Auf der Technologiemesse CES hat Lenovo mehrere Konzept-Laptops vorgestellt, deren Bildschirme sich auf Knopfdruck vergrößern können. Ein Gaming-Modell erweitert sein Display horizontal zu einem Ultrawide-Format, während ein anderes Modell vertikal wächst, um mehr Arbeitsfläche zu schaffen.
Wichtige Erkenntnisse
- Lenovo präsentierte das Legion Pro Rollable Concept, ein Gaming-Laptop, dessen 16-Zoll-Bildschirm auf bis zu 24 Zoll horizontal ausfahren kann.
- Das ThinkPad Rollable XD Concept wächst vertikal von 13,3 auf 16 Zoll und nutzt einen Teil des Displays auf der Rückseite des Deckels.
- Neue ThinkPad X1-Modelle legen einen stärkeren Fokus auf die Reparierbarkeit durch den Nutzer, einschließlich eines austauschbaren Akkus.
- Zwei neue All-in-One-PCs mit unkonventionellen Designs wurden ebenfalls vorgestellt, darunter ein Modell mit einem fast quadratischen Bildschirm.
Gaming im Breitbildformat
Für Gamer könnte die Zukunft des mobilen Spielens breiter werden. Lenovo hat mit dem Legion Pro Rollable Concept einen Prototyp entwickelt, der diese Idee auf die Spitze treibt. Im Standardmodus verfügt das Gerät über einen 16-Zoll-Bildschirm, was für die meisten Laptops üblich ist.
Auf Knopfdruck aktivieren zwei Motoren einen Mechanismus, der das flexible OLED-Display zu beiden Seiten horizontal ausfährt. In einem ersten Schritt erreicht es eine Diagonale von 21,5 Zoll, Lenovo nennt dies den „Tactical“-Modus. Vollständig ausgefahren wird der Bildschirm zu einem 24-Zoll-Display im Ultrawide-Format, dem sogenannten „Arena“-Modus.
Diese Technologie zielt darauf ab, die Vorteile externer Breitbildmonitore in einem tragbaren Gerät zu vereinen. Spieler, die viel unterwegs sind oder häufig den Raum wechseln, könnten so ein immersives Spielerlebnis ohne zusätzliche Hardware genießen. Das Konzept basiert auf dem Gehäuse eines Legion Pro 7i, was auf eine leistungsstarke Ausstattung mit Komponenten wie einer RTX 5090 Grafikkarte und den neuesten Intel-Prozessoren hindeutet.
Von der Idee zum Produkt
Obwohl es sich bei den rollbaren Bildschirmen derzeit um Konzepte handelt, hat Lenovo in der Vergangenheit bewiesen, dass solche experimentellen Designs den Weg in den Markt finden können. Ein Beispiel ist das ThinkBook Plus Gen 7 Auto Twist, dessen motorisiertes Scharnier nun in einem finalen Produkt umgesetzt wurde.
Mehr Höhe für die Produktivität
Neben der horizontalen Erweiterung für Gamer hat Lenovo auch ein Konzept für den professionellen Einsatz vorgestellt. Das ThinkPad Rollable XD Concept verfolgt einen anderen Ansatz: Hier wächst der Bildschirm in die Höhe.
Das Gerät startet mit einem kompakten 13,3-Zoll-OLED-Display. Per Tastendruck rollt sich der Bildschirm vertikal aus und erreicht eine Größe von 16 Zoll. Dies schafft zusätzlichen Platz für das Anzeigen von Dokumenten, Webseiten oder Programm-Code, ohne in die Breite zu gehen.
Ein Display auf der Rückseite
Eine Besonderheit dieses Konzepts ist die Nutzung des aufgerollten Bildschirmteils. Wenn der Laptop geschlossen ist, bleibt ein Bereich des Displays auf der Außenseite des Deckels sichtbar. Lenovo bezeichnet dies als „World-facing“-Display. In der Demonstration wurden hier Widgets angezeigt, der genaue Anwendungsfall ist aber noch offen.
Diese Designentscheidung hat jedoch einen Nachteil: Die Webcam musste an die Seite des Gehäuses verlegt werden, was für Videokonferenzen eine ungünstige Position darstellt. Es zeigt die Kompromisse, die bei der Entwicklung solch neuer Formfaktoren eingegangen werden müssen.
Konzept wird Realität
Das Lenovo ThinkBook Plus Gen 7 Auto Twist, ein Laptop mit motorisiertem Scharnier, das sich selbst drehen kann, wird ab Juni zu einem Startpreis von 1.649 US-Dollar erhältlich sein. Dies zeigt, dass Lenovos Konzepte mehr als nur technische Spielereien sind.
Fokus auf Nachhaltigkeit und Design
Abseits der aufsehenerregenden rollbaren Bildschirme hat Lenovo auch praktischere Neuerungen vorgestellt. Die neuen Modelle des ThinkPad X1 Carbon und ThinkPad X1 2-in-1 legen einen besonderen Wert auf die Reparierbarkeit durch den Nutzer.
Ein wesentlicher Fortschritt ist die Möglichkeit, den Akku selbst auszutauschen. Lenovo wird Ersatzakkus direkt an Kunden verkaufen. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung Langlebigkeit und Nachhaltigkeit, den IT-Abteilungen in Unternehmen begrüßen dürften.
Neues internes Layout
Um die Wartung zu erleichtern, hat Lenovo das interne Design der Laptops überarbeitet. Unter dem Namen „Space Frame“ kommt eine doppelseitige Hauptplatine zum Einsatz. Komponenten wie der Display-Anschluss wurden auf die Rückseite der Platine verlegt. Dies schafft mehr Platz im Inneren, was eine bessere Kühlung bei gleichbleibender Gehäusedicke ermöglicht. Der Zugang zum Innenleben des Geräts wurde ebenfalls vereinfacht.
Neue Ideen für den Schreibtisch
Auch bei All-in-One-PCs, bei denen der gesamte Computer im Monitor integriert ist, zeigt Lenovo neue Ansätze. Der ThinkCentre X AIO bricht mit dem gewohnten Breitbildformat und bietet stattdessen ein fast quadratisches Display mit einem Seitenverhältnis von 16:18. Dies könnte eine interessante Alternative für Nutzer sein, die normalerweise ihren Monitor hochkant drehen.
Ein weiteres Modell, die Yoga AIO Aura Edition 32, besticht durch ihr futuristisches Design. Der 32-Zoll-Bildschirm scheint auf dem Schreibtisch zu lehnen und wird von einem durchsichtigen Standfuß gehalten. Dieses Gerät soll im zweiten Quartal 2026 ab 2.400 US-Dollar auf den Markt kommen.
Mit diesen Ankündigungen unterstreicht Lenovo seinen Willen, etablierte Formfaktoren zu hinterfragen und sowohl experimentelle als auch praktische Innovationen voranzutreiben.





