In Kalifornien gewinnt eine neue Form der persönlichen Luftfahrt an Popularität. Ein Ultraleichthubschrauber namens Mirocopter SCH-2A, der nur 113 Kilogramm wiegt, ermöglicht es Enthusiasten, ohne formale Pilotenlizenz zu fliegen. Dieses leichte Fluggerät, das mit normalem Benzin betrieben wird, macht den Traum vom Fliegen für eine breitere Zielgruppe zugänglich.
Der YouTuber Mark Rumsey nutzt diesen Hubschrauber für kurze Flüge und hat daraus sogar ein Geschäftsmodell entwickelt. Die Entwicklung wirft ein Licht auf die wachsende Nische der Ultraleichtfliegerei und die technologischen Innovationen, die sie vorantreiben.
Wichtige Fakten
- Der Mirocopter SCH-2A wiegt 113 kg und liegt damit unter der US-Grenze für Ultraleichtflugzeuge (115 kg).
- In den USA ist für das Fliegen von Fluggeräten dieser Klasse keine formale Pilotenlizenz erforderlich.
- Ein Koaxialrotor-System ersetzt den herkömmlichen Heckrotor und vereinfacht die Steuerung.
- Der Hubschrauber kostet rund 37.500 US-Dollar und wird mit einem 60-PS-Zweitaktmotor betrieben.
Ein neuer Trend in der persönlichen Luftfahrt
Die Ultraleichtfliegerei erlebt einen Aufschwung, angetrieben durch technologische Fortschritte und den Wunsch nach zugänglicher persönlicher Mobilität. Im Zentrum dieser Bewegung stehen Fluggeräte wie der Mirocopter SCH-2A, ein in Slowenien hergestellter Hubschrauber, der die Grenzen der traditionellen Luftfahrt verschiebt.
In den Hügeln von La Cresta, Kalifornien, demonstriert Mark Rumsey, ein Digital-Modellierer und Luftfahrt-Enthusiast, regelmäßig die Fähigkeiten des SCH-2A. Seine kurzen Flüge, beispielsweise zum nahegelegenen Lake Elsinore, dokumentiert er auf seinem YouTube-Kanal und zeigt damit eine Zukunft, in der das Fliegen nicht mehr nur professionellen Piloten vorbehalten ist.
Was sind Ultraleichtflugzeuge?
In den Vereinigten Staaten definiert die Federal Aviation Administration (FAA) Ultraleichtflugzeuge als Fluggeräte, die für den Freizeit- oder Sportgebrauch bestimmt sind. Sie dürfen nicht mehr als 254 Pfund (ca. 115 kg) wiegen, eine maximale Treibstoffkapazität von 5 US-Gallonen haben und eine Höchstgeschwindigkeit von 55 Knoten (ca. 102 km/h) nicht überschreiten. Piloten dieser Fluggeräte benötigen keine Lizenz oder ein medizinisches Tauglichkeitszeugnis.
Die Technik hinter dem Mirocopter SCH-2A
Das Herzstück des Mirocopter SCH-2A ist seine innovative und zugleich simple Konstruktion. Mit einem Leergewicht von nur 113 Kilogramm (249 Pfund) bleibt er bewusst unter dem gesetzlichen Grenzwert der FAA. Dies ist der Schlüssel, der den lizenzfreien Betrieb in den USA ermöglicht.
Angetrieben wird der Einsitzer von einem Zweizylinder-Zweitaktmotor, der über 60 PS leistet. Für den Betrieb genügt normales, bleifreies Benzin, was die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Hubschraubern erheblich senkt. Der Verbrauch liegt bei etwa 17 Litern (4,5 Gallonen) pro Stunde.
Das Koaxialrotor-System als Schlüsseltechnologie
Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften des SCH-2A ist sein Koaxialrotor-System. Zwei übereinander angeordnete Hauptrotoren drehen sich in entgegengesetzte Richtungen. Dieses Prinzip hat mehrere Vorteile:
- Kein Heckrotor erforderlich: Das Drehmoment der beiden Rotoren hebt sich gegenseitig auf, wodurch der sonst notwendige Heckrotor zur Stabilisierung entfällt.
- Vereinfachte Steuerung: Die Steuerung wird weniger komplex, was das Fliegen besonders für Anfänger erleichtert.
- Kompakte Bauweise: Ohne den langen Heckausleger ist der Hubschrauber kompakter und einfacher zu handhaben am Boden.
Die Giersteuerung (Bewegung um die Hochachse) erfolgt über verstellbare Leitbleche am Heck, die präzise und intuitive Manöver ermöglichen.
Mirocopter SCH-2A: Technische Daten im Überblick
- Leergewicht: 113 kg (249 lbs)
- Motorleistung: > 60 PS
- Treibstoff: Normalbenzin (bleifrei)
- Verbrauch: ca. 17 Liter pro Stunde
- Besonderheit: Koaxialrotor-System ohne Heckrotor
Vom Hobby zum Geschäftsmodell
Mark Rumseys Begeisterung für den SCH-2A war so groß, dass er den Kontakt zum slowenischen Hersteller suchte. Aus diesem Kontakt entwickelte sich eine Geschäftspartnerschaft. Über seine Firma RotoTrek ist Rumsey heute offizieller Wiederverkäufer für den Hubschrauber in den USA.
Er verkauft nach eigenen Angaben etwa vier Einheiten alle sechs Monate. Der Preis für einen Mirocopter SCH-2A liegt bei 37.500 US-Dollar, zuzüglich etwa 4.000 US-Dollar für die Lieferung. Dieses Geschäftsmodell zeigt, dass es einen wachsenden Markt für erschwingliche, persönliche Fluggeräte gibt.
„Die Einfachheit der Steuerung und das Design ohne Heckrotor machen das Flugerlebnis einzigartig und zugänglich“, erklärt Rumsey in einem seiner Videos.
Seine Flüge führt er meist in einer Höhe von rund 2.500 Fuß (ca. 760 Meter) durch und navigiert dabei mithilfe von Orientierungspunkten, die er zuvor auf Google Earth identifiziert hat. Dies unterstreicht den unkomplizierten Charakter der Ultraleichtfliegerei.
Die Zukunft der persönlichen Luftfahrt
Der Mirocopter SCH-2A und ähnliche Fluggeräte stehen für einen Wandel in der Art und Weise, wie wir über persönliche Mobilität denken. Sie senken die Hürden für den Einstieg in die Luftfahrt erheblich, sowohl finanziell als auch regulatorisch.
Während diese Entwicklung für viele Flug-Enthusiasten einen Traum wahr werden lässt, wirft sie auch Fragen auf. Die Zunahme von privaten, teils unlizenzierten Piloten erfordert eine Auseinandersetzung mit Themen wie Luftraummanagement, Sicherheit und Ausbildung. Obwohl für Ultraleichtflugzeuge keine formale Lizenz vorgeschrieben ist, ist eine fundierte Einweisung und verantwortungsvolles Handeln unerlässlich, um Risiken zu minimieren.
Die Geschichte von Mark Rumsey und seinem Mirocopter ist mehr als nur die eines Hobbys. Sie ist ein Beispiel für die Innovationskraft, die die Grenzen des Möglichen verschiebt und die Diskussion über die Zukunft des Transports neu entfacht. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Sektor weiterentwickeln und in unseren Alltag integrieren wird.





