OpenAI hat neue Versionen seiner KI-Modelle, GPT-5.1 Instant und GPT-5.1 Thinking, veröffentlicht. Die wichtigste Neuerung für Nutzer von ChatGPT ist die Einführung von acht voreingestellten Persönlichkeitsstilen, die den Kommunikationsstil des Chatbots an die Wünsche der Nutzer anpassen sollen.
Das Wichtigste in Kürze
- OpenAI führt die neuen Modelle GPT-5.1 Instant (schneller) und GPT-5.1 Thinking (für komplexe Aufgaben) ein.
- Nutzer können jetzt zwischen acht Kommunikationsstilen wählen, darunter „Professionell“, „Freundlich“ und „Zynisch“.
- Die neuen Funktionen sind eine Reaktion auf Nutzerfeedback und den Versuch, eine Balance zwischen Personalisierung und Sicherheit zu finden.
- Die Änderungen werden schrittweise zuerst für zahlende Abonnenten und später für alle Nutzer ausgerollt.
Neue Modelle für Geschwindigkeit und Tiefe
Das Technologieunternehmen OpenAI hat am Mittwoch zwei aktualisierte Versionen seiner führenden KI-Modelle vorgestellt. Das neue Standardmodell für die meisten Aufgaben in ChatGPT wird GPT-5.1 Instant sein. Es ist auf schnelle Antworten optimiert und nutzt ein Verfahren namens „adaptives Denken“, bei dem die KI selbst entscheidet, wie viel Rechenzeit für eine Anfrage aufgewendet werden soll.
Für komplexere Anfragen, die eine tiefere Problemlösung erfordern, wurde GPT-5.1 Thinking entwickelt. Dieses Modell simuliert einen Denkprozess, um anspruchsvollere Aufgaben zu bewältigen.
Verbesserte Leistung
OpenAI gibt an, dass beide GPT-5.1-Modelle in technischen Benchmarks, insbesondere in den Bereichen Mathematik und Programmierung, besser abschneiden als ihr Vorgänger GPT-5, der im August veröffentlicht wurde.
Acht Persönlichkeiten für ChatGPT
Die wohl auffälligste Änderung für die täglich mehr als 800 Millionen Nutzer ist die Einführung von acht voreingestellten Persönlichkeiten. Diese Optionen sollen die Art und Weise, wie ChatGPT antwortet, grundlegend verändern und an die jeweilige Situation anpassen. Die zugrunde liegende KI-Fähigkeit bleibt dabei unverändert; es handelt sich um eine Anpassung des Kommunikationsstils.
Wählbare Kommunikationsstile
Nutzer können nun aus den folgenden Voreinstellungen wählen:
- Professionell
- Freundlich
- Direkt
- Schrullig
- Effizient
- Zynisch
- Nerdig
- Standard
Diese „Persönlichkeiten“ werden durch spezielle Anweisungen aktiviert, die dem System vor jeder Nutzeranfrage übermittelt werden. Zusätzlich experimentiert OpenAI mit weiteren Einstellungsoptionen, mit denen Nutzer die Kürze der Antworten oder die Häufigkeit von Emojis steuern können.
Reaktion auf Nutzerfeedback
Die Einführung der Persönlichkeiten ist eine direkte Reaktion auf gemischtes Feedback aus der Community. Während einige Nutzer die bisherigen Modelle als übermäßig fröhlich und anbiedernd empfanden, kritisierten andere eine zu roboterhafte und unpersönliche Interaktion. Mit den neuen Optionen versucht OpenAI, einem breiteren Spektrum von Anwendungsfällen gerecht zu werden.
Der Balanceakt zwischen Personalisierung und Sicherheit
Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, erklärte in einem Blogbeitrag, dass das Unternehmen von einem „One-size-fits-all“-Ansatz abrücken wolle. „Wir möchten, dass sich ChatGPT wie Ihr persönliches Werkzeug anfühlt und so mit Ihnen zusammenarbeitet, wie es für Sie am besten passt“, so Simo.
Gleichzeitig warnte sie vor den Risiken einer übermäßigen Personalisierung.
„Eine bis zum Äußersten getriebene Personalisierung wäre nicht hilfreich, wenn sie nur Ihre Weltanschauung verstärkt oder Ihnen sagt, was Sie hören wollen.“
Simo verglich die Situation mit einem Partner, dessen Eigenschaften man so bearbeiten könnte, dass er einem immer zustimmt. Die wertvollsten Menschen im Leben seien jedoch jene, die zuhören und sich anpassen, aber auch herausfordern und beim Wachsen helfen.
Umgang mit ungesunder Bindung
Diese Bedenken sind nicht nur theoretischer Natur. Nach Vorwürfen, KI-Chatbots hätten zu ungesunden emotionalen Abhängigkeiten geführt, steht OpenAI unter genauer Beobachtung von Regulierungsbehörden. Das Unternehmen arbeitet mit Experten und Psychologen zusammen, um zu verstehen, wie gesunde Interaktionen mit KI-Modellen aussehen sollten.
Das grundlegende Problem liegt in der menschenähnlichen Simulation des Chatbots. ChatGPT erweckt den Eindruck, eine konstante Entität zu sein, die den Nutzer kennt und mit ihm sympathisiert. Dies kann bei anfälligen Personen zu problematischen Bindungen führen.
Simo räumte diese Herausforderung ein: „Wir müssen auch wachsam sein bezüglich des Potenzials, dass einige Menschen eine Bindung zu unseren Modellen entwickeln, die zu Lasten ihrer realen Beziehungen, ihres Wohlbefindens oder ihrer Verpflichtungen geht.“
Schrittweise Einführung und API-Zugang
Die neuen Modelle und Funktionen werden in den kommenden Tagen schrittweise eingeführt. Zuerst erhalten zahlende Abonnenten Zugang, bevor die Neuerungen für alle kostenlosen Nutzer verfügbar gemacht werden. Die älteren GPT-5-Modelle bleiben für Abonnenten noch drei Monate lang zugänglich, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen.
Entwickler werden ebenfalls bald Zugriff erhalten. GPT-5.1 Instant und GPT-5.1 Thinking sollen noch diese Woche über die API verfügbar gemacht werden. Damit unterstreicht OpenAI sein Bestreben, die Technologie nicht nur für Endverbraucher, sondern auch für die breitere Entwicklergemeinschaft zugänglich zu machen.





