Microsoft bereitet die Veröffentlichung eines neuen Feature-Updates für Windows 11 vor, das in den kommenden Wochen für alle Nutzer ausgerollt werden soll. Im Fokus stehen zahlreiche Verbesserungen der Lebensqualität, darunter neue Emojis, ein integrierter Netzwerk-Geschwindigkeitstest in der Taskleiste und erweiterte Systemeinstellungen.
Das Update wurde bereits im Release Preview Channel für Windows Insider zur Verfügung gestellt und gibt einen detaillierten Einblick in die kommenden Änderungen. Diese Neuerungen sind Teil von Microsofts Strategie, das Betriebssystem kontinuierlich mit kleineren, monatlichen Funktions-Updates zu versorgen, anstatt auf große jährliche Versionen zu warten.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick
- Neue Emojis: Das Emoji 16.0 Update bringt eine Auswahl neuer Symbole, darunter einen Fingerabdruck und eine Harfe.
- Taskleisten-Verbesserungen: Ein integrierter Geschwindigkeitstest für Netzwerke ist direkt über das Taskleisten-Symbol erreichbar.
- System-Monitoring: Die Sicherheitsfunktion Sysmon wird nativ in Windows integriert, ist aber standardmäßig deaktiviert.
- Weitere Anpassungen: Unterstützung für .webp-Bilder als Desktophintergrund und eine überarbeitete Speicher-Einstellungsseite.
Verbesserungen für die tägliche Nutzung
Viele der angekündigten Änderungen zielen darauf ab, die tägliche Arbeit mit Windows 11 effizienter und angenehmer zu gestalten. Microsoft hat sich offensichtlich auf kleine, aber sinnvolle Anpassungen konzentriert, die von vielen Nutzern seit Längerem gewünscht wurden.
Die Taskleiste wird funktionaler
Eine der praktischsten Neuerungen ist der integrierte Netzwerk-Geschwindigkeitstest. Bisher mussten Nutzer auf Webseiten von Drittanbietern oder spezielle Apps zurückgreifen, um die Leistung ihrer Internetverbindung zu überprüfen. Mit dem kommenden Update genügt ein Rechtsklick auf das WLAN- oder Mobilfunksymbol in der Taskleiste.
Daraufhin öffnet sich eine Verknüpfung, die den Test direkt im Standardbrowser startet. Dies funktioniert für alle Verbindungsarten, einschließlich Ethernet, WLAN und Mobilfunk. Die Funktion soll Nutzern helfen, Netzwerkprobleme schneller zu diagnostizieren und die Performance einfach zu überprüfen.
Auch die Verwaltung von Anwendungsfenstern in der Taskleiste wurde optimiert. Wenn die Taskleiste so eingestellt ist, dass Symbole nicht gruppiert werden, verhielt es sich bisher so, dass bei Platzmangel alle Fenster einer Anwendung gleichzeitig in den Überlaufbereich verschoben wurden. Zukünftig werden nur noch die Fenster in den Überlauf verschoben, für die tatsächlich kein Platz mehr vorhanden ist. Dies sorgt für eine logischere und übersichtlichere Darstellung.
Emoji 16.0: Mehr Ausdrucksmöglichkeiten
Mit dem Update wird die Emoji-Version 16.0 in Windows 11 integriert. Diese Version enthält eine sorgfältig kuratierte Auswahl neuer Symbole aus verschiedenen Kategorien. Zu den Neuzugängen gehören unter anderem ein Fingerabdruck, eine Harfe und eine Schaufel. Die neuen Emojis sind über das bekannte Emoji-Panel zugänglich, das mit der Tastenkombination Win + . (Punkt) aufgerufen wird.
Neue Werkzeuge für Systemverwaltung und Sicherheit
Neben den sichtbaren Verbesserungen der Benutzeroberfläche bringt das Update auch wichtige neue Werkzeuge für fortgeschrittene Nutzer und Systemadministratoren. Besonders die Integration von Sysmon sticht hier hervor.
Sysmon wird Teil von Windows
Sysmon (System Monitor) ist ein leistungsstarkes Werkzeug zur Überwachung und Protokollierung von Systemaktivitäten. Es erfasst detaillierte Informationen über Prozesserstellungen, Netzwerkverbindungen und Änderungen an der Dateisystemzeit. Diese Daten sind entscheidend für die Erkennung von Bedrohungen und die forensische Analyse nach einem Sicherheitsvorfall.
Bisher musste Sysmon separat von der Microsoft-Webseite heruntergeladen und installiert werden. Mit dem Update wird es zu einem nativen Bestandteil von Windows. Es ist standardmäßig deaktiviert, kann aber über die optionalen Windows-Features oder per Kommandozeile (PowerShell) aktiviert werden.
Was ist Sysmon?
Sysmon ist ein Dienst und Gerätetreiber, der nach der Installation im System verbleibt und Systemaktivitäten im Windows-Ereignisprotokoll aufzeichnet. Administratoren können mithilfe von Konfigurationsdateien genau festlegen, welche Ereignisse überwacht werden sollen. Dies ermöglicht eine gezielte Überwachung zur Aufdeckung von Malware und anderen bösartigen Aktivitäten.
Weitere System-Anpassungen
Das Update bringt auch eine Reihe kleinerer, aber nützlicher Änderungen in den Systemeinstellungen:
- Kameraeinstellungen: Für unterstützte Kameras können nun Schwenk- und Neigefunktionen direkt in der Einstellungs-App unter „Bluetooth & Geräte > Kameras“ gesteuert werden.
- Desktophintergrund: Windows 11 unterstützt jetzt nativ .webp-Bilddateien als Desktophintergrund. Diese können direkt über die Personalisierungseinstellungen oder per Rechtsklick im Datei-Explorer festgelegt werden.
- Speichereinstellungen: Einige Dialogfelder in den Speichereinstellungen wurden modernisiert und die Leistung beim Scannen nach temporären Dateien wurde verbessert.
Verbesserungen bei Konten und Wiederherstellung
Microsoft hat auch an der Verwaltung von Benutzerkonten und den Wiederherstellungsoptionen gearbeitet, insbesondere für Unternehmenskunden.
Windows Backup für Organisationen
Die Wiederherstellung bei der ersten Anmeldung ist nun Teil von Windows Backup für Organisationen. Diese Funktion stellt Benutzereinstellungen und Microsoft Store-Apps bei der ersten Anmeldung auf einem neuen oder zurückgesetzten Gerät automatisch wieder her. Dies gilt für Geräte, die in Microsoft Entra hybrid eingebunden sind, sowie für Cloud-PCs und Mehrbenutzerumgebungen. Ziel ist es, den Einrichtungsprozess bei Gerätewechseln oder -Upgrades zu vereinheitlichen und zu beschleunigen.
Diese Funktion hilft, einen konsistenten Einrichtungsprozess bei Geräterneuerungen, Upgrades oder Migrationen zu schaffen.
Quick Machine Recovery (QMR)
Die Funktion „Quick Machine Recovery“ wird nun automatisch für Windows Professional-Geräte aktiviert, die nicht in eine Domäne eingebunden und nicht von einem Unternehmen verwaltet werden. Diese Geräte erhalten dieselben Wiederherstellungsfunktionen, die bisher Windows Home-Nutzern zur Verfügung standen. Bei Geräten in Unternehmensverwaltung bleibt die Funktion standardmäßig deaktiviert, kann aber von der Organisation aktiviert werden.
Allgemeine Leistungs- und Stabilitätsverbesserungen
Abseits der neuen Funktionen enthält das Update zahlreiche Korrekturen und Leistungsoptimierungen, die die Stabilität und Reaktionsfähigkeit des Systems verbessern sollen.
Dazu gehören eine verbesserte Zuverlässigkeit des Anmeldebildschirms, eine stabilere Dateiübertragung mit der „Umgebungsfreigabe“ und eine schnellere Anzeige des Projektionsfensters (Win + P). Auch der Windows-Druckdienst wurde optimiert, um bei hohem Druckaufkommen eine reibungslose Leistung zu gewährleisten und Verlangsamungen zu vermeiden.
Im Datei-Explorer wurde die Option „Alle extrahieren“ zur Befehlsleiste hinzugefügt, wenn man komprimierte Ordner durchsucht, die keine ZIP-Archive sind. Zudem wurden Leistungsverbesserungen im Bereich der Anzeige vorgenommen, um die Aufwachzeit des PCs aus dem Ruhezustand zu verkürzen, insbesondere bei stark ausgelasteten Systemen.
Das Update wird voraussichtlich in den nächsten Wochen, beginnend mit dem nicht sicherheitsrelevanten Update für Februar, für alle Nutzer von Windows 11 ausgerollt.





