Spieler des neuen Titels „Dispatch“ von AdHoc Studio berichten, dass die Version für Nintendo Switch und Switch 2 zensiert ist. Im Gegensatz zu anderen Plattformen wie PlayStation 5 und PC, bei denen Zensur eine Option ist, sind auf den Nintendo-Konsolen explizite Inhalte standardmäßig und unumkehrbar ausgeblendet.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Nintendo Switch-Version von „Dispatch“ enthält eine dauerhaft aktivierte Zensur für Nacktheit und explizite Sprache.
- Auf Plattformen wie PS5 und PC können Spieler die Zensur selbst ein- oder ausschalten.
- Entwickler AdHoc Studio bestätigt die Zusammenarbeit mit Nintendo, um die Plattformrichtlinien zu erfüllen.
- Nintendo betont, dass es keine Inhalte von Partnern ändert, aber die Einhaltung von Richtlinien und Altersfreigaben verlangt.
Unterschiedliche Versionen auf verschiedenen Plattformen
Kurz nach der Veröffentlichung von „Dispatch“ bemerkten Spieler auf Nintendo Switch und der neueren Switch 2, dass bestimmte Szenen des Spiels verändert wurden. Szenen, die Nacktheit oder explizite Sprache enthalten, werden durch schwarze Balken und zensierte Audio-Spuren unkenntlich gemacht.
Diese Maßnahme sorgte für Überraschung, da auf anderen Plattformen wie der PlayStation 5 und Windows-PCs eine Option im Menü existiert, mit der Spieler selbst entscheiden können, ob sie diese Inhalte sehen möchten oder nicht. Auf den Nintendo-Konsolen ist diese Zensur jedoch standardmäßig aktiviert und lässt sich nicht deaktivieren.
Stellungnahmen von Entwickler und Nintendo
In einer Erklärung bestätigte der Entwickler AdHoc Studio, dass die Anpassungen in Absprache mit Nintendo vorgenommen wurden. Das Ziel sei gewesen, sicherzustellen, dass die Inhalte des Spiels den Kriterien für eine Veröffentlichung auf der Nintendo-Plattform entsprechen.
„Unterschiedliche Plattformen haben unterschiedliche Inhaltskriterien, und Einreichungen werden individuell bewertet“, teilte das Studio mit. „Das zentrale narrative und spielerische Erlebnis bleibt identisch mit der ursprünglichen Veröffentlichung.“
Nintendo äußerte sich ebenfalls zu dem Sachverhalt und stellte klar, dass das Unternehmen keine direkten Änderungen an den Inhalten seiner Partner vornimmt. Ein Sprecher erklärte, dass Nintendo von allen Spielen auf seiner Plattform verlange, dass sie von unabhängigen Organisationen bewertet werden und den etablierten Inhalts- und Plattformrichtlinien entsprechen.
„Obwohl wir Partner informieren, wenn ihre Titel nicht unseren Richtlinien entsprechen, nimmt Nintendo keine Änderungen an Partnerinhalten vor“, so die offizielle Stellungnahme. Das Unternehmen verzichtete darauf, spezifische Inhalte oder die genauen Kriterien für diese Entscheidungen zu kommentieren.
Die Rolle der Altersfreigaben
Die Entscheidung, eine zensierte Version für eine bestimmte Plattform zu veröffentlichen, hängt oft eng mit den Anforderungen von Altersfreigabe-Organisationen zusammen. In Japan beispielsweise vergibt die Computer Entertainment Rating Organization (CERO) strenge Bewertungen, die über die Verfügbarkeit von Inhalten entscheiden. Spiele mit extremer Gewaltdarstellung oder Nacktheit erhalten oft eine „CERO Z“-Einstufung, die den Verkauf stark einschränkt.
Zwei Versionen des Spiels im Umlauf
Weitere Berichte deuten darauf hin, dass es grundsätzlich zwei verschiedene Versionen von „Dispatch“ gibt: eine zensierte und eine unzensierte. Interessanterweise ist auch die ausschließlich in Japan veröffentlichte PS5-Version des Spiels mit der gleichen Zensur versehen wie die Switch-Portierung.
Dies legt die Vermutung nahe, dass die Entscheidung von AdHoc Studio, eine angepasste Version anzubieten, eine strategische Maßnahme war, um den Anforderungen spezifischer Märkte und deren Rating-Systemen gerecht zu werden. Ein ähnlicher Fall war in der Vergangenheit bei CD Projekt Reds „Cyberpunk 2077“ zu beobachten, von dem ebenfalls eine speziell für den japanischen Markt angepasste Version ohne Nacktheit und mit reduzierter Gewaltdarstellung veröffentlicht wurde.
Plattformrichtlinien als entscheidender Faktor
Jeder Konsolenhersteller – sei es Nintendo, Sony oder Microsoft – hat eigene, spezifische Richtlinien für die Inhalte, die auf seiner Plattform erlaubt sind. Entwickler müssen ihre Spiele oft anpassen, um eine Veröffentlichungsgenehmigung zu erhalten. Diese Anpassungen können von geringfügigen Änderungen bis hin zu signifikanten Zensurmaßnahmen reichen, insbesondere bei Titeln, die sich an ein erwachsenes Publikum richten.
Was bedeutet das für die Spieler?
Für Spieler auf der Nintendo Switch bedeutet dies, dass sie „Dispatch“ nur in seiner zensierten Form erleben können. Laut AdHoc Studio hat dies jedoch keinen Einfluss auf die Handlung oder das Gameplay des Spiels. Die Kern-Erfahrung soll auf allen Plattformen gleich sein.
Die Debatte wirft erneut ein Licht auf die unterschiedlichen Standards im globalen Spielemarkt. Während einige Plattformen und Regionen den Spielern mehr Freiheiten bei der Wahl ihrer Inhalte geben, verfolgen andere, wie oft bei Nintendo der Fall, eine strengere, familienfreundlichere Linie. Spieler, denen ein unzensiertes Erlebnis wichtig ist, müssen daher auf die Versionen für PC oder PlayStation 5 außerhalb Japans zurückgreifen.





