In einer Ankündigung, die in der Open-Source-Community große Beachtung findet, hat Linus Torvalds offiziell bestätigt, dass die nächste Hauptversion des Linux-Kernels die Versionsnummer 7.0 tragen wird. Dieser Schritt folgt auf die Veröffentlichung der stabilen Version 6.19 und leitet einen neuen, mit Spannung erwarteten Entwicklungszyklus ein.
Die Entscheidung, direkt zu Version 7.0 zu springen, markiert einen symbolischen Neuanfang und signalisiert eine Phase bedeutender Weiterentwicklungen. Die Arbeiten beginnen sofort, und die stabile Version wird voraussichtlich Mitte April fertiggestellt sein, rechtzeitig für die Integration in wichtige Betriebssystem-Distributionen wie Ubuntu 26.04 LTS.
Die wichtigsten Punkte
- Linus Torvalds hat nach der Veröffentlichung von Linux 6.19 die nächste Version als Linux 7.0 angekündigt.
- Die zweiwöchige Entwicklungsphase ("Merge Window") für die neuen Funktionen hat bereits begonnen.
- Die stabile Veröffentlichung von Linux 7.0 wird für Mitte April 2026 erwartet.
- Die neue Kernel-Version soll in die kommende Langzeit-Support-Version Ubuntu 26.04 LTS integriert werden.
Ein neuer Meilenstein für den Linux-Kernel
Die Nachricht kam direkt von Linus Torvalds selbst im Rahmen der Ankündigung für die stabile Version von Linux 6.19. Traditionell nutzt der Schöpfer von Linux diese Gelegenheit, um einen Ausblick auf die nächste Entwicklungsphase zu geben. Dieses Mal war die Ankündigung besonders bedeutsam, da sie den Übergang zu einer neuen Hauptversionsnummer bestätigt.
Die Entscheidung für den Sprung auf 7.0 folgt einem bekannten Muster. Torvalds begründet solche Schritte oft mit einer persönlichen Präferenz, um die Versionsnummern übersichtlich zu halten, anstatt sie ins Unendliche wachsen zu lassen. In seiner typisch humorvollen Art erklärte er die Motivation hinter der neuen Nummerierung.
„Und wie die meisten Leute schon herausgefunden haben, komme ich an den Punkt, an dem mich große Zahlen verwirren (mir gehen schon wieder fast die Finger und Zehen aus), also wird der nächste Kernel 7.0 heißen.“
Diese Aussage unterstreicht, dass der Versionssprung weniger auf einer revolutionären technologischen Umwälzung basiert, sondern vielmehr ein pragmatischer Schritt ist, um die Zählung zurückzusetzen und einen klaren Startpunkt für die nächste Evolutionsstufe des Kernels zu schaffen.
Der Entwicklungszyklus von Linux 7.0 beginnt
Unmittelbar nach der Ankündigung wurde das sogenannte „Merge Window“ für Linux 7.0 geöffnet. Dies ist eine entscheidende zweiwöchige Phase, in der die Kernel-Betreuer aus aller Welt ihre neuen Funktionen, Code-Verbesserungen und Treiber-Updates zur Aufnahme in den Hauptentwicklungszweig einreichen. Torvalds merkte an, dass bereits über drei Dutzend Anfragen („Pull Requests“) für die Integration bereitstanden, was auf einen aktiven und gut vorbereiteten Start hindeutet.
Was ist das „Merge Window“?
Das Merge Window ist die erste Phase eines jeden Linux-Kernel-Entwicklungszyklus. Während dieser etwa zweiwöchigen Periode werden neue und größere Änderungen in den Quellcode integriert. Nach dem Schließen des Fensters liegt der Fokus ausschließlich auf der Stabilisierung des Codes, der Fehlerbehebung und der Verfeinerung der bereits integrierten Funktionen, bis die endgültige, stabile Version veröffentlicht wird.
Nach Ablauf dieser zwei Wochen wird der Fokus vollständig auf die Stabilisierung verlagert. In den darauffolgenden Wochen werden mehrere „Release Candidates“ (RC-Versionen) veröffentlicht, die es Entwicklern und Testern ermöglichen, Fehler zu finden und zu beheben. Dieser iterative Prozess stellt sicher, dass die endgültige Version so stabil und zuverlässig wie möglich ist.
Was von Linux 7.0 zu erwarten ist
Obwohl die spezifischen Funktionen, die es in die endgültige Version schaffen werden, erst nach dem Schließen des Merge Windows feststehen, gibt es bereits zahlreiche Bereiche, in denen signifikante Fortschritte erwartet werden. Die Entwicklung des Linux-Kernels ist ein kontinuierlicher Prozess, und jede neue Version bringt eine Fülle von Verbesserungen mit sich.
Potenzielle Verbesserungsbereiche
- Hardware-Unterstützung: Jede neue Kernel-Version erweitert die Kompatibilität mit der neuesten Hardware. Für Linux 7.0 werden Verbesserungen für neue Prozessoren von Intel und AMD, aktuelle Grafikkarten und andere Peripheriegeräte erwartet.
- Leistungsoptimierungen: Entwickler arbeiten ständig daran, die Effizienz des Kernels zu steigern. Dies umfasst Optimierungen im Scheduler, im Speichermanagement und in den Netzwerktreibern, die zu einer besseren Systemleistung führen.
- Dateisysteme: Es ist wahrscheinlich, dass Dateisysteme wie Btrfs und EXT4 weitere Verbesserungen in Bezug auf Leistung und Zuverlässigkeit erhalten werden.
- Sicherheit: Die Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. Neue Mechanismen zur Abwehr von Sicherheitslücken und zur Stärkung der Systemintegrität sind ein fester Bestandteil jeder Kernel-Entwicklung.
Bedeutung für das Ökosystem
Die Veröffentlichung von Linux 7.0 Mitte April hat weitreichende Auswirkungen, insbesondere für die Distributionen, die auf einen stabilen und modernen Kernel angewiesen sind. Einer der wichtigsten Nutznießer wird Ubuntu 26.04 LTS sein. Als „Long-Term Support“-Version wird diese Ausgabe von Ubuntu über Jahre hinweg unterstützt und bildet die Grundlage für unzählige Server, Desktops und Cloud-Instanzen.
Die Integration von Kernel 7.0 in Ubuntu 26.04 LTS bedeutet, dass Nutzer dieser populären Distribution von Anfang an von der neuesten Hardware-Unterstützung und den aktuellsten Leistungs- und Sicherheitsverbesserungen profitieren werden. Dies ist entscheidend, um die Relevanz und Wettbewerbsfähigkeit von Linux im Unternehmens- und Privatkundenbereich zu sichern.
Der Start des Entwicklungszyklus für Linux 7.0 ist somit mehr als nur eine Änderung der Versionsnummer. Er ist der Beginn eines neuen Kapitels, das die technologische Grundlage für Millionen von Geräten weltweit für die kommenden Jahre prägen wird.





