Der bekannte Projektorenhersteller Xgimi wagt den Einstieg in den Markt für Wearable-Technologie. Mit der neu gegründeten Marke Memomind stellt das Unternehmen auf der CES 2026 gleich drei Modelle smarter Brillen vor, die auf künstlicher Intelligenz basieren und unterschiedliche Nutzergruppen ansprechen sollen. Die ersten Modelle sind bereits kurz nach der Messe vorbestellbar.
Die Ankündigung signalisiert einen strategischen Schritt von Xgimi, seine Expertise in der Display-Technologie auf einen aufstrebenden Markt zu übertragen. Die Memomind-Brillen sollen sich durch eine hybride KI-Plattform auszeichnen, die je nach Anforderung auf verschiedene Sprachmodelle zugreift, um Funktionen wie Echtzeit-Übersetzung und kontextbezogene Unterstützung zu ermöglichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Xgimi gründet die neue Marke Memomind, die sich auf smarte Brillen spezialisiert.
- Drei Modelle wurden angekündigt: Memo One, Memo Air Display und ein drittes, noch unbenanntes Modell.
- Die Brillen nutzen eine hybride KI, die auf Modelle wie OpenAI und Azure zugreifen kann.
- Der Startpreis für die ersten Modelle liegt bei etwa 599 US-Dollar, Vorbestellungen beginnen nach der CES 2026.
Ein neuer Akteur im Smart-Glasses-Markt
Xgimi, bisher vor allem für seine hochwertigen Heimkino- und tragbaren Projektoren bekannt, nutzt die Bühne der CES 2026, um seine Expansion in einen neuen Technologiebereich zu verkünden. Die Gründung von Memomind ist eine klare Antwort auf das wachsende Interesse an intelligenten Brillen, einem Markt, der noch in den Kinderschuhen steckt, aber enormes Potenzial birgt.
Das Unternehmen scheint eine Lücke im aktuellen Angebot identifiziert zu haben. Während einige Hersteller auf maximale technologische Ausstattung setzen, fokussieren sich andere auf ein unauffälliges Design. Memomind plant, beide Segmente mit unterschiedlichen Produkten zu bedienen.
Von der Leinwand auf die Linse
Die jahrelange Erfahrung in der Entwicklung von Projektionstechnologien verschafft Xgimi eine solide Ausgangsbasis. Die Herausforderung, klare und helle Bilder auf verschiedene Oberflächen zu projizieren, hat dem Unternehmen tiefgreifendes Wissen über Optik und Miniaturisierung eingebracht. Dieses Know-how soll nun in die Entwicklung der Displays für die Memomind-Brillen einfließen.
Die strategische Entscheidung, eine komplett neue Marke zu schaffen, deutet darauf hin, dass Xgimi Memomind als eigenständigen Akteur positionieren will. Dies ermöglicht eine klare Abgrenzung vom Kerngeschäft mit Projektoren und eine gezielte Ansprache der Zielgruppe für Wearables.
Hintergrund: Der Markt für smarte Brillen
Der Markt für smarte Brillen befindet sich in einer frühen, aber dynamischen Phase. Nach ersten Versuchen vor einigen Jahren gewinnen die Geräte durch Fortschritte in der KI, Akkulaufzeit und Display-Technologie wieder an Bedeutung. Große Technologiekonzerne und spezialisierte Start-ups konkurrieren um die Entwicklung von Geräten, die Informationen nahtlos in das Sichtfeld des Nutzers integrieren, ohne aufdringlich zu wirken.
Drei Modelle für unterschiedliche Bedürfnisse
Memomind startet nicht nur mit einem einzelnen Produkt, sondern präsentiert direkt eine ganze Produktfamilie. Dieser Ansatz zeigt, dass das Unternehmen die Vielfalt der potenziellen Nutzer und Anwendungsfälle von Anfang an berücksichtigt. Die drei angekündigten Modelle zielen auf klar definierte Segmente ab.
Memo One: Das Technologie-Flaggschiff
Das Modell Memo One ist als das technologische Spitzenprodukt der Reihe konzipiert. Es verfügt über ein Dual-Lens-Display, das es dem Träger ermöglicht, das Betriebssystem und die Anwendungen mit beiden Augen in voller Darstellung zu sehen. Integrierte Lautsprecher ergänzen das immersive Erlebnis.
Dieses Modell richtet sich an Nutzer, die den vollen Funktionsumfang einer smarten Brille ausschöpfen möchten. Anwendungsfälle reichen von Augmented-Reality-Anwendungen über Navigation bis hin zur Anzeige von Benachrichtigungen direkt im Sichtfeld. Die Memo One soll zeigen, was technologisch bereits möglich ist.
Memo Air Display: Design trifft Funktion
Im Gegensatz zur Memo One steht bei der Memo Air Display die Ästhetik im Vordergrund. Dieses Modell soll Nutzer ansprechen, die sich eine smarte Brille wünschen, die sich optisch kaum von einer herkömmlichen Brille unterscheidet. Um dies zu erreichen, setzt Memomind auf ein monokulares Display – die Informationen werden also nur für ein Auge eingeblendet.
Fokus auf Individualisierung
Ein wesentliches Merkmal der Memo Air Display ist die Möglichkeit zur Personalisierung. Nutzer können aus verschiedenen Rahmen und Bügeln wählen, um die Brille an ihren persönlichen Stil anzupassen. Dieser Fokus auf Mode und Unauffälligkeit könnte ein entscheidender Faktor sein, um die Akzeptanz in der breiten Bevölkerung zu erhöhen.
Die Funktionen sind hier subtiler in den Alltag integriert. Es geht weniger um ein umfassendes AR-Erlebnis als um dezente, nützliche Informationen, die bei Bedarf zur Verfügung stehen.
Ein drittes Modell in der Entwicklung
Über das dritte Modell hält sich Xgimi noch bedeckt. Es wurde lediglich bestätigt, dass es sich in der Entwicklung befindet und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht wird. Branchenbeobachter spekulieren, dass es sich dabei um ein spezialisiertes Modell für den professionellen Einsatz oder ein besonders preisgünstiges Einstiegsmodell handeln könnte. Offizielle Details stehen jedoch noch aus.
Das Herzstück: Eine hybride KI-Plattform
Die wahre Innovation der Memomind-Brillen liegt laut Xgimi in der Software. Anstatt sich auf ein einziges großes Sprachmodell (LLM) zu verlassen, kommt eine hybride KI-Plattform zum Einsatz. Dieses System ist darauf ausgelegt, für jede spezifische Aufgabe das am besten geeignete KI-Modell auszuwählen.
Die Brille wählt dynamisch aus verfügbaren Modellen, um die beste Leistung für eine bestimmte Aufgabe zu gewährleisten. Eine Aufgabe könnte OpenAI erfordern, während eine andere besser von Qwen oder Azure gelöst wird.
Dieser flexible Ansatz könnte ein erheblicher Vorteil sein. Er ermöglicht es der Brille, effizienter zu arbeiten und für verschiedene Anwendungsbereiche wie Übersetzung, Zusammenfassung von Texten oder kontextbezogene Anleitungen stets die optimale KI-Ressource zu nutzen.
Funktionen für den Alltag
Die KI soll unauffällig im Hintergrund agieren und den Nutzer unterstützen, ohne ihn mit digitalen Informationen zu überfluten. Zu den Kernfunktionen gehören:
- Echtzeit-Übersetzung: Gespräche oder Texte in fremden Sprachen werden direkt im Sichtfeld übersetzt.
- Zusammenfassung: Lange E-Mails oder Artikel können von der KI auf die wichtigsten Punkte reduziert werden.
- Notizen: Gesprochene Informationen können automatisch transkribiert und als Notiz gespeichert werden.
- Kontextbezogene Anleitung: Die Brille kann situationsabhängige Hilfestellungen geben, beispielsweise bei der Reparatur eines Geräts.
Preis und Verfügbarkeit
Xgimi hat bereits konkrete Informationen zur Markteinführung der ersten beiden Modelle gegeben. Die Vorbestellungsphase für die Memo One und die Memo Air Display soll direkt nach dem Ende der CES 2026 beginnen.
Der angegebene Startpreis liegt bei rund 599 US-Dollar. Es ist anzunehmen, dass dies der Preis für das Basismodell, wahrscheinlich die Memo Air Display, sein wird. Die technologisch aufwendigere Memo One dürfte preislich darüber liegen. Mit diesem Preis positioniert sich Memomind konkurrenzfähig im aufkeimenden Markt für KI-gestützte Wearables.
Der Schritt von Xgimi zeigt, dass der Wettbewerb im Bereich der smarten Brillen an Fahrt aufnimmt. Mit einem klaren Fokus auf KI und einer durchdachten Produktstrategie hat Memomind das Potenzial, sich als ernstzunehmender neuer Spieler zu etablieren.





