Google hat angekündigt, seinen Dienst für Dark-Web-Berichte in Kürze einzustellen. Der Technologieriese informierte die Nutzer per E-Mail darüber, dass die Überwachung auf geleakte persönliche Daten ab Anfang 2026 nicht mehr verfügbar sein wird. Als Hauptgrund nannte das Unternehmen, dass die Berichte den Nutzern keine hilfreichen Handlungsschritte boten.
Wichtige Punkte
- Google beendet den Dienst für Dark-Web-Berichte, der Nutzer über im Dark Web gefundene Daten informierte.
- Neue Scans werden ab dem 15. Januar eingestellt, bestehende Berichte am 16. Februar 2026 gelöscht.
- Als Grund wird angegeben, dass die Funktion keine konkreten Handlungsempfehlungen bot.
- Google empfiehlt weiterhin die Nutzung von Standard-Sicherheitsmaßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passkeys.
Ein kurzes Experiment wird beendet
Der Dienst zur Überwachung des Dark Webs wurde erst im März 2023 eingeführt, zunächst als exklusiver Vorteil für Abonnenten von Google One. Im Jahr 2024 wurde die Funktion dann für alle Google-Nutzer freigeschaltet. Nun, weniger als zwei Jahre nach dem Start, wird der Dienst wieder eingestellt.
In einer E-Mail an die Nutzer skizzierte Google den Zeitplan für die Abschaltung. Ab dem 15. Januar werden keine neuen Suchen nach Nutzerdaten im Dark Web mehr durchgeführt. Die bestehenden Berichte bleiben noch bis zum 16. Februar 2026 einsehbar, bevor sie endgültig gelöscht werden. Nutzern wird die Möglichkeit gegeben, ihr Überwachungsprofil auch schon früher in den Kontoeinstellungen zu entfernen.
Was waren die Dark-Web-Berichte?
Die Funktion scannte bekannte Datenbanken und Foren im Dark Web, in denen gestohlene persönliche Informationen gehandelt werden. Fand Google Daten, die mit dem Konto eines Nutzers verknüpft waren – wie E-Mail-Adresse, Name oder Telefonnummer – wurde der Nutzer benachrichtigt. Der Bericht zeigte an, welche Daten in welchem Leak gefunden wurden.
Der Grund für das Aus: Mangelnder Nutzen
Die Entscheidung, den Dienst einzustellen, basiert laut Google auf direktem Nutzerfeedback. In der Benachrichtigung an die Nutzer erklärte das Unternehmen, die Rückmeldungen hätten gezeigt, dass die Berichte „keine hilfreichen nächsten Schritte lieferten“.
Das Kernproblem lag in der Natur des Dark Webs. Während Google bei anderen Datenschutzwarnungen aktiv eingreifen kann, etwa durch das Entfernen von persönlichen Daten aus den Suchergebnissen, hat das Unternehmen keine Kontrolle über die Inhalte im Dark Web. Die Berichte konnten Nutzer also nur darüber informieren, dass ihre Daten kompromittiert und im Umlauf sind, ohne eine Möglichkeit zur Entfernung anzubieten.
„Feedback hat gezeigt, dass es keine hilfreichen nächsten Schritte bot“, so die Erklärung von Google in der E-Mail an die Nutzer des Dienstes.
Diese Benachrichtigungen konnten zwar alarmieren, führten aber oft zu einem Gefühl der Hilflosigkeit, da die eigentliche Ursache – das Datenleck bei einem Drittanbieter – nicht durch den Nutzer oder Google behoben werden konnte.
Was ist das Dark Web überhaupt?
Für viele Nutzer ist das Dark Web ein mysteriöser Begriff. Es handelt sich dabei um einen Teil des Internets, der nicht über herkömmliche Suchmaschinen wie Google zugänglich ist. Für den Zugriff wird spezielle Software wie der Tor-Browser benötigt, der die Anonymität der Nutzer wahrt.
Diese Anonymität macht das Dark Web zu einem Anziehungspunkt für kriminelle Aktivitäten. Hier werden illegale Waren und Dienstleistungen gehandelt, darunter auch riesige Datensätze mit persönlichen Informationen, die bei Hackerangriffen auf Unternehmen und Dienste erbeutet wurden.
Wenn ein großer Online-Dienst gehackt wird, landen die gestohlenen Nutzerdaten – wie Benutzernamen, E-Mail-Adressen und Passwörter – mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später auf Marktplätzen im Dark Web.
So schützen Sie Ihre Daten weiterhin effektiv
Die Einstellung der Dark-Web-Berichte bedeutet nicht, dass Nutzer schutzlos sind. Google betont, dass andere wichtige Sicherheitsfunktionen des Google-Kontos davon unberührt bleiben und weiterhin aktiv genutzt werden sollten. Die grundlegenden Schutzmaßnahmen sind nach wie vor die wirksamsten.
Experten für Cybersicherheit empfehlen eine Reihe von bewährten Praktiken, um die eigenen digitalen Konten abzusichern:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Aktivieren Sie 2FA für alle wichtigen Online-Konten. Selbst wenn Kriminelle Ihr Passwort erbeuten, benötigen sie einen zweiten Faktor (z.B. einen Code von Ihrem Smartphone), um sich anzumelden.
- Starke und einzigartige Passwörter: Verwenden Sie für jeden Dienst ein anderes, komplexes Passwort. Passwort-Manager können dabei helfen, den Überblick zu behalten und sichere Passwörter zu generieren.
- Passkeys nutzen: Google und andere Technologieunternehmen fördern die Nutzung von Passkeys. Diese ersetzen Passwörter durch eine sicherere, kryptografische Methode, die an Ihr Gerät gebunden ist und Phishing-Angriffe erschwert.
- Google Passwortcheck: Dieses Werkzeug bleibt weiterhin verfügbar. Es prüft Ihre gespeicherten Passwörter auf bekannte Sicherheitslücken, warnt vor schwachen oder wiederverwendeten Passwörtern und informiert Sie, wenn ein Passwort in einem bekannten Datenleck aufgetaucht ist.
Letztendlich bleibt die beste Verteidigung eine proaktive digitale Hygiene. Auch wenn die Benachrichtigungen über Daten im Dark Web wegfallen, bleiben die Werkzeuge zum Schutz vor den Konsequenzen solcher Leaks weiterhin entscheidend.





