Amazon hat eine Initiative gestartet, die sowohl Anreize für treue Kunden schafft als auch die Nutzung illegaler Streaming-Dienste unterbindet. Besitzer älterer Fire TV Sticks können ihre Geräte gegen einen Rabatt auf ein neues Modell eintauschen. Gleichzeitig verschärft das Unternehmen sein Vorgehen gegen Apps, die den Zugriff auf raubkopierte Inhalte ermöglichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Amazon bietet ein Trade-In-Programm an, bei dem Kunden 20 % Rabatt auf einen neuen Fire TV Stick erhalten, wenn sie ihr altes Gerät einschicken.
- Gleichzeitig blockiert das Unternehmen aktiv Apps, die illegales Streaming ermöglichen, auch wenn diese nicht aus dem offiziellen App Store stammen.
- Die Maßnahmen zielen darauf ab, Urheber zu schützen und Nutzer vor Sicherheitsrisiken wie Malware und Betrug zu bewahren.
- Das neue Modell, der Fire TV Stick 4K Max, bietet erweiterte Funktionen wie 4K-Streaming, 16 GB Speicher und Cloud-Gaming-Unterstützung.
Ein Anreiz zum Aufrüsten: Das Trade-In-Programm
Für Nutzer, deren Fire TV Stick in die Jahre gekommen ist oder nicht mehr reibungslos funktioniert, bietet Amazon nun eine attraktive Möglichkeit zum Upgrade. Im Rahmen des sogenannten Trade-In-Programms können Kunden ihre alten Fire-TV-Geräte an das Unternehmen zurücksenden. Als Gegenleistung erhalten sie einen Gutschein über den Restwert des Geräts sowie einen zusätzlichen Rabatt von 20 Prozent auf den Kauf eines neuen Fire TV Sticks.
Dieses Angebot zielt insbesondere auf die Anschaffung des neuesten Modells, des Fire TV Stick 4K Max, ab. Während vergangener Rabattaktionen wie dem Black Friday konnte der Preis für dieses Gerät bereits deutlich reduziert werden. Durch die Kombination aus Aktionspreis und Trade-In-Rabatt wird die Hürde für eine Neuanschaffung weiter gesenkt.
Hintergrund der Upgrade-Angebote
Hersteller von Unterhaltungselektronik nutzen Trade-In-Programme, um den Produktlebenszyklus zu steuern. Einerseits wird die Kundenbindung gestärkt, andererseits wird sichergestellt, dass Nutzer auf aktueller Hardware unterwegs sind. Dies ist wichtig, da neue Software-Features und Sicherheitsupdates oft nur auf neueren Gerätemodellen reibungslos funktionieren.
Die neue Generation: Was der Fire TV Stick 4K Max bietet
Der Anreiz zum Umstieg wird durch die technischen Verbesserungen des neuen Modells verstärkt. Der Fire TV Stick 4K Max ist laut Herstellerangaben deutlich leistungsfähiger als seine Vorgänger, was sich in schnelleren App-Starts und einer flüssigeren Navigation bemerkbar macht.
Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:
- Bild- und Tonqualität: Unterstützung für Streaming in 4K Ultra HD sowie für die Formate Dolby Vision, HDR10+ und immersives Dolby Atmos Audio.
- Speicherplatz: Mit 16 GB bietet das Gerät doppelt so viel Speicher wie viele ältere Modelle, was mehr Platz für Apps und Downloads bedeutet.
- Fire TV Ambient Experience: Erstmals kann der Stick im Ruhezustand über 2.000 Kunstwerke und Fotografien auf dem Fernsehbildschirm anzeigen.
- Cloud-Gaming: Nutzer haben die Möglichkeit, Spiele wie Fortnite direkt über die Cloud auf den Fernseher zu streamen, ohne eine Konsole zu benötigen.
Ein Nutzer, der kürzlich das Upgrade durchführte, berichtete von einer spürbar besseren Reaktionsfähigkeit im Vergleich zum Vorgängermodell. Insbesondere die Sprachsteuerung über Alexa und die Stabilität der WLAN-Verbindung wurden positiv hervorgehoben.
Kampf gegen Piraterie: Amazon sperrt illegale Apps
Parallel zum Upgrade-Angebot verschärft Amazon seine Maßnahmen gegen die Verbreitung von raubkopierten Inhalten. Das Unternehmen hat damit begonnen, Apps zu blockieren, die den illegalen Zugriff auf Filme, Serien und Sportübertragungen ermöglichen. Diese Sperre erfolgt direkt auf der Geräteebene.
Was bedeutet „Sperre auf Geräteebene“?
Die Blockade ist nicht auf den offiziellen Amazon Appstore beschränkt. Sie betrifft auch Anwendungen, die Nutzer manuell aus externen Quellen installieren, eine Praxis, die als „Sideloading“ bekannt ist. Damit wird ein gängiger Weg zur Umgehung von App-Store-Richtlinien geschlossen.
Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass Piraterie illegal sei und man schon immer daran gearbeitet habe, sie aus dem App Store fernzuhalten. Die neuen Maßnahmen bauen auf diesen Bemühungen auf.
„Wir werden jetzt Apps blockieren, die als Zugang zu raubkopierten Inhalten identifiziert wurden, einschließlich solcher, die von außerhalb unseres App Stores heruntergeladen werden. Dies baut auf unseren laufenden Bemühungen auf, Kreative zu unterstützen und Kunden zu schützen, da Piraterie Nutzer auch Malware, Viren und Betrug aussetzen kann.“
Die Auswirkungen für Nutzer
Für die Mehrheit der Nutzer, die ausschließlich legale Streaming-Dienste wie Netflix, Prime Video oder Disney+ verwenden, ändert sich nichts. Die Maßnahmen richten sich gezielt gegen sogenannte „Dodgy Boxes“ oder modifizierte Fire TV Sticks, die für den Konsum illegaler Inhalte konfiguriert wurden.
Die Blockade soll auch die Nutzung von VPN-Diensten erschweren, die dazu verwendet werden, geografische Sperren (Geoblocking) von Streaming-Anbietern zu umgehen. Amazon positioniert sich damit klar auf der Seite der Rechteinhaber und erhöht gleichzeitig die Sicherheit seiner Plattform. Nutzer, die bisher auf illegale Quellen zurückgegriffen haben, müssen damit rechnen, dass diese auf ihren Fire-TV-Geräten nicht mehr funktionieren.





