Der mit Spannung erwartete Start des Hardcore-Shooters „Escape from Tarkov“ auf der Plattform Steam ist von massiven technischen Problemen überschattet. Tausende Spieler berichten von Verbindungsabbrüchen, unüberwindbaren Login-Hürden und Server-Ausfällen, die einen Zugang zum Spiel unmöglich machen. Die Folge ist eine Welle negativer Bewertungen, die den Ruf des Spiels auf der neuen Plattform schwer belastet.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Steam-Launch von „Escape from Tarkov“ leidet unter schweren Server- und Login-Problemen.
- Spieler können sich teilweise nicht einmal einen Account erstellen oder das Spiel starten.
- Die Nutzerbewertungen auf Steam sind mit nur 34 % positiven Stimmen „Größtenteils Negativ“.
- Entwickler Battlestate Games hat die Probleme bestätigt und arbeitet an einer Lösung.
Ein Debüt mit Hindernissen
Für viele Fans war es eine lang ersehnte Nachricht: „Escape from Tarkov“, bekannt für sein unerbittliches und realistisches Gameplay, sollte endlich über Steam verfügbar sein. Doch die Freude über den Launch am 14. November währte nur kurz. Statt actiongeladener Überlebenskämpfe sahen sich die meisten Käufer mit Fehlermeldungen und Ladebildschirmen konfrontiert.
Die Probleme begannen unmittelbar nach der Veröffentlichung. Berichte in sozialen Medien und auf der Steam-Shopseite häuften sich, wonach Spieler die Server nicht erreichen konnten. Selbst die Erstellung eines neuen Accounts über den Launcher des Spiels scheiterte bei vielen aufgrund des hohen Datenverkehrs und der überlasteten Autorisierungsdienste.
Frustrierte Community lässt Dampf ab
Die Reaktion der Spielergemeinschaft fiel entsprechend heftig aus. Innerhalb von nur 24 Stunden sammelten sich über 7.200 Rezensionen auf der Steam-Seite des Spiels an. Die Bilanz ist ernüchternd: Nur 34 Prozent dieser Bewertungen fielen positiv aus, was zu einer Gesamtbewertung von „Größtenteils Negativ“ führte.
Statistik des Scheiterns
Von mehr als 7.200 abgegebenen Nutzerrezensionen zum Steam-Start waren rund zwei Drittel negativ. Dies spiegelt die weitverbreitete Unfähigkeit der Spieler wider, das gekaufte Produkt überhaupt nutzen zu können.
Die Kommentare der Nutzer sind oft von Sarkasmus und tiefem Frust geprägt. Ein Spieler fasste seine Erfahrung mit drastischen Worten zusammen:
„Escape from Tarkov ist kein Spiel. Es ist eine kosmische Bestrafung, gesandt von gleichgültigen Göttern, um die Menschheit an ihre Bedeutungslosigkeit zu erinnern. [...] Man spielt Escape from Tarkov nicht, man erträgt es. Man erträgt es, bis der Wahnsinn dein einziger Freund wird.“
Andere Nutzer wählten einen humorvolleren, aber nicht minder kritischen Ton. Ein Kommentar, der eine positive Bewertung hinterließ, nannte das Spiel ironisch „Escape From Maintenance: Mental Warfare“ und vergab 10/10 Punkte für ein Spiel, das „so schwer ist, dass ich nicht einmal einen Account erstellen kann, ohne den Verstand zu verlieren“. Ein weiterer, kürzerer Kommentar brachte die Situation auf den Punkt: „Sie sollten eine Funktion einbauen, mit der man das Spiel tatsächlich spielen kann.“
Entwickler reagiert auf die Krise
Das Entwicklerstudio Battlestate Games meldete sich kurz nach dem Auftreten der massiven Probleme zu Wort. In einer offiziellen Mitteilung bestätigte das Team, dass der hohe Andrang zu den Schwierigkeiten beim Verbindungsaufbau und bei der Autorisierung im Spiel und im Launcher geführt habe.
„Unser technisches Team arbeitet aktiv daran, die Spieleserver und Autorisierungsdienste zu stabilisieren“, hieß es in einer Erklärung. Das Studio entschuldigte sich bei den Spielern für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Konkrete Zeitpläne für eine vollständige Behebung der Probleme wurden jedoch zunächst nicht genannt, was bei Teilen der Community für weitere Unsicherheit sorgte.
Kein neues Phänomen für Battlestate Games
Das Studio stand bereits in der Vergangenheit in der Kritik. Die Ankündigung einer 300 Euro teuren „Unheard Edition“, die einen exklusiven PvE-Modus enthalten sollte, sorgte für einen Aufschrei in der Community. Nach massivem Protest der Fans ruderte Battlestate Games zurück und entschuldigte sich für die Entscheidung, was zeigt, dass das Verhältnis zwischen Entwickler und Spielerschaft bereits zuvor angespannt war.
Die Zukunft des Tarkov-Starts auf Steam
Der missglückte Start auf einer der größten Vertriebsplattformen der Welt ist ein erheblicher Rückschlag für „Escape from Tarkov“. Während das Spiel über Jahre eine treue Fangemeinde über seinen eigenen Launcher aufgebaut hat, sollte der Steam-Release eine neue, breitere Zielgruppe erschließen.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Die Fähigkeit von Battlestate Games, die Serverprobleme schnell und nachhaltig zu lösen, wird darüber bestimmen, ob das Spiel auf Steam eine zweite Chance erhält. Gelingt dies nicht, droht der negative erste Eindruck die langfristigen Erfolgsaussichten auf der Plattform nachhaltig zu beschädigen. Viele potenzielle neue Spieler könnten durch die aktuellen Bewertungen und Berichte abgeschreckt werden, bevor sie dem Hardcore-Shooter überhaupt eine faire Chance geben.





