YouTube Music hat offenbar damit begonnen, eine der von Nutzern am sehnlichsten erwarteten Funktionen zu testen: die Möglichkeit, direkt in Playlists nach Songs zu suchen. Erste Berichte deuten auf einen begrenzten Test auf iOS-Geräten hin, was bei vielen Nutzern die Hoffnung weckt, dass das endlose Scrollen in langen Songlisten bald ein Ende haben könnte.
Seit Jahren fordern Nutzer eine solche Funktion, die bei konkurrierenden Musik-Streaming-Diensten längst Standard ist. Bisher waren umständliche Umwege über Browser-Erweiterungen am Desktop die einzige Möglichkeit, eine große Playlist zu durchsuchen.
Das Wichtigste in Kürze
- YouTube Music testet eine neue Funktion namens „In Playlist finden“.
- Die Option wurde erstmals in der iOS-App-Version 8.45.3 in Indien gesichtet.
- Es handelt sich wahrscheinlich um einen A/B-Test, da die Funktion nur für wenige Nutzer verfügbar ist.
- Die Funktion soll das Auffinden von Titeln in großen Playlists erheblich vereinfachen.
Ein Hoffnungsschimmer für Nutzer mit großen Musiksammlungen
Für Musikliebhaber, die über Jahre hinweg umfangreiche Playlists mit Hunderten oder sogar Tausenden von Songs zusammengestellt haben, war die fehlende Suchfunktion bei YouTube Music ein ständiges Ärgernis. Das manuelle Durchsuchen einer solchen Liste, um einen bestimmten Titel zu finden, ist nicht nur zeitaufwendig, sondern oft auch frustrierend.
Die neue Funktion, die Berichten zufolge unter dem Namen „In Playlist finden“ erscheint, soll dieses Problem lösen. Sie taucht im Drei-Punkte-Menü neben einer Playlist auf und ermöglicht es, gezielt nach einem Künstler oder Songtitel innerhalb der ausgewählten Liste zu suchen. Dies würde die Benutzerfreundlichkeit der App erheblich verbessern und sie näher an den Funktionsumfang von Diensten wie Spotify oder Apple Music heranführen.
Warum diese Funktion so wichtig ist
Musik-Streaming-Dienste leben von der Fähigkeit der Nutzer, ihre Musik einfach zu organisieren und abzurufen. Playlists sind das Herzstück dieser Organisation. Eine fehlende Suchfunktion innerhalb dieser Listen ist vergleichbar mit einem Buch ohne Inhaltsverzeichnis – die Informationen sind da, aber schwer zugänglich. Die Einführung dieser Funktion ist ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der grundlegenden Nutzererfahrung.
Erste Sichtung und sehr begrenzte Verfügbarkeit
Die Entdeckung der neuen Funktion geht auf einen Nutzer auf der Plattform Reddit zurück. Dieser berichtete, die Option in seiner YouTube Music App für iOS in der Version 8.45.3 entdeckt zu haben. Der Standort des Nutzers wurde mit Indien angegeben.
Allerdings scheint die Freischaltung extrem eingeschränkt zu sein. Zahlreiche andere Nutzer, auch solche mit derselben App-Version und am selben Standort, konnten die Funktion nicht finden. Dies ist ein starkes Indiz dafür, dass Google einen sogenannten A/B-Test durchführt. Bei dieser Methode wird eine neue Funktion nur für eine kleine, zufällig ausgewählte Nutzergruppe freigeschaltet, um deren Stabilität und die Reaktionen der Nutzer zu testen, bevor sie großflächig ausgerollt wird.
Es wurde auch angemerkt, dass die Suche zwar innerhalb von Playlists funktioniert, aber nicht für Radiosender, die in der eigenen Bibliothek gespeichert wurden. Dies deutet darauf hin, dass die Implementierung schrittweise erfolgt und sich zunächst auf die am häufigsten genutzten Bereiche konzentriert.
Was ist ein A/B-Test?
Bei einem A/B-Test werden zwei Versionen einer App oder Webseite (Version A und Version B) an verschiedene Nutzergruppen ausgespielt. Entwickler vergleichen dann Daten wie Nutzungsdauer, Klickraten oder Nutzerfeedback, um zu entscheiden, welche Version besser funktioniert. Dieser Ansatz minimiert das Risiko bei der Einführung neuer Funktionen.
Was bedeutet das für die Zukunft von YouTube Music?
Obwohl es sich nur um eine kleine Änderung handelt, ist die Einführung einer Playlist-Suche ein wichtiges Signal von Google. Es zeigt, dass das Unternehmen auf langjähriges Feedback aus der Community hört und daran arbeitet, grundlegende Funktionen zu verbessern, die von Anfang an hätten vorhanden sein sollen.
Für Nutzer bedeutet dies vor allem Geduld. Es ist unklar, wie lange die Testphase andauern wird und wann die Funktion für alle Nutzer auf iOS und Android verfügbar sein wird. In der Vergangenheit hat Google oft mehrere Wochen oder sogar Monate für solche Tests benötigt, bevor eine Funktion global ausgerollt wurde.
Die nächsten Schritte
Sollte der Test erfolgreich verlaufen, ist mit einer schrittweisen Einführung zu rechnen. Hier sind die wahrscheinlichsten Etappen:
- Erweiterung des Tests: Die Funktion könnte in den kommenden Wochen für mehr Nutzer und in weiteren Regionen sichtbar werden.
- Implementierung auf Android: Nach dem iOS-Test wird die Funktion mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die Android-Version der App entwickelt und getestet.
- Globaler Rollout: Sobald alle Tests abgeschlossen sind, wird die Funktion voraussichtlich über ein serverseitiges Update für alle Nutzer weltweit aktiviert.
Bis dahin bleibt Nutzern mit großen Playlists nur die Hoffnung, dass sie bald zu der Gruppe der Tester gehören oder dass Google den Prozess beschleunigt. Die Einführung dieser einfachen, aber essenziellen Funktion wäre ein großer Gewinn für die Plattform.





