Meta hat die eigenständige Desktop-Anwendung für den Facebook Messenger offiziell eingestellt. Seit dem 15. Dezember 2025 ist die App für Windows und Mac nicht mehr verfügbar. Nutzer werden nun auf die Web-Versionen des Dienstes umgeleitet, was einen strategischen Wandel des Unternehmens unterstreicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Die native Messenger-App für Mac und Windows wurde am 15. Dezember 2025 eingestellt.
- Bestehende Nutzer müssen auf die Browser-Versionen auf Facebook.com oder Messenger.com ausweichen.
- Die Entscheidung ist Teil einer Strategie, Messenger wieder stärker in die Haupt-Facebook-App zu integrieren.
- Technische Umstellungen und fehlende Funktionen im Vergleich zu Konkurrenten wie Zoom trugen zur Einstellung bei.
Das Ende der eigenständigen Desktop-Anwendung
Für viele Nutzer, die sich an den Komfort einer dedizierten Anwendung auf ihrem Computer gewöhnt hatten, markiert dieser Schritt eine bedeutende Veränderung. Die offizielle Einstellung erfolgte am 15. Dezember 2025, nachdem Meta den Plan bereits im Oktober desselben Jahres angekündigt hatte.
Wer die Anwendung nun zu starten versucht, wird direkt auf die Webseite von Facebook weitergeleitet, um die Chat-Funktion dort zu nutzen. Die App, die ursprünglich zu Beginn der COVID-19-Pandemie an Popularität gewann, um die Kommunikation im Homeoffice zu erleichtern, konnte sich langfristig nicht gegen spezialisierte Konkurrenz durchsetzen.
Strategische Neuausrichtung bei Meta
Die Einstellung der Desktop-App ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer umfassenderen Strategie von Meta. Bereits seit 2023 arbeitet das Unternehmen daran, die Messenger-Funktionen wieder enger in die zentrale Facebook-Anwendung zu integrieren. Dieser Schritt deutet darauf hin, dass Meta versucht, die Nutzeraktivität auf seiner Kernplattform zu bündeln und zu stärken.
Beobachter sehen darin den Versuch, der sinkenden Relevanz des alternden sozialen Netzwerks entgegenzuwirken, indem zentrale Kommunikationsfunktionen wieder exklusiver an die Hauptseite gebunden werden. Die Auslagerung des Messengers in eine eigene App vor vielen Jahren war einst ein strategischer Schritt, um den Dienst eigenständig wachsen zu lassen – eine Strategie, die nun offenbar rückgängig gemacht wird.
Hintergrund: Die wechselhafte Geschichte der Messenger-App
Die Messenger-App wurde ursprünglich als Teil von Facebook eingeführt. Später trennte das Unternehmen den Chat-Dienst in eine separate mobile und schließlich auch Desktop-Anwendung ab, um mit reinen Messaging-Diensten wie WhatsApp konkurrieren zu können. Die jetzige Wiedereingliederung markiert eine Kehrtwende in dieser Strategie.
Technische Mängel und starker Wettbewerb
Neben der strategischen Neuausrichtung spielten auch technische Aspekte und der Wettbewerbsdruck eine entscheidende Rolle. Die Desktop-App litt unter funktionalen Einschränkungen im Vergleich zu Konkurrenten, die sich auf professionelle Kommunikation spezialisiert haben.
So bot die Messenger-App beispielsweise keine Bildschirmfreigabe und unterstützte deutlich weniger Teilnehmer in Videoanrufen als Dienste wie Zoom oder Microsoft Teams. Auch das einfache Teilen von Meeting-Links, ein Standard bei der Konkurrenz, war nicht möglich. Diese Defizite machten die Anwendung für den geschäftlichen Einsatz unattraktiv.
Umstrittene technologische Basis
Auch die technologische Grundlage der App sorgte für Probleme. Die Mac-Version basierte zuletzt auf der Catalyst-Technologie von Apple, die es Entwicklern ermöglicht, iPad-Apps auf den Mac zu portieren. Diese Lösung wurde oft dafür kritisiert, dass die Anwendungen sich nicht wie native Mac-Programme anfühlten und für Entwickler zusätzlichen Aufwand bedeuteten.
Auf Windows-Systemen wurde die Anwendung im letzten Jahr vor ihrer Einstellung in eine sogenannte Progressive Web App (PWA) umgewandelt. Auch dieser Schritt wurde von vielen Nutzern als Downgrade empfunden, da PWAs oft weniger leistungsfähig sind und schlechter in das Betriebssystem integriert sind als native Programme.
Technische Entwicklung im Überblick
- Mac: Ursprünglich eine Electron-App, später eine React Native Desktop-App und zuletzt eine auf Catalyst basierende Anwendung.
- Windows: Übergang zu einer Progressive Web App (PWA) im Jahr 2024.
Was Nutzer jetzt tun müssen
Meta hatte die Nutzer im Vorfeld der Abschaltung informiert und dazu geraten, Vorkehrungen zur Sicherung ihrer Chat-Verläufe zu treffen. Konkret wurde empfohlen, eine PIN für den Chat-Verlauf einzurichten, um sicherzustellen, dass die Nachrichten beim Wechsel auf die Web-Version erhalten bleiben.
Die weitere Vorgehensweise hängt davon ab, wie der Messenger genutzt wurde:
- Nutzer mit Facebook-Konto: Sie werden auf die Facebook-Webseite weitergeleitet und können dort wie gewohnt auf ihre Nachrichten zugreifen.
- Nutzer ohne Facebook-Konto: Diese Nutzergruppe wird an Messenger.com verwiesen, wo sie sich weiterhin mit ihren Messenger-Anmeldedaten einloggen kann.
Für detaillierte Anleitungen und weitere Informationen hat das Unternehmen separate Hilfeseiten für Mac- und Windows-Nutzer im Facebook-Hilfebereich eingerichtet. Der Übergang zur reinen Web-Nutzung am Desktop ist damit abgeschlossen.





