Die Pro Tour ist der Gipfel des kompetitiven „Magic: The Gathering“-Spiels. Für die anstehende Pro Tour Lorwyn Eclipsed haben sich Spieler weltweit auf unterschiedlichsten Wegen qualifiziert. Von großen regionalen Meisterschaften über Online-Turniere bis hin zu speziellen Events – die Geschichten von fünf Spielern zeigen, dass es nicht nur einen Weg zum Erfolg gibt.
Ihre Erfahrungen beleuchten die Vielfalt der heutigen Wettbewerbslandschaft und was es bedeutet, sich mit den Besten der Welt zu messen. Ob erfahrener Veteran oder aufstrebender Neuling, jeder Weg ist von persönlichen Zielen, harter Arbeit und einer tiefen Leidenschaft für das Spiel geprägt.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Es gibt mehrere Wege zur Pro Tour, darunter regionale Meisterschaften, Online-Qualifikationsturniere und spezielle Events wie die Spotlight Series.
- Die Turniere ziehen eine Mischung aus erfahrenen Profis und neuen Talenten an, was die Wettbewerbslandschaft dynamisch gestaltet.
- Online-Plattformen wie MTG Arena und Magic Online bieten eine zugängliche Alternative zu physischen Turnieren.
- Für viele Spieler ist die Pro Tour nicht nur ein Wettbewerb, sondern auch ein soziales Ereignis und eine Gelegenheit, Freundschaften zu pflegen.
Der direkte Weg über die Spotlight Series
Einige Wege zur Pro Tour sind offener als andere. Die Magic Spotlight Series bietet Spielern die Möglichkeit, sich ohne vorherige Qualifikation für ein großes Turnier anzumelden. Alexander MacIsaac nutzte diese Chance und sicherte sich sein Ticket für die Pro Tour Lorwyn Eclipsed durch einen Sieg beim Magic Spotlight: Spider-Man im vergangenen Oktober.
Für MacIsaac war die Teilnahme an der Pro Tour der nächste logische Schritt auf seiner Reise. „Es war der nächste Meilenstein auf meiner Magic-Reise“, erklärt er. Die Pro Tour sei für viele Spieler eine Art Statussymbol. „Man sieht Leute mit Pro-Tour-Rucksäcken oder -Spielmatten und schaut unweigerlich zweimal hin.“
Die Spotlight Series zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus Teilnehmern aus. Einerseits sind Spitzenspieler anwesend, andererseits haben auch weniger erfahrene Spieler die Chance, ihr Können zu beweisen.
„Es gibt weniger Barrieren für Leute, dorthin zu gelangen und ihr Können zu zeigen. Das ist eine der großen Schönheiten daran“, so MacIsaac.
Er beschreibt das Turnierformat mit 15 Runden als eine besondere Erfahrung, die viele Spieler zum ersten Mal erleben. Diese Events schaffen eine Brücke zwischen neuen Talenten und etablierten Veteranen.
Regionale Meisterschaften als Sprungbrett
Die Regional Championships (RCs) bilden das Rückgrat des Qualifikationssystems für die physische Pro Tour. Zwei Spieler, die diesen Weg erfolgreich beschritten haben, sind der Veteran Dom Harvey und der Neuling Owen Turcotte, beide qualifiziert über die kanadische Regionalmeisterschaft.
Erfahrung trifft auf Ehrgeiz
Dom Harvey ist ein langjähriger Profi, der bereits einen vierten Platz bei einer Pro Tour erreichte. Für ihn ist die Qualifikation eine Rückkehr auf bekanntes Terrain. „Dieses Deck hat mich vor über einem Jahrzehnt zu meiner ersten Pro Tour gebracht“, sagt er über seine Deckwahl, Amulet Titan. Harvey hat die Höhen und Tiefen des Profi-Daseins erlebt und musste sich nach einer Phase ohne direkte Einladungen wieder hocharbeiten.
Was sind Regional Championships?
Regional Championships sind große, kontinentale Turniere, die mehrmals im Jahr stattfinden. Spieler müssen sich in kleineren, lokalen Turnieren (Regional Championship Qualifiers, RCQs) für die Teilnahme qualifizieren. Die besten Spieler jeder Regional Championship erhalten eine Einladung zur Pro Tour und zur Weltmeisterschaft.
Harvey schätzt die Vielfalt der RCs weltweit. „Man hat diesen Kontrast zwischen einigen der alten Hasen, die schon eine Weile dabei sind, und den Leuten, die sich für ihre erste Pro Tour qualifizieren und überglücklich sind“, bemerkt er. Für ihn ist es diese Brücke zwischen verschiedenen Wettbewerbsniveaus, die diese Events so besonders macht.
Der überraschende Sieg
Für Owen Turcotte war der Sieg bei der kanadischen Regionalmeisterschaft eine Überraschung. Bisher hatte er seine Erfolge hauptsächlich online gefeiert. „Ich ging mit ziemlich niedrigen Erwartungen hinein“, gibt er zu. Sein Hauptziel war es, sich bei großen physischen Turnieren wohler zu fühlen.
Diese entspannte Haltung half ihm, den Druck abzubauen. „Ich glaube, diese Denkweise hat mir wirklich geholfen, den Druck von mir zu nehmen.“ Turcotte lobt das aktuelle System, da es prestigeträchtige Titel wie den des Regionalmeisters verleiht und gleichzeitig die lokale Spielszene durch die vorgeschalteten Qualifikationsturniere stärkt.
Der digitale Pfad zur Weltbühne
Neben den physischen Turnieren bieten digitale Plattformen wie Magic Online und MTG Arena direkte Wege zur Pro Tour. Der ehemalige Weltmeister Nathan Steuer nutzte diesen Weg, um sich erneut zu qualifizieren. Er sicherte sich seine Einladung sowohl über das Magic Online Champions Showcase als auch über eine Arena Championship.
Online-Turniere ermöglichen es Spielern aus der ganzen Welt, von zu Hause aus teilzunehmen. Reisekosten und logistische Hürden entfallen, was den Wettbewerb für ein breiteres Publikum öffnet.
„Ein Teil davon ist die Zugänglichkeit. Man kann diese Events von überall aus spielen“, erklärt Steuer. Er betont jedoch, dass die Konkurrenz online extrem stark ist. Wer sich hier durchsetzt, sei gut auf die Pro Tour vorbereitet. „Es trainiert dich wirklich, bereit zu sein, auf der Pro Tour anzutreten.“
Für Steuer persönlich liegt ein weiterer Vorteil im Komfort. „Mein Lieblingsaspekt ist, dass ich mich zwischen den Runden in der Bequemlichkeit meines eigenen Zuhauses entspannen kann.“ Obwohl er die soziale Interaktion bei Live-Events schätzt, kann die Online-Umgebung mental weniger anstrengend sein und eine bessere Konzentration auf die Matches ermöglichen.
Eine zweite Chance auf der MagicCon
Manchmal führt der Weg zur Pro Tour über einen Umweg. Adriano Moscato, ein Spieler mit Erfahrung aus fast zwei Dutzend Pro Tours, schaffte es beim letzten Event nicht in den zweiten Tag und hatte keine Qualifikation für Lorwyn Eclipsed. Seine zweite Chance kam bei einem Pro Tour Qualifier (PTQ) auf der MagicCon: Atlanta.
„Ich war ziemlich froh, dass es ein Turnier gab, das mir am Samstag eine zweite Chance gab“, sagt Moscato. Das Turnier war mit rund 500 Teilnehmern, die um nur vier Plätze kämpften, extrem anspruchsvoll.
Ein besonderer Aspekt dieses Qualifikationsturniers war das Format: Limited. Während die meisten Regional Championships auf Constructed-Formate setzen, bei denen Spieler ihre eigenen Decks mitbringen, wird im Limited-Format das Deck aus einer begrenzten Anzahl an Karten vor Ort gebaut.
„Ich spiele für gewöhnlich bei Regional Championships, um mich zu qualifizieren, also war das Teilnehmerfeld sehr ähnlich. Der einzige Unterschied war, dass es Limited war, mein Lieblingsformat“, freut sich Moscato.
Für ihn und seine Freunde sind solche Turniere bei MagicCons ein wichtiger Anziehungspunkt. Sie bieten auch Spielern ohne Pro-Tour-Einladung die Möglichkeit, auf hohem Niveau zu konkurrieren. Letztendlich geht es für Moscato um mehr als nur den Wettbewerb: „Es ist eine Gelegenheit, mit meinen Freunden eine Reise zu machen. Das ist für mich das Wichtigste.“





