuzeichnen.
Die Aufzeichnung erfolgt über das System-Audio des Computers, wodurch alle Gesprächsteilnehmer erfasst werden. Anschließend nutzt die Software künstliche Intelligenz, um das Transkript zu analysieren und in strukturierte Notizen, Zusammenfassungen und Aufgabenlisten umzuwandeln.
Multimodale Notizen für mehr Kontext
Die Desktop-App unterstützt zudem multimodale Eingaben. Nutzer können während eines Meetings nicht nur das Audio transkribieren lassen, sondern auch Screenshots, Bilder oder getippte Notizen hinzufügen. Diese Funktion, die bereits aus der mobilen Plaud-App bekannt ist, soll den Kontext der Besprechungen besser bewahren und die Nachbereitung erleichtern.
Plauds Strategie und Marktposition
Mit der Einführung des NotePin S und der Desktop-App erweitert Plaud seine Zielgruppe deutlich. Bisher lag der Fokus stark auf der Aufzeichnung von persönlichen Gesprächen und Vorlesungen. Nun erschließt das Unternehmen auch den wachsenden Markt für Produktivitätstools im digitalen Arbeitsumfeld.
Der NotePin S ist das vierte Gerät des Unternehmens. Nach eigenen Angaben hat Plaud bisher mehr als 1,5 Millionen Geräte verkauft, was auf eine starke Nachfrage nach intelligenten Aufzeichnungslösungen hindeutet. Die Kombination aus kompakter Hardware für unterwegs und leistungsstarker Software für den Schreibtisch positioniert Plaud als umfassenden Anbieter für die Erfassung und Verarbeitung von gesprochenen Informationen.





