Nach zwei intensiven Wettkampftagen hat die Pro Tour Lorwyn Eclipsed ihre beiden Finalisten gekürt. In einem Feld, das von unerwarteten Deck-Strategien und dramatischen Wendungen geprägt war, setzten sich der Däne Larsen mit seinem Dimir Excruciator Deck und Portolan mit seiner Temur Harmonizer Combo durch. Das Turnier, an dem über 300 Spieler teilnahmen, zeigte ein vielfältiges Metagame, in dem etablierte Decks Schwierigkeiten hatten und neue Archetypen glänzten.
Die Top 8 spiegelten diese Vielfalt wider, mit sieben einzigartigen Decktypen, die um den Titel kämpften. Die Zuschauer erlebten spannende Matches, die oft erst in der letzten Partie entschieden wurden und die strategische Tiefe des aktuellen Standard-Formats unter Beweis stellten.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Larsen und Portolan erreichen das Finale der Pro Tour Lorwyn Eclipsed.
- Das Turnier war geprägt von einer hohen Deck-Vielfalt mit sieben einzigartigen Archetypen in den Top 8.
- Neue Strategien wie Dimir Excruciator und Temur Harmonizer erwiesen sich als äußerst erfolgreich.
- Die Matches waren von strategischer Tiefe und knappen Entscheidungen gekennzeichnet, die die Spieler an ihre Grenzen brachten.
Der Weg ins Halbfinale: Nervenkitzel und Strategie
Der Finaltag begann mit vier hochkarätigen Viertelfinal-Matches, die sofort die Spannung des Turniers verdeutlichten. Jedes Duell erzählte seine eigene Geschichte von Taktik, Anpassungsfähigkeit und manchmal auch dem nötigen Quäntchen Glück.
Larsen gegen Sánchez: Ein Duell bis zur letzten Karte
Den Auftakt machten Larsen und Sánchez in einem Match, das über die volle Distanz von fünf Spielen ging. Larsen pilotierte sein innovatives Dimir Excruciator Deck, eine Strategie, die darauf abzielt, die Bibliothek des Gegners zu leeren. Sánchez konterte mit Izzet Lessons, einem Deck, das bereits bei der letzten Weltmeisterschaft für Aufsehen sorgte.
Die Begegnung war ein ständiges Auf und Ab. In einem Spiel gelang es Larsen, seinen Gegner mit der Kernstrategie seines Decks zu besiegen, indem er ihn zwang, seine letzte Karte zu ziehen. Sánchez bewies jedoch enorme Widerstandsfähigkeit und schaffte es, ein fast verlorenes Spiel durch eine beeindruckende Kombination aus Monument to Endurance Triggern zu drehen, was Larsen 9 Lebenspunkte kostete und den Ausgleich erzwang.
Statistische Besonderheit
Im entscheidenden fünften Spiel zog Sánchez eine bemerkenswerte Starthand: drei Kopien seiner Schlüsselkarte Monument to Endurance. Obwohl dies statistisch unwahrscheinlich ist, konnte er den potenziellen Vorteil nicht in einen Sieg ummünzen.
Am Ende setzte sich Larsens aggressive Strategie durch. Mit einer Kombination aus Kreaturen und dem unerbittlichen Druck durch Restless Reef sicherte er sich den Einzug ins Halbfinale in einem Match, das als eines der denkwürdigsten des Turniers gelten wird.
Weitere Viertelfinal-Begegnungen
Während das erste Match die Zuschauer fesselte, liefen die anderen Duelle parallel. Der Kanadier Sajgalik besiegte mit seinem Izzet Elementals Deck seinen Gegner Tron souverän. Seine intensive Vorbereitung, unterstützt durch nächtliche Testsessions mit seinem Team, zahlte sich aus.
Auf der anderen Seite des Brackets lieferten sich Portolan und Lupi einen harten Kampf. Portolan, der mit seinem Temur Harmonizer Deck antrat, lag zunächst zurück, konnte das Match aber durch eine perfekt ausgeführte Combo drehen. Im entscheidenden Moment nutzte er Into the Flood Maw, um einen entscheidenden Blocker zu entfernen und sich den Sieg zu sichern.
Das letzte Viertelfinale war eine Demonstration der Stärke des Jeskai Control Decks von Belacca. Er neutralisierte jede Bedrohung seines Gegners Salvatto und gewann das Spiel durch die Kontrolle des Bretts und den Einsatz von Monk-Token, was ihn zum einzigen reinen Kontrolldeck-Spieler im Halbfinale machte.
Die Halbfinals: Zwei ungleiche Duelle
Mit den vier verbliebenen Spielern standen zwei faszinierende Halbfinal-Paarungen fest: Larsen gegen Sajgalik und Portolan gegen Belacca. Diese Matchups hatte vor dem Turnier kaum jemand auf der Rechnung, was die Unvorhersehbarkeit des Metagames unterstrich.
Larsen triumphiert in einem strategischen Meisterstück
Das erste Halbfinale zwischen Larsen und Sajgalik entwickelte sich zu einem wahren Taktik-Krimi. Wieder stand Larsens Doomsday Excruciator im Mittelpunkt. Nachdem die Spieler die ersten beiden Spiele unter sich aufgeteilt hatten, zeigte sich die Stärke von Larsens Sideboard-Strategie.
Die Macht des Doomsday Excruciator
Die Karte Doomsday Excruciator reduziert die Bibliotheken beider Spieler auf nur noch fünf Karten. Dies verändert die Dynamik des Spiels radikal. Jeder Zug und jede Karte zählt, und Spieler müssen präzise planen, um mit den verbleibenden Ressourcen zu gewinnen. Larsen meisterte diese Herausforderung wiederholt.
In Spiel drei und vier navigierte Larsen meisterhaft durch die komplexen Spielzustände nach dem Wirken des Excruciators. Im vierten Spiel stand er kurz vor der Niederlage, doch eine entscheidende Entscheidung sicherte ihm den Sieg. Anstatt auf einen direkten Sieg durch das Leeren der gegnerischen Bibliothek zu setzen, entschied er sich für eine sicherere Linie, indem er mit Superior Spider-Man seine eigene Lebenspunktezahl schützte. Diese vorsichtige Herangehensweise zahlte sich aus, als Sajgalik keine Antwort mehr fand.
"Es ging darum, die wahrscheinlichste Bedrohung zu antizipieren. Ein Bounce-Zauber hätte das Spiel beendet, also musste ich eine Route wählen, die mir eine weitere Runde garantierte. Manchmal ist der sicherere Weg der richtige.", so die Analyse eines Kommentators zur entscheidenden Spielsituation.
Portolans dominante Vorstellung
Das zweite Halbfinale verlief deutlich einseitiger. Portolan demonstrierte die explosive Kraft seines Temur Harmonizer Decks in drei schnellen und überzeugenden Spielen gegen Belaccas Jeskai Control.
Portolan nutzte die Vielseitigkeit seines Decks voll aus:
- Die Harmonizer-Kombo: Er generierte enorme Mengen an Mana und Karten, um das Spiel zu übernehmen.
- Kreative Angriffe: Durch Tricks mit Earthbender Ascension und einem zweiten Harmonizer für massive Angriffe überraschte er seinen Gegner.
- Spätspiel-Stärke: Mit Icetill Explorer sicherte er sich auch in längeren Phasen des Spiels entscheidende Vorteile.
Belaccas Kontrollstrategie fand keine Antwort auf die explosive und flexible Offensive von Portolan. Mit diesem dominanten Sieg zog Portolan ins Finale ein und etablierte sein Deck als eine der größten Überraschungen des Turniers.
Das große Finale steht fest
Mit dem Ende der Halbfinals steht die letzte Begegnung der Pro Tour Lorwyn Eclipsed fest: Larsen (Dimir Excruciator) gegen Portolan (Temur Harmonizer). Zwei Spieler, die mit innovativen und unerwarteten Decks das gesamte Feld hinter sich gelassen haben.
Es ist ein Finale, das die Geschichte dieses Turniers perfekt zusammenfasst: Ein Triumph der Kreativität und der strategischen Anpassung. Während Larsens Deck auf die Zerstörung der gegnerischen Ressourcen abzielt, setzt Portolan auf eine explosive Kombination, die das Spiel in einem einzigen Zug beenden kann. Das Duell verspricht ein spannendes Finale zu werden, das die Magic-Community noch lange in Erinnerung behalten wird.





