Auf dem Mobile World Congress 2026 in Barcelona hat Motorola sein neuestes Falt-Smartphone, das Razr Fold, vorgestellt. Das Gerät im Buch-Format setzt neue Maßstäbe bei der Bildschirmhelligkeit und Akkukapazität und zielt damit direkt auf die etablierte Konkurrenz.
Mit Werten von über 6000 Nits für beide Displays und einem leistungsstarken Kamerasystem will der Hersteller den Markt für faltbare Telefone neu definieren. Die Präsentation in Barcelona gab erste Einblicke in ein Gerät, das sowohl durch seine inneren Werte als auch sein Design überzeugen soll.
Die wichtigsten Eigenschaften
- Zwei Displays mit Spitzenhelligkeiten von 6200 Nits (innen) und 6000 Nits (außen).
- Ein großer 6.000-mAh-Akku mit Silizium-Kohlenstoff-Technologie.
- Ein Fünf-Kamera-System mit einem 50-MP-Hauptsensor und 3-fachem optischem Zoom.
- Angetrieben vom Snapdragon 8 Gen 5 Prozessor mit Flüssigkeitskühlung.
- Unterstützung für den neuen Moto Pen Ultra Stylus.
Heller als die Sonne: Displays setzen neue Maßstäbe
Die auffälligste Neuerung des Motorola Razr Fold sind seine Bildschirme. Das Unternehmen hat sich entschieden, die Helligkeit weit über das Niveau der Konkurrenz zu heben. Das faltbare Hauptdisplay misst 8,1 Zoll und erreicht eine beeindruckende Spitzenhelligkeit von 6200 Nits.
Auch der äußere Bildschirm steht dem kaum nach und leistet bis zu 6000 Nits. Zum Vergleich: Andere führende Falt-Smartphones erreichen oft nur Werte um 3000 Nits. Diese extreme Helligkeit sorgt dafür, dass die Inhalte selbst bei direkter Sonneneinstrahlung mühelos ablesbar bleiben.
Technisch handelt es sich beim Hauptdisplay um ein 2K-LTPO-Panel mit einer Auflösung von 2.484 x 2.232 Pixeln und einer adaptiven Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Der externe Bildschirm bietet eine Auflösung von 2.520 x 1.080 Pixeln und eine noch höhere Bildwiederholrate von bis zu 165 Hz, was besonders bei schnellen Animationen und Spielen für eine flüssige Darstellung sorgt. Beide Displays unterstützen zudem Dolby Vision für eine verbesserte Farbdarstellung.
Energie für die hellen Bildschirme
Eine hohe Bildschirmhelligkeit erfordert viel Energie. Motorola begegnet dieser Herausforderung mit einem 6.000-mAh-Akku, der auf einer Silizium-Kohlenstoff-Technologie basiert. Diese bietet eine höhere Energiedichte als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus und ermöglicht so eine größere Kapazität bei vergleichsweise kompakter Bauweise.
Das Razr Fold unterstützt zudem schnelles Aufladen. Mit einem separat erhältlichen TurboPower-Ladegerät kann das Gerät mit bis zu 80 Watt kabelgebunden geladen werden. Kabelloses Laden ist mit bis zu 50 Watt ebenfalls möglich.
Trotz des großen 6.000-mAh-Akkus bleibt das Razr Fold relativ schlank. Im geöffneten Zustand misst es 4,6 mm, geschlossen sind es 9,9 mm. Samsungs aktuelles Konkurrenzmodell ist zwar dünner, verfügt aber nur über einen 4.400-mAh-Akku.
Ein Kamerasystem mit fünf Linsen
Motorola hat das Razr Fold mit einem vielseitigen Kamerasystem ausgestattet, das aus insgesamt fünf Sensoren besteht. Das Unternehmen beansprucht für sich, die beste Kamera in einem faltbaren Smartphone entwickelt zu haben und verweist auf eine hohe Bewertung durch das Testlabor DXOMARK.
Die Hauptkamera verwendet einen 50-Megapixel-Sensor mit einer lichtstarken f/1.6-Blende und optischer Bildstabilisierung. Ein spezieller 3-in-1-Lichtsensor soll die Farbgenauigkeit der Aufnahmen verbessern.
Das Kamerasystem im Detail:
- Hauptkamera: 50 MP, f/1.6, Optische Bildstabilisierung (OIS)
- Ultraweitwinkelkamera: 50 MP, 122-Grad-Sichtfeld, Makrofunktion
- Periskop-Teleobjektiv: 50 MP, 3-facher optischer Zoom, 100-facher „SuperZoom“
- Interne Selfie-Kamera: 32 MP, für 4K-Videoaufnahmen
- Externe Selfie-Kamera: 20 MP, f/2.4
Besonders das Teleobjektiv sticht hervor. Es ermöglicht einen verlustfreien 3-fachen optischen Zoom. Der digitale „SuperZoom“ soll durch eine Kombination aus Bildausschnitt und KI-gestützter Bildverarbeitung eine bis zu 100-fache Vergrößerung erreichen.
Leistung und Design
Im Inneren des Razr Fold arbeitet der Snapdragon 8 Gen 5, der aktuelle Flaggschiff-Prozessor für Android-Geräte. Um auch bei anspruchsvollen Aufgaben wie Gaming eine konstante Leistung zu gewährleisten, hat Motorola ein eigenes Flüssigkeitskühlsystem integriert.
Beim Design setzt das Unternehmen auf bekannte Elemente aktueller Razr-Modelle. Die vorgestellte Farbvariante „Blackened Blue“ verfügt über eine gewebte Piqué-Oberfläche, die sich griffig anfühlt und unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken sein soll. Alternativ wird es eine Version in „Lily White“ mit einer eher seidenmatten Oberfläche geben.
Faltbare Smartphones gelten als die nächste Evolutionsstufe im Mobilfunkmarkt. Bisher wird das Segment von wenigen großen Herstellern dominiert. Neue Wettbewerber wie Motorola versuchen, sich durch technologische Innovationen wie besonders helle Displays oder größere Akkus von der Konkurrenz abzuheben und Marktanteile zu gewinnen.
Stiftunterstützung als Produktivitätsmerkmal
Eine weitere Neuerung ist die Unterstützung für den Moto Pen Ultra. Mit diesem Stylus positioniert Motorola das Razr Fold nicht nur als Unterhaltungsgerät, sondern auch als Werkzeug für produktive Aufgaben. Notizen, Skizzen und präzise Eingaben auf dem großen 8,1-Zoll-Display werden dadurch möglich.
Zu Preis und Verfügbarkeit hat Motorola noch keine genauen Angaben gemacht. Das Razr Fold soll jedoch „in den kommenden Monaten“ in Nordamerika auf den Markt kommen. Informationen zu einem Start in Europa stehen noch aus.





